Vilseck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Vilseck (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Vilseck
Vilseck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Vilseck hervorgehoben
49.61083333333311.805277777778402Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Amberg-Sulzbach
Höhe: 402 m ü. NHN
Fläche: 64,71 km²
Einwohner: 5865 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92249
Vorwahl: 09662
Kfz-Kennzeichen: AS, BUL, ESB, NAB, SUL
Gemeindeschlüssel: 09 3 71 156
Stadtgliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 13
92249 Vilseck
Webpräsenz: www.vilseck.de
Bürgermeister: Hans-Martin Schertl (Arbeitnehmer-Eigenheimer)
Lage der Stadt Vilseck im Landkreis Amberg-Sulzbach
Auerbach in der Oberpfalz Königstein (Oberpfalz) Hirschbach (Oberpfalz) Etzelwang Weigendorf Birgland Kastl (Lauterachtal) Edelsfeld Edelsfeld Vilseck Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg Sulzbach-Rosenberg Eichen (gemeindefreies Gebiet) Naturpark Hirschwald Freihung Hirschau Gebenbach Schnaittenbach Hahnbach Illschwang Freudenberg (Oberpfalz) Ursensollen Ursensollen Ebermannsdorf Ensdorf (Oberpfalz) Ensdorf (Oberpfalz) Kümmersbruck Rieden (Oberpfalz) Hohenburg Schmidmühlen Poppenricht Ammerthal Amberg Landkreis Neustadt an der Waldnaab Weiden in der Oberpfalz Landkreis Schwandorf Landkreis Bayreuth Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neumarkt in der OberpfalzKarte
Über dieses Bild

Vilseck ist eine Stadt im Oberpfälzer Landkreis Amberg-Sulzbach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Vilseck liegt an der Vils, einem Nebenfluss der Naab. Im Truppenübungsplatz Grafenwöhr, der eine Größe von 234 Quadratkilometern hat, gibt es zwei große Lager: das Ostlager in Grafenwöhr (Tower Barracks) sowie das Südlager in Vilseck, das auch als Rose Barracks bezeichnet wird. In Vilseck ist eine komplette Brigade der US Army stationiert, das 2. US-Kavallerieregiment. Der Truppenübungsplatz wird vornehmlich für Schießübungen mit allen Waffensystemen der US-Streitkräfte genutzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Unmittelbare Nachbargemeinden sind die Gemeinden Edelsfeld, Königstein, Freihung und Hahnbach. Im Norden schneidet der Truppenübungsplatz Grafenwöhr Vilseck von seinem Hinterland ab.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Vilseck gliedert sich in 36 Stadtteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Im zehnten Jahrhundert gehörte Vilseck zum Nordgau, welchen die mächtigen Babenberger von den Kaisern zum Lehen trugen. Als der Babenberger Markgraf Albert I. im Jahr 905 unter Ludwig dem Kinde hingerichtet worden war, zog dieser die Grafschaft ein. Otto II. verlieh es Herzog Heinrich II. von Bayern als herzogliches Kammergut. Dessen Nachfolger Heinrich IV. trat – nachdem er Kaiser geworden war – das Kammergut seiner Gemahlin Kunigunde von Luxemburg als Leibgeding ab. Im Rahmen der Gründung des Bistums Bamberg fiel Vilseck als Stiftung an das Bistum Bamberg. Die Kaiser aus dem Hause der Staufer versuchten wieder in den Besitz des Gebietes zu gelangen. Friedrich I. (HRR) sowie dessen Sohn Friedrich II. und Konrad IV. scheuten sich nicht, Teile der bambergischen Güter vom bambergischen Bischof zu Lehen zu nehmen. Eigentlich hielten diese Kaiser nur das Schutz- und Schirmrecht über diese Güter, während sich das Hochstift stets bestimmte Rechte vorbehalten hatte. Das Gebiet wurde unter dem Namen bambergisches Truchsessenamt geführt und umfasste die Ortschaften Hersbruck, Pegnitz, Velden, Auerbach sowie Vilseck und die Umgebungen der Orte. Konradin, Sohn Konrads IV., der die bambergischen Güter von seinem Vater geerbt hatte, verschrieb diese Güter nebst weitere staufische Güter im Jahre 1266 durch eine auf dem Schloss Hohenstein ausgestellte Urkunde seinen beiden Onkeln mütterlicherseits, dem bayerischen Herzog Heinrich und Ludwig dem Strengen als Pfand für 2200 Mark Silber. Als Konradin am 29. Oktober 1268 in Neapel enthauptet worden war, teilten sich die beiden Onkel die Besitzungen von Konradin. Dabei erhielt Ludwig der Strenge die bambergischen Güter. So kam Vilseck wieder an das Haus Wittelsbach.[3]

Die Stadt Vilseck war vor 1800 Obervogtamt und gehörte zum Hochstift Bamberg, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Das Hochstift besaß die Vogtei ausschließlich über die Stadt, nicht aber über den Landbezirk. Vilseck verfügte über wichtige magistratische Eigenrechte.

1838 wurde ein eigenes Landgericht Vilseck gegründet. Im Zuge dessen wurden die Steuergemeinden Adlholz, Ehenfeld, Gebenbach, Gressenwöhr, Großschönbrunn, Hahnbach, Iber, Irlbach, Langenbruck, Massenricht, Schlicht, Seugast, Sigl, Süß und Vilseck aus dem Landgericht Amberg sowie Weißenberg, Sigras und Kürmreuth aus dem Landgericht Sulzbach herausgelöst und dem neuen Landgericht Vilseck zugeordnet.[4][5][6]

Am 1. April 1971 wurden Gressenwöhr, Langenbruck, Schlicht und Sigl sowie Teile von Irlbach eingemeindet.[7]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 2002 2005 2011
Einwohner 4.317 3.585 3.824 3.955 5.738 5.590 5.856 5.541 6.510 6.484 6.473

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 2. März 2008 hat der Stadtrat 20 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,5 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

Wählergemeinschaft Arbeitnehmer-Eigenheimer 8 Sitze (36,9 %)
CSU 5 Sitze (27,1 %)
Wählergruppe Einheitsblock/Freie Wählerschaft 5 Sitze (24,9 %)
SPD 2 Sitze (11,1 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Stadtrates ist der Bürgermeister. Bürgermeister ist Hans Martin Schertl (Arbeitnehmer-Eigenheimer).

