Wittelsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Adelshaus; zu anderen Bedeutungen siehe Wittelsbach (Begriffsklärung).
Wittelsbacher ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum deutschen Spielfilm aus dem Jahr 2005 siehe Die Wittelsbacher.
Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. Bitte hilf Wikipedia, das zu verbessern. Mehr zum Thema ist hier zu finden.
Stammwappen der bayerischen Herzöge aus dem Hause Wittelsbach (um 1300)
Wappen des Herzogs in Bayern, Haus Wittelsbach
Wappen des Herzogs in Bayern
Scheiblersches Wappenbuch 1450–1480

Das Haus Wittelsbach ist eines der ältesten deutschen Adelshäuser. Aus ihm gingen jahrhundertelang die Pfalzgrafen, dann Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern (1180–1918) hervor, ebenso wie die Pfalzgrafen bei Rhein (1214–1803 und 1816–1918), welche zugleich Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs waren („Kurpfalz“). Die Pfälzer Linie stellte ferner die Herzöge von Jülich-Berg (1614–1794/1806).

Als eines der bedeutendsten Hochadelsgeschlechter Europas stellten die Wittelsbacher zeitweise auch Könige in Ungarn (1305), Schweden (1441–1448 und 1654–1720), Dänemark und Norwegen (1440), Griechenland (1832–1862) und dreimal im Römisch-Deutschen Reich (1328/1400/1742), darunter zwei Kaiser, ferner zwei Gegenkönige in Böhmen (1619/1742), zahlreiche Kurfürsten-Erzbischöfe von Köln (1583–1761), Fürstbischöfe von Lüttich, Markgrafen von Brandenburg (1323–1373), Grafen von Tirol, Grafen von Holland, Hennegau und Seeland (1345–1432) sowie Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719).

Inhaltsverzeichnis

Herkunft[Bearbeiten]

Die genaue Herkunft der Wittelsbacher ist ungeklärt. Legenden führen sie auf Karl den Großen oder sogar bis auf alte Trojaner zurück. Eine glaubhaftere These besagt, die Wittelsbacher entstammten einer Seitenlinie der Luitpoldinger, benannt nach Markgraf Luitpold von Bayern († 907). Die auch von Mitgliedern der Familie der Wittelsbacher und vielen Wissenschaftlern heute meistbeachtete Theorie beruht auf der 1931 in Österreich veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns, bei dem die Geschichte der Familie um das Jahr 1000 mit einem Grafen Otto I. von Scheyern (Otto comes de Skyrum) beginnt.

Die Luitpoldinger als Ursprung der Wittelsbacher[Bearbeiten]

Der Sohn Luitpolds, Arnulf der Böse, wurde 919 sogar zum deutschen (Gegen-)König gewählt, unterwarf sich aber schließlich Heinrich von Sachsen und begnügte sich mit dem Herzogtum Bayern.

Nach Arnulfs Tod 937 verlieh Kaiser Otto der Große das Herzogtum an Arnulfs Bruder Berthold. Otto I. verheiratete auch seinen Bruder Heinrich mit Arnulfs Tochter Judith und begründete somit den späteren Anspruch Heinrichs, der nach Bertholds Tod unter Nichtberücksichtigung der Ansprüche anderer Luitpoldinger Herzog von Bayern wurde.

Arnulfs ältester Sohn, Eberhard, war 938 vom Herzogtum Bayern ausgeschlossen worden; der jüngere, Arnulf (II.), wurde Pfalzgraf in Bayern, erbaute 940 die Burg Scheyern, und seine Nachkommen benannten sich nach dieser Burg als Grafen von Scheyern.

Der Ursprung der Wittelsbacher nach der Genealogie Otto Freiherr von Dungerns[Bearbeiten]

Nach der 1931 veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns stammt die Familie der Wittelsbacher vom Grafen Otto I. von Scheyern ab, der in Urkunden im Jahr 1000 als Otto comes de Skyrum genannt wird. Beginnend mit seinem Sohn, Otto II. von Scheyern, beginnt die gesicherte Geschichte der Wittelsbacher.

Die Grafen von Scheyern, Pfalzgrafen von Bayern[Bearbeiten]

Der Graf Otto II. von Scheyern († 1078) war in erster Ehe mit einer Schwester des Grafen Meginhard von Reichersbeuern, verheiratet; in zweiter Ehe mit der verwitweten Gräfin Haziga.

Die Grafen von Scheyern waren:

Die in der Zählung fehlenden Träger des Namens Otto entfallen auf die Seitenlinien der Grafen von Scheyern, Scheyern-Dachau und Scheyern-Valley. →Konrad I. (Meranien), Konrad I. von Valley und Konrad I. von Dachau

Graf Otto II. von Scheyern ist somit der Urgroßvater des Grafen Otto VIII. von Scheyern, der nach anderer Zählweise als Graf Otto V. von Wittelsbach oder Herzog Otto I. von Bayern, bezeichnet wird.

Graf Otto V. von Scheyern verlegte 1124 die Residenz der Pfalzgrafen von der Burg Scheyern nach der Burg Wittelsbach bei Aichach (heute Regierungsbezirk Schwaben).

Herzöge von Bayern/Ungarn (1305–1308), Brandenburg (1323–1373), Tirol (1342–1363), Holland und Hennegau (1346–1425)[Bearbeiten]

Wittelsbacher-Familiengrab, Kloster Scheyern

Otto VI. Pfalzgraf von Bayern, der sich auf Friedrich I. Barbarossas Italienzügen ausgezeichnet hatte, erhielt nach der Absetzung Heinrichs des Löwen 1180 das Herzogtum Bayern, worauf er sich fortan Otto I. von Wittelsbach, Herzog von Bayern, nannte. Sein Sohn Ludwig I. der Kelheimer wurde 1214 mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt. Durch seine 1204 geschlossene Ehe mit Ludmilla, Witwe des Grafen Albert III. von Bogen gingen, nach dem Erlöschen der Bogener Herrscherlinie 1242, die Grafschaft Bogen sowie deren weiß-blaues Rautenwappen an die Wittelsbacher. Sein Sohn Otto II. wurde 1212 als 6-Jähriger mit der Welfin Agnes, der Nichte Kaiser Ottos IV., Tochter des Pfalzgrafen Heinrichs des Langen und damit Erbin der Pfalz verlobt. Wohl durch die spätere, sicher noch vor 1224 geschlossene Ehe, kam der goldene Löwe auf schwarzem Grund als Wappentier nach Bayern. Sowohl im Herzogtum Bayern als auch in der Kurpfalz folgten die Wittelsbacher somit den Welfen als Herrscher nach.

Ein Neffe Ottos I., Pfalzgraf Otto VIII. von Wittelsbach, wurde durch die Ermordung König Philipps von Schwaben 1208 berüchtigt; er wurde geächtet und 1209 erschlagen, die Stammburg Wittelsbach von Herzog Ludwig I. selbst zerstört.

Nach dem Tode Ottos II. entstanden 1255 in der Erbteilung zwischen seinen Söhnen die Linien Niederbayern und Oberbayern mit der Pfalz. Beide Fürsten trugen weiterhin den Titel Herzog von Bayern und Pfalzgraf bei Rhein.

Niederbayern (1255–1340)/Ungarn (1305–1308)[Bearbeiten]

  • 1253–1290: Heinrich XIII. = Heinrich I. von Niederbayern (1235–1290)
  • 1290–1312: Otto III. (1261–1312), 1305–1308 auch König von Ungarn
    • ab ca.1305–1310: gemeinsam mit Stephan I.
    • 1310–1312: gemeinsam mit Otto IV. und Heinrich XIV. (den Söhnen Stephan I.)
  • 1312–1339: gemeinsam/teilweise geteilt: Heinrich XIV., Otto IV. und Heinrich XV. (Sohn Ottos III., der Natternberger).
  • 1339–1340: Johann I. (Sohn Heinrichs XIV.)

Im Jahr 1305 wurde der niederbayerische Herzog und Sohn einer ungarischen Königstochter Otto III. als Bela V. zum ungarischen König ausgerufen. Allerdings wurde er bereits binnen kurzem (1307) gezwungen, diese Krone an den ungarischen Fürsten Ladislaus Apor abzugeben.

