Christian Rätsch

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Christian Rätsch (1999)

Christian Rätsch (* 1957 in Hamburg[1]) ist ein deutscher Altamerikanist und Ethnopharmakologe. Sein Fachgebiet ist die Erforschung des ethnomedizinischen und rituellen Gebrauches von Pflanzen, insbesondere der kulturellen Nutzung psychoaktiver Pflanzen im Schamanismus.

Leben[Bearbeiten]

Rätsch studierte Altamerikanistik, Ethnologie und Volkskunde an der Universität Hamburg. Mit einer Dissertation über die Zaubersprüche und Beschwörungsformeln der Lacandon-Indianer, einem Maya-Volk in Chiapas (Mexiko), wurde Rätsch zum Dr. phil. promoviert. Er war Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Zudem betrieb er Feldforschung im Himalaya.

Rätsch, der als freiberuflicher Autor, Ethnopharmakologe und Referent in Hamburg lebt, ist mit der Kunsthistorikerin Claudia Müller-Ebeling verheiratet. Das Ehepaar hat gemeinsam mehrere Bücher veröffentlicht.[2]

Seine 1998 erschienene Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen gilt als ein Standardwerk. Er ist Herausgeber des Jahrbuch für Ethnomedizin und Bewußtseinsforschung. Rätsch war Beiratsmitglied des Europäischen Collegiums für Bewußtseinsstudien (ECBS) und Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Ethnomedizin (ARGEM).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • mit K’ayum Ma’ax: Ein Kosmos im Regenwald. Mythen und Visionen der Lakandonen-Indianer. Diederichs, Köln 1984; 2., überarbeitete Auflage 1994, ISBN 3-424-00748-X.
  • Das Erlernen von Zaubersprüchen. Ein Beitrag zur Ethnomedizin der Lakandonen von Naha’ (= Ethnomedizin und Bewusstseinsforschung). Zugleich Dissertation an der Universität Hamburg. Express, Berlin 1985, ISBN 3-88548-362-9.
  • Indianische Heilkräuter: Tradition und Anwendung. Ein Pflanzenlexikon. Diederichs, Köln 1987, ISBN 3-424-00921-0; 7., auktualisierte Auflage 1999, ISBN 3-424-00921-0.
  • Hanf als Heilmittel: Eine ethnomedizinische Bestandsaufnahme (= Der Grüne Zweig. Bd. 154). Werner Pieper’s Medienexperimente und Nachtschattenverlag, Solothurn 1992, ISBN 3-925817-54-9.
  • Kinder des Regenwaldes: Über das Leben der Kinder der Lakandonen-Indianer. Coppenrath, Münster 1987; überarbeitete Ausgabe (= Der Grüne Zweig. Bd. 157): Werner Pieper’s Medienexperimente, Löhrbach [1993], ISBN 3-925817-57-3.
  • Räucherstoffe: Der Atem der Drachen. 72 Pflanzenporträts. Ethnobotanik, Rituale und praktische Anwendungen. AT, Aarau 1996; 6. Auflage 2012, ISBN 978-3-03-800302-1.
  • Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung. AT, Stuttgart 1998; 10. Auflage: AT, Aarau 2012, ISBN 978-3-03-800352-6 (Rezension).
  • Bier: Jenseits von Hopfen und Malz. Von den Zaubertränken der Götter zu den psychedelischen Bieren der Zukunft. Orbis, München 2002, ISBN 3-572-01343-7.
  • mit Claudia Müller-Ebeling: Lexikon der Liebesmittel: Pflanzliche, mineralische, tierische und synthetische Aphrodisiaka. AT, Aarau 2003, ISBN 3-85502-772-2 (Rezensionen bei Perlentaucher.de).
  • Der heilige Hain: Germanische Zauberpflanzen, heilige Bäume und schamanische Rituale. AT, Baden 2005, ISBN 3-03-800204-6.
  • mit Arno Adelaars, Claudia Müller-Ebeling: Ayahuasca: Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien. AT, Baden 2006, ISBN 3-03-800270-4.
  • Walpurgisnacht: von fliegenden Hexen und ekstatischen Tänzen. AT, Baden 2007, ISBN 978-3-03800-312-0.
  • Vom Forscher, der auszog, das Zaubern zu lernen: Meine Erlebnisse bei den Erben der Maya. Kosmos, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-11240-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christian Rätsch: Hanf als Heilmittel: Eine ethnomedizinische Bestandsaufnahme. Werner Pieper’s Medienexperimente und Nachtschattenverlag, Solothurn 1992, S. 187.
  2. Biographie auf christian-rätsch.de