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.347.000 Euro, davon waren 879.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Vilsecker Wirtschaft ist geprägt durch die Anwesenheit der US-Armee (2. US-Kavallerieregiment). Viele Unternehmen haben sich auf den amerikanischen Kunden eingestellt. Auch die Stadt selbst als Gebietskörperschaft profitiert beispielsweise durch Schlüsselzuweisungen.

Verkehr[Bearbeiten]

Vilseck liegt an der Bahnstrecke Neukirchen–Weiden. Nach Nürnberg und Neustadt an der Waldnaab besteht weitgehend ein Ein-Stunden-Takt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Vogelturm in Vilseck

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Sehenswert ist das Stadtbild sowie das erste deutsche Türmermuseum im sogenannten Vogelturm (erbaut 1466) und dem Vogel- oder Obertor (erbaut 1568).
  • Die Burg Dagestein ist eine Wehranlage, die bis ins 10. Jahrhundert zurückgeht.
  • Das Hafnertor in der Vorstadt mit Schießscharte und Wappen des Hochstifts Bamberg und der Kurpfalz wurde im 16. Jahrhundert erbaut.

Musik[Bearbeiten]

In der Stadt Vilseck sind zwei Musikvereine aktiv: der Musikverein Vilseck e. V. und die Werkvolkkapelle Schlicht. Die Heavy-Metal-Band Atlantean Kodex stammt aus Vilseck.[8]

Sport[Bearbeiten]

Mit dem 1.FC Schlicht (Damen Landesliga, Herren Kreisklasse Süd), dem FV Vilseck und dem SV Sorghof (beide Bezirksliga Nord) sind drei Fußballvereine in der Großgemeinde aktiv. 2008 gründeten die drei Stammvereine die JFG Obere Vils, um dem Jugendfußball in der Großgemeinde eine Zukunft zu bieten. Unter dem Dach der JFG wird der Spielbetrieb der A-Jugend (U19) bis zur D-Jugend (U13) durchgeführt. In der Gemeinde Vilseck sind noch viele weitere Vereine aktiv und bieten den Einwohnern eine Vielzahl von Sportaktivitäten an. Beispielhaft zu nennen wären hier der TUS Vilseck, die drei Schützenvereine Tell Vilseck, Eichenlaub Sorghof und Bergschützen Gressenwöhr, der Skiclub Unterweissenbach sowie der Kegelverein SKK Vilseck (angesiedelt im Hauptverein FV Vilseck).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In der Burg Dagestein findet jährlich im Juli ein klassisches Burgkonzert statt. Jedes Jahr am vierten Oktoberwochenende findet in der Burg Dagestein die Vilsecker Burgkirwa statt. Des Weiteren ist das Konzert der Werkvolkkapelle Schlicht, kurz vor Weihnachten, zugunsten karitativer Einrichtungen zu erwähnen sowie das Weihnachtskonzert des Musikvereins kurz nach Weihnachten in der Stadtpfarrkirche Sankt Ägidius. Natürlich darf auch das Deutsch-Amerikanische Volksfest, das jedes Jahr stattfindet, nicht vergessen werden.

Rundfunk und Fernsehen[Bearbeiten]

AFN-Mittelwellensendemast Vilseck

Nördlich von Vilseck befindet sich seit dem Herbst 2008 bei 49°38'40.76"N 11°47'0.99"O ein 65 Meter hoher Stahlrohrmast, der zur Verbreitung des AFN-Mittelwellenprogramms auf 1107 kHz mit 10 kW-Sendeleistung dient. Er ähnelt stark in seiner Konstruktion dem einstigen AFN-Sendemasten in Grafenwöhr, der bis Ende 2008 hierfür diente, und ist wie dieser gegen Erde isoliert. Die Verlegung des Standorts der Sendeanlage erfolgte aus Gründen der elektromagnetischen Verträglichkeit.

Sonstiges[Bearbeiten]

In Vilseck (und darüber hinaus) ist Josef Eierer als Nachtwächter „Tschung“ bekannt. Anfang Januar 2014 feierte er seinen 80. Geburtstag und gleichzeitig 20-jähriges Dienstjubiläum. Nach wie vor unternimmt er tägliche Kontrollgänge durch die Stadt, leitet Stadtführungen und ist in seiner Nachtwächterrolle bei vielen kulturellen Veranstaltungen aktiv.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111105/213816&attr=OBJ&val=904
  3.  F. H. Giehrl: Notizen zur Geschichte der Stadt Vilseck. Band 8, Regensburg 1844, S. 243 (Vollversion in der Google-Buchsuche, abgerufen am 1. September 2011).
  4. Geschichtliches auf den Webseiten der Stadt Vilseck
  5. http://geschichte.digitale-sammlungen.de/hab/seite/bsb00007658_00157
  6. Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern, München, 1838, S. 537 (online verfügbar auf Google Books)
  7.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 419
  8. Wolfgang Weitzdörfer: Von Vilseck aus in die Welt. Passauer Neue Presse, abgerufen am 1. November 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vilseck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien