Christuskirche (Karlsruhe)

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Christuskirche Karlsruhe mit dem Leibdragonerdenkmal davor

Die Christuskirche ist eine evangelische Kirche in Karlsruhe. Sie wurde von 1896 bis 1900 durch die Architekten Robert Curjel und Karl Moser (Karlsruhe und Basel) am Mühlburger Tor, dem Beginn der Weststadt, erbaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Christuskirche mit altem Turmhelm (um 1980)
Rosette des Fronteingangs

Die ersten Planungen zum Kirchenbau gehen auf die Jahre 1888 bis 1892 zurück. Nach einem Architekturwettbewerb erhielten Curjel und Moser den Auftrag zur Ausführung, für die sie jedoch zunächst ihren Wettbewerbsentwurf weiter überarbeiteten. Die Kirche wurde am 14. Oktober 1900 geweiht.

Während des Zweiten Weltkriegs, im Juni 1942, mussten die Glocken der Kirche abgegeben werden, um für Rüstungszwecke eingeschmolzen zu werden – wie der Großteil aller bronzenen Glocken in Deutschland.

Die Christuskirche selbst wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe schwer beschädigt, zuerst in der Bombennacht vom 2. auf den 3. September 1942 beim Großangriff auf Karlsruhe und ein zweites Mal vom 4. auf den 5. Dezember 1944. Hierbei kam es neben großen Schäden an Fenstern und Gewölben zu Schäden an der Rosette des Fronteingangs. Sofort nach Ende des Krieges begann man mit dem Wiederaufbau der Kirche. In den Jahren 1985 bis 1988 wurde dann auch der ursprüngliche Turmhelm rekonstruiert.

Gemeinde[Bearbeiten]

An der Christuskirche gibt es einen Kirchenchor, einen Oratorienchor, einen Kammerchor und einen Bläserkreis, die den Gottesdienst mitgestalten und regelmäßig Konzerte geben.

Musikalische Nachwuchsarbeit wird in Kooperation mit der Ev. Stadtkirche in der Singschule Cantus Juvenum geleistet.

Orgel[Bearbeiten]

Chor mit Altarwand von Fridolin Dietsche,[1] dahinter die erhöhte Klaisorgel

Die Konzertorgel der Christuskirche wurde 1966 von der Orgelbaufirma Johannes Klais (Bonn) erbaut. Das Instrument hatte 57 Register (etwa 5000 Pfeifen) auf vier Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen waren mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.

In den Jahren 2008 - 2010 wurden praktisch alle seinerzeit hochklassig intonierten Register klanglich unverändert in einem Orgelneubau integriert. Die Disposition wurde um Register der Vater- und Großvatergenaeration Klais erweitert, um auch spät-barocke, romantische und zeitgenössische Orgelliteratur darbieten zu können. Die Orgel hat heute 81 Register, 3 Transmissionen und ein extendiertes Register.[2]

I Hauptwerk C–a3
Hauptwerk A
1. Principal 16’
2. Principal 8’
3. Hohlflöte 8’
4. Gemshorn 8’
5. Schwebung 8’
6. Octav 4’
7. Koppelflöte 4’
8. Quint 22/3
9. Octav 2’
10. Mixtur V-VI
11. Cymbel IV
12. Kornett III-V 8’
13. Trompete 16’
14. Trompete 8’
Hauptwerk B
15. Bordun 16’
16. Hornprincipal 8’
17. Solo-Gamba 8’
18. Flaut harmonique 8’
19. Gedeckt 8’
20. Weitoctave 4’
21. Kornettmixtur III
22. Tuba 8’
II Positiv C–a3
23. Principal 8’
24. Rohrflöte 8’
25. Salicional 8’
26. Quintade 8’
27. Octav 4’
28. Holztraverse 4’
29. Dulciana 4’
30. Sesquialter II 22/3
31. Octav 2’
32. Waldflöte 2’
33. Sifflöte 1’
34. Scharff IV-VI
35. Holzdulcian 16’
36. Krummhorn 8’
III Schwellwerk C–a3
37. Pommer 16’
38. Holzprincipal 8’
39. Viola 8’
40. Rohrbordun 8’
41. Principal 4’
42. Nachthorn 4’
43. Nazard 22/3
44. Querflöte 2’
45. Terz 13/5
46. Mixtur V
47. Basson 16’
48. Hautbois 8’
49. Trompete harm. 8’
50. Clairon 4’
IV. Manual C–a3
Kronwerk
51. Holzgedackt 8’
52. Rohrflöte 4’
53. Principal 2’
54. Larigot 11/3
55. Oberton III
56. Musette 8’
Echowerk
57. Salicet 16’
58. Geigenprincipal 8’
59. Lieblich Gedeckt 8’
60. Aeoline 8’
61. Vox coelestis 8’
62. Violine 4’
63. Fernflöte 4’
64. Vox humana 8’
65. Rohrschalmey 8’
Pedal C–f1
66. Untersatz 32’
67. Theorbe (Nr. 57) 32’
68. Principal 16’
69. Violonbass 16’
70. Subbass 16’
71. Bordun (Nr. 15) 16’
72. Salicetbass (Nr. 57) 16’
73. Quint 102/3
74. Octav 8’
75. Gedeckt 8’
76. Cello 8’
77. Choralbass 4’
78. Bauernflöte 2’
79. Basscornett III
80. Basszink III
81. Hintersatz V
82. Posaune 16’
83. Sarrusophon (Nr. 65) 16’
84. Trompete 8’
85. Trompete 4’
  • Mechanische Koppeln: II/I, IV K/I, IV K/II, I A/P, II/P, IV K/P
  • Elektrische Koppeln:
    • Normalkoppeln: III/I, III/II, IV E/I, IV E/II, IV E/III, I B/P, III/P, IV E/P
    • Superoktavkoppeln: I B/I, III/I, III/II, III/III, IV E/I, IV E/II, IV E/III, IV E/IV, I B/P, III/P, IV E/P
    • Suboktavkoppeln: I B/I, III/I, III/II, III/III, IV E/I, IV E/II, IV E/III, IV E/IV
    • Hyperkoppel: I B/P
  • Nebenregister: Glockenspiel, Zimbelstern (Chimes)
  • Spielhilfen:Feste Kombinationen (p, f, Tutti),Freie Kombination, geteilte Kombinationen, Pianopedal, Registerfessel, Winddrossel,

9999fache Setzeranlage, Crescendowalze.

Glocken[Bearbeiten]

Friedensglocke (f°)
  1. Friedensglocke (Mittagsbetglocke, Gloriosa), f0, 9160 kg, 2410 mm Durchmesser
  2. Christusglocke (Schiedglocke, Dominica), c1, 1730 kg
  3. Kreuzglocke (Zeichenglocke), d1, 1520 kg
  4. Dreieinigkeitsglocke (Betglocke), f1, 893 kg
  5. Heiliggeistglocke (Trauglocke, Segensglocke), g1, 583 kg
  6. Lutherglocke (Taufglocke), a1, 450 kg

Friedensglocke[Bearbeiten]

Am 24. September 2004 wurde anlässlich der Glockentage in Karlsruhe die große Friedensglocke in der Glockengießerei Bachert gegossen. Die künstlerische Gestaltung der Glocke übernahm Emil Wachter. Die Karlsruher Friedensglocke ist die größte Kirchenglocke Baden-Württembergs.[3]

1000 Personen haben sich an den Kosten der Glocke beteiligt und sind als Spender eingraviert. Täglich um 12 Uhr mahnt sie für rund fünf Minuten ans Gebet für den Frieden. Am darauffolgenden Tag wurde auf dem Marktplatz von Karlsruhe eine kleinere Friedensglocke mit 320 kg und dem Ton c2 für das Straßburger Münster gegossen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Heinz Schmitt (Hrsg.): Diverse. In: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715–1945. 2 Auflage. 7, Karlsruhe 1989, ISBN 3-7617-0264-7, S. 686 (Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs).
  2. Die Klais-Orgel der Christuskirche Karlsruhe. Website zur Orgel unter Verantwortung des Kantorats der Christuskirche. Abgerufen am 1. Februar 2011.
  3. 100 Jahre Glockenguss in Karlsruhe – Guss der Friedensglocke für die Christuskirche. Website der Europäischen Glockentage. Abgerufen am 1. Februar 2011.
  4. Glockenguss der ersten Europäischen Friedensglocke – Öffentlicher Glockenguss auf dem Marktplatz bei Nacht. Website der Europäischen Glockentage. Abgerufen am 1. Februar 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Christuskirche (Karlsruhe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.0113888888898.3869444444444Koordinaten: 49° 0′ 41″ N, 8° 23′ 13″ O