Constantin Zureik

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Constantin Zureik oder Zureiq (arabisch ‏قسطنطين زريق‎ Qustantin Zuraiq; * 18. April 1909 in Damaskus, Vilâyet Syrien, Osmanisches Reich; † 11. August 2000 in Beirut, Libanon) war ein berühmter und einflussreicher syrisch-arabischer Intellektueller, der zu den Pionieren des arabischen Nationalismus zählte. Zusammen mit Georges Habache gründete Zureik in den 1950er Jahren die Arabische Nationalistische Bewegung.[1]

Leben und akademische Karriere[Bearbeiten]

Constantin Zureik wurde 1909 in eine griechisch-orthodoxe Christenfamilie hineingeboren. Er erhielt seine Grundschul- und Sekundärbildung in den orthodoxen Schulsystemen und galt als wissbegierig sowie intelligent. Er setzte seine Bildung an der Amerikanischen Universität Beirut (université américaine de Beyrouth) fort, und erhielt 1930 seinen PhD an der Princeton-Universität. Direkt danach begann er zu lehren und wurde Professor für Geschichte an der Amerikanischen Universität Beirut.[2]

Im August 1933 gründete er mit Faride Zeineddine, Darwisch Miqdadi und etwa 50 weiteren in Quara'il in den libanesischen Bergen die Liga der Nationalen Aktion, die gegen den französischen Kolonialeinfluss kämpfte. Das politische Establishment in Syrien wurde damals von Landeigentümern und im ottomanischen Reich ausgebildeten Politikern dominiert. Die Liga der Nationalen Aktion wurde von Professoren, Rechtsanwälten und Beamten geführt, die nicht auf den Gütern ihrer Eltern lebten, sondern versuchten selbständige Berufskarrieren zu entwickeln. Ihre Mitglieder hatten sämtlich in Europa und den US-amerikanischen Universitäten im Mittleren Osten studiert. Zureik engagierte sich in dieser Liga, zu der auch Sabri al-Asali, Zaki al-Arsuzi und Munir al-Adschlani gehörten. Sie erlangte 1933 eine gewisse Popularität, die aber mit dem Tod des charismatische Führers Abdul Razzaq al-Dandaschi (1899-1935) endete.[3]

Nachdem er seinen PhD erhielt, fokussierte Zureik seine Ziele innerhalb der Lehre und der Politik. Zusammen mit seiner Arbeit in der Professur wirkte Zureik 1945 gleichzeitig als Erster Berater der Syrischen Gesandtschaft in den Vereinigten Staaten, und war Delegierter zum VN-Sicherheitsrat sowie zur Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahre 1946.[2]

Nach seinem diplomatischen Dienst wurde Zureik 1949 zum Präsidenten der Universität Damaskus ernannt. Später, im Jahre 1952, nahm Zureik das Angebot an, Vizepräsident der Amerikanischen Universität Beirut zu werden, von 1954 bis 1958 war er übergangsweise auch Präsident. Er vollendete seine Bildung, indem er 1967 seine Doktorwürde in Literatur an der Universität Michigan erhielt.[2]

Entwickler des arabischen Nationalismus[Bearbeiten]

Constantin Zureik drückte als einer der Ersten die Notwendigkeit der arabischen Einheit aus und betonte den dringenden Bedarf, die stagnierende arabische Gesellschaft durch rationales Denken zu verändern, und Denk- und Handelsmethoden radikal anzupassen. Zureik entwickelte verschiedene Ideen, wie die der "arabischen Mission" und der "nationalen Philosophie", welche zu Schlüsselkonzepten der arabisch-nationalistischen Denker wurden. In den letzten Jahren seines Lebens war er ein starker Verfechter einer intellektuellen Reform der arabischen Gesellschaft, und betonte dabei die Wichtigkeit des Rationalismus sowie einer ethischen Revolution.

Hauptwerke[Bearbeiten]

  • On National Awakening (1939)
  • What is to be done? An address to the rising Arab generations (1939)
  • The Arab Consciousness (1939)
  • The Meaning of Disaster (1948)
  • Facing History (1959)
  • We and History (1959)
  • In The Battle For Culture (1964)
  • Facing The Future (1977)
  • What to Do? (1998)

Literatur[Bearbeiten]

  • Atiyeh, George. Arab Civilization: Challenges and Responses: Studies in Honor of Constantine K. Zurayk, State University of New York Press (Aug. 1988).
  • Charif, Maher. Rihanat al-nahda fi'l-fikr al-'arabi, Damaskus, Dar al-Mada (2000).
  • Kassab, Elizabeth Suzanne. Contemporary Arab Thought: cultural critique in comparative perspective. New York: Columbia University Press, 2009. 65-73. Print.
  • Khashan, Hilal. Arabs at the Crossroads: political identity and nationalism. 1. Ed. Ausg. 1 Gainesville, FL: University Press of Florida, 2000. Print.
  • Patai, Raphael. The Arab Mind. 1. Ausg. 1 New York City: Charles Scribner's Sons, 1973. 259-262. Print.
  • Rejwan, Nissim. Arabs Face the Modern World: religion, cultural, and political responses to the West. 1. Ed. Ausg. 1 Gainesville, FL: University Press of Florida, 1998. Print.
  • The International Who's Who of the Arab World. 2. Ed. Ausg. 1 London, England: International Who’s Who of the Arab World Ltd, 1984. Print.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [وفاة الكاتب والمفكر اللبناني السوري الأصل قسطنطين زريق | البوابة www.albawaba.com]
  2. a b c The International Who's Who of the Arab World.
  3. Sami M. Moubayed: Steel & Silk: Men & Women Who Shaped Syria 1900–2000. Cune Press, 2006, ISBN 1-885942-41-9, S. 204–205.