Cyrix

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Cyrix Corporation
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Rechtsform Corporation
Gründung 1988
Auflösung 11. November 1997
Sitz Richardson (Texas), Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA
Mitarbeiter ca. 300
Branche Mikroelektronik
Website http://www.cyrix.com/ (archivierte Seite vom 29. Mai 1998)

Cyrix war ein US-amerikanisches Unternehmen mit Hauptsitz in Richardson (Texas), das Mikroprozessoren für PCs entwickelte. Gegründet wurde Cyrix 1988 von ehemaligen Mitarbeitern von Texas Instruments.

Cyrix war eine sogenannte fabless company, besaß also keine eigenen Fertigungsstätten. Stattdessen ließ man im Auftrag bei Texas Instruments, SGS-Thomson bzw. ST Microelectronics und IBM, später dann bei National Semiconductor und am Schluss bei TSMC fertigen. Dieser Umstand hatte zur Folge, dass Cyrix-Prozessoren häufig auch von den Fertigungspartnern unter deren Namen verkauft wurden. Vor allem die IBM-Versionen dieser Prozessoren wurden sehr bekannt.

Die ersten Produkte der Firma waren mathematische Koprozessoren für 8086-Prozessoren. 1992 brachte man dann mit dem Cx486SLC den ersten vollwertigen x86-Mikroprozessor auf den Markt. Da Cyrix auf kein Patentaustauschabkommen mit Intel zurückgreifen konnte, wurden im Gegensatz zu AMD alle Prozessoren komplett selbst entwickelt und waren nur kompatibel zu den Intel-Prozessoren. Aufgrund der eigenen Architektur kam es häufig zu Problemen mit Mainboards und Anwendungssoftware, was Cyrix einen eher schlechten Ruf einbrachte.

Geschichte[Bearbeiten]

Cyrix 486 DX2 66MHz
Cyrix 5x86
Cyrix 6x86-PR166+GP
Cyrix III

Der bereits genannte Cx486SLC erschien im Juni 1992 und war zusammen mit dem Cx486DLC für 80386-Mainboards gedacht, besaß aber Merkmale der 80486-Generation. So waren mit diesen Prozessoren relativ günstige PC-Systeme möglich, da ältere Komponenten benutzt werden konnten. Trotzdem waren die Verkaufszahlen vor allem wegen der geringeren Leistungsfähigkeit im Vergleich zu Intels i486-Familie eher bescheiden.

Im Mai 1993 brachte Cyrix dann mit dem Cx486S ihren ersten Prozessor für 80486-Mainboards auf den Markt. Dieser entsprach dem i486SX und besaß somit keinen mathematischen Co-Prozessor. Dies kam überraschend, da Cyrix bis dahin vor allem mathematische Co-Prozessoren gebaut hatte,[1] die sich vor allem auf Grund der sehr hohen Leistungsfähigkeit - der Cyrix 387DX war bis zu zehnmal schneller als der Intel 387 - bei voller Kompatibilität gut verkauften. Im Verlauf des Jahres 1993 komplettierte man das Angebot an 80486-Prozessoren mit dem Cx486DX und dem Cx486DX2, welche den jeweiligen Intel-Pendants (i486DX und i486DX2) weitestgehend entsprachen. Allerdings wurden die Cyrix-Prozessoren mit anderen (höheren) Taktraten eingesetzt und deutlich günstiger verkauft.

Auch die Hybrid-Prozessoren Cx486SLC und DLC bekamen im September noch Nachfolger in Form des Cx486SRx² und des Cx486DRx². Beide Prozessoren entsprachen weitestgehend ihren Vorgängern, besaßen aber wie der Cx486DX2 eine interne Taktverdoppelung, wodurch wesentlich höhere Taktraten möglich wurden.

1995 kam dann mit dem Cx486DX4 ein weiteres Refresh der Cx486-Familie und mit dem Cyrix 5x86 eine sehr interessante CPU auf den Markt. Der Cyrix 5x86 (Codename M1sc) war wieder eine Hybrid-CPU, diesmal aber für 80486-Mainboards, basierte aber bereits auf dem fortschrittlichen Design des 6x86. Die CPU war damit eine perfekte Upgrade-CPU für 486er-Hauptplatinen, und es erschienen mit ihr viele Upgrade-Kits von Drittfirmen wie Evergreen.

Der bereits erwähnte Cyrix 6x86 (Codename M1) hingegen war für den Sockel 5 entwickelt worden und so Pin-kompatibel zum Intel Pentium. Zu beachten ist, dass die Integer-Leistung des 6x86 dem Intel Pentium so weit überlegen war, dass eine CPU mit nur 133 MHz schneller als ein Pentium 166 war. Deswegen wurde das sogenannte P-Rating (PR) eingeführt, damit die CPUs vergleichbar waren.

Als Reaktion auf den Intel Pentium MMX, den Intel Pentium II und den AMD K6 (alle mit MMX-Technologie), stellte Cyrix am 30. Mai 1997 den Cyrix 6x86MX (M2) vor. Diese CPU basierte zum großen Teil auf dem alten Cyrix 6x86, wurde aber mit einem größeren L1-Cache, einer verbesserten Sprungvorhersage und mit einer MMX-kompatiblen Technologie (EMMI) ausgestattet.

Alles in allem war es eine recht gute CPU, die dank der Verbesserungen im Integer-Bereich auftrumpfen konnte und wiederum eine höhere Leistung als die Konkurrenzprodukte bei gleicher Taktfrequenz erreicht. Aus diesem Grund wurde wiederum ein P-Rating benutzt. Eine weitere Änderung gegenüber dem 6x86 war die Verwendung von deutlich flexibleren Multiplikatoren: x2,5 wurde möglich und damit eine wesentlich größere Palette an Taktfrequenzen.