Bei dem bald aufeinanderfolgenden Tod von Stephan I. und Otto III. waren ihre Söhne noch unmündig, so dass ihre Vormundschaft von verschiedenen Herrschern beansprucht wurde. Zu diesen zählte neben dem oberbayerischen Herzog Ludwig IV. dem Bayern auch die österreichischen Habsburger. Sie wurden aber in der Schlacht von Gammelsdorf von Ludwig IV. dem Bayern geschlagen, so dass dieser die Vormundschaft übernahm.

Von den Erben beherrschte nun Heinrich XIV. bis zu seinem Tod von Landshut aus über Straubing, Schärding und Pfarrkirchen, Otto IV. von Burghausen aus über Ötting, Traunstein, Reichenhall und Rosenheim, Heinrich XV. aber vom Natternberg bei Deggendorf aus über Deggendorf, Landau, Dingolfing und Vilshofen. Nachdem die Brüder zwischen 1333 und 1339 alle verstorben waren, übernahm der elfjährige Sohn Heinrichs XIV., Johann I., die Herrschaft, starb aber auch bereits im Dezember 1340. Niederbayern fällt an Ludwig den Bayern und wird mit Oberbayern vereinigt.

Oberbayern und Pfalz (1255–1329/1340)[Bearbeiten]

Kenotaph des Kaisers Ludwigs IV. des Bayern (1282–1347) in der Frauenkirche (München)

Die Oberbayerische Linie teilte sich mit dem Hausvertrag von Pavia 1329 in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern.

Die (ober-)bayerische Linie bestieg zweimal, mit Ludwig IV., dem Bayern (1314–1346) und Karl VII. (1742–1745), den Kaiserthron, erlangte 1623 unter Maximilian I. die Kurwürde, erlosch aber 1777 mit Maximilian Joseph.

Bayern (1340–1349)[Bearbeiten]

Straubing-Holland (1353–1425/1429)[Bearbeiten]

  • 1347–1388 Wilhelm I., regierte auch als Graf von Holland, Seeland und Hennegau (seit 1357 regierungsunfähig)
  • 1347–1404 Albrecht I. und Albrecht II. † 1397, regierten auch als Graf von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1417 Wilhelm II., auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1425 Johann III., auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau, nach ihm wird Straubing auf die übrigen Linien München, Landshut und Ingolstadt aufgeteilt

Oberbayern-Tirol und Brandenburg (1349–1363/1373)[Bearbeiten]

  • 1347–1361 Ludwig V., ab 1342 auch Graf von Tirol und 1322–1351 Markgraf von Brandenburg
  • 1347–1351 Ludwig VI., der Römer, 1351–1364/1365 Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
  • 1347–1351 Otto V., der Faule, 1351–1373 (de jure) bzw. 1364/1365–1371 (de facto) Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
  • 1361–1363 Meinhard, auch Graf von Tirol, sein Gebiet fällt nach seinem Tod an Stephan II.

Niederbayern-Landshut (1353–1392)[Bearbeiten]

1392 erfolgt unter den drei Söhnen Stephans II., die zuvor gemeinsam regierten, eine erneute Aufteilung in Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt

Bayern-Ingolstadt (1392–1447)[Bearbeiten]

Bayern-Landshut (1392–1503)[Bearbeiten]

Bayern-München (1392–1505)[Bearbeiten]

Bayern (1505–1623)[Bearbeiten]

Verleihung der Kurwürde an Herzog Maximilian I. von Bayern auf dem Regensburger Fürstentag 1623
  • 1505–1508 Albrecht IV., der Weise, vereinigt alle bayerischen Linien 1503
  • 1508–1550 Wilhelm IV.
  • 1508–1545 Ludwig X. in Landshut
  • 1550–1579 Albrecht V., der Großmütige
  • 1579–1598 Wilhelm V., der Fromme
  • 1598–1651 Maximilian, seit 1597 bereits Mitregent seines Vaters Wilhelm; durch den 30-jährigen Krieg wurde die Kurwürde durch den Kaiser vom Pfalzgrafen an den Bayerischen Herzog übertragen. Im westfälischen Frieden 1648 wurde Bayern als Kurfürstentum bestätigt, so dass Maximilian der erste bayerische Kurfürst wurde.

Kurfürsten von Bayern (1623–1777)[Bearbeiten]

Am 25. Februar 1623 erhielt Herzog Maximilian I. von Bayern die pfälzische Kurwürde.

Kurfürst Maximilian II. Emanuel, der "blaue Kurfürst"
  • 1623–1651 Maximilian I., seit 1597 bereits bayerischer Herzog, 1623 ging die Pfälzer Kurfürstenwürde an ihn über und 1648 kam die Oberpfalz an Bayern.
  • 1651–1679 Ferdinand Maria, regierte in den ersten Jahren unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria Anna.
  • 1679–1726 Maximilian II. Emanuel, auch Generalstatthalter der Niederlande (1692–1706) und Herzog von Luxemburg (1712–1714)
  • 1726–1745 Karl Albrecht, 1741–1743 auch König von Böhmen, ab 1742 als Karl VII. auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
  • 1745–1777 Maximilian III. Joseph

Die bayerische Linie der Wittelsbacher starb 1777 aus. Ihr folgte mit Karl Theodor die Linie Pfalz-Sulzbach, die schon über die Kurpfalz herrschte. Nach dem Tod Karl Theodors 1799 erlangten die Herzöge von Zweibrücken die Kurwürde.

Kurfürst-Erzbischof Clemens August von Köln (1723–1761), Fürstbischof von Münster, Osnabrück, Paderborn und Hildesheim, Hochmeister des Deutschen Ordens

Kurfürsten von Köln (1583–1761)[Bearbeiten]

Von 1583 bis 1761 besetzten kurbayerische wittelsbacher Prinzen den Kölner Erzstuhl und zahlreiche weitere Bistümer.

Äbtissin des Stiftes Essen (1726–1776)[Bearbeiten]

Fürstbischofe von Lüttich (1581–1763)[Bearbeiten]

Von 1581 bis 1763 besetzten kurbayerische Wittelsbacher Prinzen fast ununterbrochen den Stuhl des Fürstbistums Lüttich.

Römisch-deutsche Könige und Kaiser[Bearbeiten]

Pfalzgrafen bei Rhein (1214–1356)[Bearbeiten]

Erster Pfalzgraf der wieder selbständigen Pfalz wurde Rudolf I. 1317 verzichtet er zu Gunsten seines Bruders Kaiser Ludwig IV. Sein Sohn Rudolf II. gelangte 1329 wieder in Besitz der väterlichen Erblande. Durch die Goldene Bulle von Kaiser Karl IV. erhielten die Pfalzgrafen bei Rhein 1356 von Karl IV. die Kurwürde.

Kurpfalz mit Teilungen (1356–1777)/Dänemark, Schweden und Norwegen (1440–1448)/Böhmen (1619–1620)[Bearbeiten]

Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz (1309-1390), mit seinen beiden Frauen
Ruprecht III. (1342-1410), Kurfürst von der Pfalz und deutscher König, mit Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg
Friedrich V., Kurfürst von der Pfalz (1610–1623) und "Winterkönig" von Böhmen (1619–1620)

Die pfälzische Linie der Wittelsbacher erhielt unter Ruprecht I. 1356 die Kurwürde. Noch im gleichen Jahr stiftete er in Vollzug des Vermächtnisses seines Bruders und Vorgängers Rudolf II. das Liebfrauenstift Neustadt an der Weinstraße, als Memoria seines Hauses. Hier wurden er und sein Bruder Rudolf II., sowie 3 Pfälzer Herrscherinnen bestattet; für insgesamt 13 Wittelsbacher Fürsten und ihre Gemahlinnen bestanden dort zu feiernde Jahrgedächtnisse. Kurfürst Ruprecht I. gründete 1386 mit Heidelberg auch die dritte Deutsche Universität.

Ruprecht III. von der Pfalz wurde von den rheinischen Kurfürsten zum römischen König (1400–1410) gewählt, aber nur in einem Teil des Reiches anerkannt.

Nach seinem Tod teilte sich die pfälzische Linie in die vier Linien Kurpfalz (Heidelberger), Pfalz-Neumarkt (erloschen 1443), Pfalz-Simmern sowie Pfalz-Mosbach-Neumarkt (erloschen 1499).

Die Linie Pfalz-Neumarkt stellte mit Christoph III. 1440–1448 den König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Die Heidelberger Linie starb 1559 mit Ottheinrich aus, worauf die reformierte Linie Pfalz-Simmern folgte.

Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz wurde 1619 zum König von Böhmen gewählt. Nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg floh er nach Holland. Die pfälzische Kur wurde 1623 an Bayern übertragen. 1648 wurden zwei neue Kuren geschaffen, wovon eine die Pfalz erhielt.

Die Linie Pfalz-Simmern erlosch 1685 mit Karl II., dem Bruder Liselottes von der Pfalz. Nun folgte die Linie Pfalz-Neuburg, die sich 1569 von der Linie Zweibrücken losgelöst und 1614 Jülich und Berg erworben hatte; dieser folgte die seit 1614 selbständige Linie Pfalz-Sulzbach.

1623 verlor die Pfalz die Kurwürde an den bayerischen Herzog Maximilian I. Mit dem Westfälischen Frieden wurde eine achte Kur geschaffen, die an die Pfalz kam.

Könige von Schweden (1654–1720) und Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719)[Bearbeiten]

Karl XII. von Schweden (1682–1718)

Nach dem Tod König Rupprecht 1410 entstand die Linie Simmern-Zweibrücken, welche sich 1444 in die Linie Simmern-Sponheim und Zweibrücken-Veldenz aufspaltete.

Durch die Linie Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg hatten die pfälzischen Wittelsbacher von 1654 bis 1720 abermals den schwedischen Thron inne.

Herzöge von Jülich und Berg (1614–1806)[Bearbeiten]

Johann Wilhelm, "Jan Wellem" (1679–1716), Kurfürst von der Pfalz, Herzog von Jülich und Berg, und Anna Maria Luisa de’ Medici

Die Line von Pfalz-Neuburg hielt infolge des Vertrags von Xanten ab 1614 auch die Herzogtümer Jülich und Berg, die zu Jülich-Berg zusammengefasst waren und von Düsseldorf aus regiert wurden.

Herzöge von Zweibrücken (1410–1797)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Pfalz-Zweibrücken

Letzter Herzog von Zweibrücken wurde 1795 Maximilian Joseph, Herzog ohne Land. Die Französischen Revolutionstruppen hatten zu diesem Zeitpunkt das Herzogtum besetzt. 1799 trat er die Nachfolge Karl Theodors als Kurfürst in München an.

Kurfürsten von Pfalz-Bayern (1777–1806)[Bearbeiten]

Könige von Bayern (1806–1918)[Bearbeiten]

König Max I. Joseph, der erste König von Bayern (1806–1825)

Nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Sulzbach 1799 trat Maximilian IV. (Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler) die Nachfolge Karl Theodors an. 1806 wurde er König von Bayern und begründete damit die Königslinie, die bis 1918 herrschte. Zur Königslinie gehören:

Nach der Absetzung Ludwigs III. 1918 überstanden die Wittelsbacher die Revolution mehr oder minder unversehrt und emigrierten ins europäische Ausland. Sie erheben bis heute Anspruch auf den bayerischen Thron. Zur Verwaltung des Vermögens wurde 1923 der Wittelsbacher Ausgleichsfonds geschaffen. Näheres siehe Chefs des Hauses Wittelsbach. Der Hausorden der Wittelsbacher ist der im 12. Jahrhundert gegründete und 1729 wieder hergestellte Georgsorden.

Eine Nebenlinie Birkenfeld-Gelnhausen wurde 1799 in Herzöge in Bayern umbenannt, aus ihr entstammt Elisabeth, Gattin Kaiser Franz Josephs von Österreich-Ungarn (Sisi).

Könige von Griechenland (1832–1862)[Bearbeiten]

Das bis 1841 von Friedrich von Gärtner für Otto I. erbaute königliche Residenzschloss in Athen (heute Griechisches Parlament)

Aufgrund der Abstammung aus dem byzantinischen Haus Komnenos und dem Haus Laskaris berief die griechische Nationalversammlung das Haus Wittelsbach auf den Thron des befreiten Griechenland.

Chefs des Hauses Wittelsbach (nach 1918)[Bearbeiten]

Herzog Franz von Bayern (* 1933), heutiger Chef des Hauses Wittelsbach

Herzöge in Bayern[Bearbeiten]

Herzog in Bayern war seit 1799 bis zur Abschaffung von Adelstiteln 1919 der Titel der Nebenlinie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen des bayerisch-pfälzischen Herrscherhauses der Wittelsbacher. Derzeit lebt der Nachname Herzog in Bayern weiter, seit Ludwig Wilhelm Herzog in Bayern am 18. März 1965 seinen Großneffen Max Emanuel Prinz von Bayern adoptiert hat.

Liste der Wittelsbacher Linien[Bearbeiten]

Bayerische Linien

Bayern erste Teilung 1255
Oberbayern ältere Linie Niederbayern ältere Linie, bis 1340
Teilung 1349
Oberbayern
jüngere Linie, bis 1363/79
Niederbayern jüngere Linie, Teilung 1353
Niederbayern-Landshut Niederbayern-Straubing
erlischt 1425,
Erbe aufgeteilt 1429 im
Teilung 1392
Bayern-München Bayern-Ingolstadt Bayern-Landshut
      Preßburger Schieds spruch
  1447 beerbt von Bayern-Landshut    
  1503/5 beerbt von Bayern-München
1777 beerbt von Pfalz-Sulzbach

Weitere Linien (direkt oder indirekt von der älteren oberbayerischen Linie abstammend)

Morganatische und außereheliche Abkömmlinge

Siehe auch[Bearbeiten]

Schlösser der Wittelsbacher[Bearbeiten]

Bayern[Bearbeiten]

Einige der bedeutendsten bayerischen Schlösser, die von Wittelsbacher Herrschern erbaut wurden bzw. als Sitze regierender Linien dienten, waren:

Pfälzische Linie[Bearbeiten]

Zu den wichtigsten Sitzen der Pfälzer Wittelsbacher zählten:

Kurköln[Bearbeiten]

Von 1597 bis 1794 war Bonn die Residenz des Kurfürstentums Köln, dessen Kurfürsten und Erzbischöfe von 1583 bis 1761 der bayerischen Linie des Hauses Wittelsbach entstammten.

Bestattungsorte[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Genealogie des Hauses Wittelsbach. Verwaltung des Herzogs von Bayern (Schloß Nymphenburg), München 1996.
  • Adalbert Prinz von Bayern: Die Wittelsbacher. Geschichte unserer Familie. 2. Auflage, Prestel, München 1980, ISBN 3-7913-0476-3.
  • Ludwig Holzfurtner: Die Wittelsbacher. Staat und Dynastie in acht Jahrhunderten. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018191-2. (Rezension)
  • Hans F. Nöhbauer: Die Wittelsbacher – Eine europäische Dynastie-eine deutsche Chronik. Moewig, Gütersloh 1979 ISBN 3-8118-3120-8
  • Jörg Peltzer u.a. (Hrsg.): Die Wittelsbacher und die Kurpfalz im Mittelalter. Eine Erfolgsgeschichte? Schnell + Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2645-3.
  • Hans Rall, Marga Rall: Die Wittelsbacher in Lebensbildern. Piper, München 2005, ISBN 3-492-24597-8.
  • Christian Dickinger: Die schwarzen Schafe der Wittelsbacher. Zwischen Thron und Wahnsinn. Piper, München 2005.
  • Volker Press: Das Haus Bayern. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 93 (1995), S. 141–186
  • Herbert Eulenberg: Die letzten Wittelsbacher. Phaidon, Wien 1929.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittelsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien