Daredevil (Comic)

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Daredevil ist der Name einer Comicreihe um die gleichnamige Hauptfigur des US-amerikanischen Verlages Marvel Comics. Daredevil erschien zuerst 1964 in Daredevil #1. Im deutschsprachigen Raum ist Daredevil seit den 1970ern bekannt, hier erlangte er auch unter den Namen Devil Man, Der Dämon oder Der Teufelskerl Popularität.

Die Figur des Daredevil[Bearbeiten]

Hinter der Maske des „Daredevil“ steckt der Anwalt Matthew Michael Murdock. Murdock ist seit einem LKW-Unfall in seiner Kindheit blind. Er versuchte, einen blinden Passanten vor dem Zusammenstoß mit einem LKW zu retten, wurde selbst angefahren und mit radioaktiv verseuchter Flüssigkeit, die der LKW transportierte, übergossen. Seine vier übrigen Sinne hingegen arbeiten übermenschlich empfindlich, dank der radioaktiven Verstrahlung. Auch den Namen „Daredevil“ trägt der Held seit der Kindheit – die anderen Kinder hänselten den Jungen damit.

Bekannteste Gegenspieler sind der Superschurke „Wilson Fisk“ alias „Kingpin“ und „Bullseye“. Handlungsort ist Hell’s Kitchen in New York.

Geschichte des Comics[Bearbeiten]

Daredevil wurde 1964 von Stan Lee und dem Zeichner Bill Everett erschaffen. Zu Beginn der Comicreihe trug Daredevil noch ein gelbes Kostüm, ehe er dann in Ausgabe 6 sein typisches rotes mit dem doppelten „D“ auf der Brust erhielt. Ende der 1960er Jahre übernahm Gene Colan als Zeichner.

1979 wurde Frank Miller zunächst Zeichner, seit Ausgabe 168 auch Autor von Daredevil. Er überarbeitete die Serie und gab ihr „harte Szenarien und einen expressiven, actionbetonten Zeichenstil.“[1] Kingpin, der bis dahin eigentlich ein Antagonist von Spider-Man war, und Bullseye machte Miller zu neuen Hauptgegnern und er führte mit der Auftragsmörderin Elektra eine neue Figur ein.[2]

2001 kam der Autor Brian Michael Bendis zur Serie und entwickelte die Rolle des Superhelden weiter, indem er u. a. Daredevils Geheimidentität in der Presse entlarven und ihn letztendlich im Gefängnis enden ließ. Der aktuelle Handlungsstrang von Autor Ed Brubaker schließt an dieser Stelle an.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten hatte Daredevil seinen ersten Auftritt in Daredevil Nr. 1 im Jahre 1964. Die Serie lief bis 1998 und erreichte Heft Nr. 380. 1998 begann die Serie neu bei Nr. 1 an und lief bis Nr. 119. Im Oktober 2009 wurde in der Nummerierung auf die Nr. 500 gesprungen, was die originale Ausgabe wäre, wenn die Nummerierung der ersten Serie weitergelaufen wäre. Neben wenigen Nebentiteln wie Daredevil Annual oder Daredevil: Father hatte Daredevil in verschiedenen Serien Gastauftritte: In Fantastic Four, Spider Man, Die Rächer, Elektra, What If, Marvel Knights, Defenders oder in Marvel Comics Presents. In der Kurzserie Venom On Trial vertritt Matt Murdock, alias Daredevil, Eddie Brock, alias Venom, vor Gericht.

In Deutschland erschien die erste Daredevil-Geschichte im BSV Verlag in der Reihe HIT-Comics, Nr. 34 mit dem Titel Devil Man. Weitere Geschichten erschienen in den Nrn. 42, 50, 58, 67, 74, 82, 90, 98, 106, 124, 134, 149, 153. In neuer Gliederung und Nummerierung erschienen unter gleichem Titel die Nrn. 212 und 213. Mit dem Titel Der Dämon erschienen die Ausgaben 1 bis 4. Im Williams Verlag erschien von 1974 an Der Dämon nur noch als Zweitserie in den Heften der Fantastischen Vier, beginnend mit der Nr. 1 in jedem Heft bis zur Endnummer 124 im Jahr 1978. Seither ist Daredevil, wie er nun nach dem amerikanischen Original genannt wird, nur noch in verschiedenen einzelnen Ausgaben oder in Kurzserien erschienen, bei unterschiedlichen Verlagen wie Feest Comics, Marvel Deutschland und Panini Verlag.

Auftreten der Figur in anderen Medien[Bearbeiten]

Rezeption und Wirkung[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren war Daredevil wenig erfolgreich. In den 1980er Jahren erlangte die Serie dann mit Frank Millers neuem Stil große Popularität.[2] Dies galt auch für Miller selbst, dessen erster Comic Daredevil war und der so in die Lage versetzt wurde, mit Ronin 1983 seine erste Graphic Novel zu erschaffen.[1] Die von ihm geschaffene Elektra griff er später in Form einer eigenen Serie wieder auf.[3] Richard Reynolds nennt die 1987 mit dem Kirby Award geehrte Geschichte Daredevil - Born Again eine von Millers „breit angelegten Parabeln über die dunkle Seite des amerikanischen Traums“. Dem Zeichner David Mazzucchelli gelängge es „vorzüglich, die Stimmung einzufangen und die Szenen aus Murdocks Privatleben in eine Atmosphäre permanenter Bedrohung zu tauchen.“ Die Actionszenen seien gekonnt und lebendig mit verschiedenen Perspektiven in Szene gesetzt.[2]

Bereits 1986 war die Serie für die Geschichte Apocalypse mit dem Kirby Award ausgezeichnet worden. Sie erhielt außerdem 2003 einen Eisner Awards für den Autor Brian Michael Bendis und den Zeichner Alex Maleev. 2012 und 2013 folgten vier weitere Eisner Awards. 2007 erhielt Autor Ed Brubaker einen Harvey Award für seine Arbeit an Daredevil. Das Magazin Empire nennt Daredevil auf Platz 37 der „50 Besten Comicfiguren“. Er sei einer der ersten der düsteren, skrupellosen Antihelden von Marvel und ausgestattet mit einer reizvollen, widersprüchlichen Persönlichkeit.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Andreas C. Knigge: Comics - Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer. Rowohlt, 1996. S. 155.
  2. a b c Paul Gravett (Hrsg.) und Andreas C. Knigge (Übers.): 1001 Comics, die Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist. Zürich 2012, Edition Olms. S. 501.
  3. Andreas C. Knigge: Comics - Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer. Rowohlt, 1996. S. 158.
  4. The 50 Greatest Comic Book Characters. Hrsg.: Empire, archiviert vom Original am 5. April 2013, abgerufen am 26. April 2009.