Bis dahin sah es technisch eigentlich ganz gut aus für Cyrix: Man hatte eine konkurrenzfähige CPU, einen relativ hohen Marktanteil und viele Patente. Finanziell lief es weniger gut: Man machte seit Jahren Verluste, der Kampf mit Intel und AMD kostete viel Geld, und letztlich hatte auch der AMD K6 viele Anhänger gewinnen können, was die Verkaufszahlen des 6x86MX drückte.

Im November 1997 wurde dann die Übernahme durch National Semiconductor bekannt gegeben. Mit NatSemi im Rücken ging man davon aus, dass Cyrix auch in Zukunft konkurrenzfähige Produkte anbieten könnte, mit dem Cayenne/Gobi-Design befand sich eine entsprechende CPU in der Entwicklung.

Am 15. April 1998 folgte dann die erste Enttäuschung: Cyrix stellte an diesem Tag den Cyrix MII vor. Diese CPU war aber nicht neu, sondern es handelte sich nur um einen umbenannten 6x86MX. Die ersten MII waren der MII-300 und der MII-333. Sicherlich waren diese CPUs nicht schlecht, die Architektur war aber schon ein Jahr alt und gegen den AMD K6-2 und den Intel Pentium II konnte man damit – v. a. auch wegen der niedrigen Taktraten – nicht bestehen. IBM machte die Modeerscheinung der Namensänderung übrigens nicht mit und verkaufte den MII-300 und -333 weiterhin als 6x86MX-PR300 und 6x86MX-PR333.

Cyrix fiel zurück, die Verkäufe sackten ab. Jetzt stellte sich auch heraus, dass NatSemi mehr an System-on-a-Chips (SoC) in Form der MediaGX-Prozessoren interessiert war als an Desktop-CPUs. Das war katastrophal für die Entwicklung einer neuen Desktop-CPU. Mitte 1999 kam dann die Nachricht, dass NatSemi Cyrix an VIA Technologies (Taiwan) verkaufte. Als erste Maßnahme gab VIA die Produktion der MII-CPUs an TSMC, und dank eines Die-Shrinks auf 0,18 µm konnten die Taktraten leicht gesteigert werden, und man brachte noch den MII-366, MII-400 und MII-433 auf den Markt.

Anfang 2000 wurde dann endlich wieder eine neue CPU mit dem Namen Cyrix, der VIA Cyrix III, der Öffentlichkeit präsentiert. Diese CPU war schon so lange in der Entwicklung, dass sie gleich drei unterschiedliche Codenamen bekommen hatte: Ursprünglich war mit der Entwicklung unter dem Namen „Cayenne“ begonnen worden, als Cyrix noch selbständig war. Nach der Verschmelzung mit NatSemi wurde der Codename in „Gobi“ geändert. Aber in den gut zwei Jahren der Zugehörigkeit zu NatSemi konnte die CPU nicht fertiggestellt werden. Erst nach der Übernahme durch VIA Technologies wurde die CPU unter dem Codenamen „Joshua“ fertig.

Aufgrund der langen Entwicklungszeit konnte man eigentlich ein ausgereiftes Produkt erwarten, aber der VIA Cyrix III war nur auf dem Papier eine sehr interessante CPU für den Sockel 370 und enttäuschte in ersten Vorabtests: Instabilitäten, hohe Wärmeentwicklung und sehr niedrige Taktraten verbunden mit völlig utopischen P-Ratings (da viel zu hoch angesetzt) führten dazu, dass VIA Technologies das Joshua-Design komplett aufgab und stattdessen den von Centaur Technology entwickelten Samuel als VIA Cyrix III verkaufte.

Nachlass[Bearbeiten]

Die CPU-Technik von Cyrix wurde später nur noch in den Geode-CPUs von National Semiconductor verwendet. Die Geode SoCs basierten auf dem Design des Cyrix MediaGX und wurden von National Semiconductor leicht verbessert. Die SoC-Sparte wurde im Jahr 2003 durch AMD übernommen. AMD bot das gleiche Produkt unter dem Namen Geode GX an. 2005 wurde mit dem Geode LX eine weiter verbesserte Version des alten Cyrix MediaGX veröffentlicht. Der ebenfalls von AMD angebotene Geode NX basierte aber vollständig auf der Architektur des AMD Athlon XP.

Am 24. Oktober 2005 hat AMD die x86-Technik von Cyrix an das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technik (Chinese Ministry of Science and Technology – MOST) und an die Universität Peking für die Entwicklung von embedded und low-power x86-Komponenten lizenziert.

Heute wird die Cyrix-Technologie von ihren gegenwärtigen Inhabern nicht mehr aktiv als Marke beworben.

Mathematische Koprozessoren[Bearbeiten]

Mathematischer Koprozessor CX-83D87-GP, entwickelt 1989

Cyrix 287[Bearbeiten]

  • Cyrix 287XL(+)
  • Cyrix CX-82S87

Cyrix 387[Bearbeiten]

  • Cyrix CX-EMC87 oder AutoMATH
  • Cyrix Cx87DLC
  • Cyrix 387DX
  • Cyrix 387SX
  • Cyrix 387SL

FasMath

  • CyrixCX-83D87
  • CyrixCX-83S87
  • Cyrix 387DX+

Prozessoren[Bearbeiten]

80486 (Cyrix Cx486-Familie)[Bearbeiten]

5. Generation[Bearbeiten]

6. Generation[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cpushack.net/chippics/Cyrix/ Cyrix-Prozessoren ab 287

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cyrix microprocessors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien