Hell’s Kitchen (Manhattan)

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9th Avenue mit Blick auf das Time Warner Center und den Hearst Tower
Lage von Hell's Kitchen in Manhattan.

Hell’s Kitchen (auch Clinton oder Midtown West) ist ein Viertel im New Yorker Stadtbezirk Manhattan (NY). Hell’s Kitchen liegt ungefähr zwischen der 34. Straße und der 57. Straße und zwischen der 8th Avenue und dem Hudson River.

Namen[Bearbeiten]

Der Name Clinton erinnert an den früheren Gouverneur DeWitt Clinton, nach dem ein Park im Viertel benannt ist. Midtown West hingegen wird vom benachbarten Geschäftsbezirk Midtown abgeleitet. Der Name Hell’s Kitchen bedeutet übersetzt: des Teufels Küche. Die Herkunft des Namens ist umstritten. Sie könnte auf Umstände hinweisen, unter denen die irischen Einwanderer im 19. Jahrhundert dort lebten. Er könnte aber auch von einem Slum in London abgeleitet worden sein. Oder der Name könnte von einer Gang stammen, die damals dort auftrat. Ein anderer möglicher Ursprung des Namens wird auch im Roman Sleepers erwähnt: in der Gegend soll einmal eine deutschstämmige Familie namens Heil gelebt haben, die dort ein Restaurant mit dem Namen Heil’s Kitchen betrieben habe. Aus Heil’s Kitchen soll dann mit der Zeit Hell’s Kitchen geworden sein.[1] In der Krimi-Drama-Serie CSI: New York wird der Name auf die hohe Kriminalitätsrate sowie die vielen Gang-Aktivitäten und Bandenkriege im Viertel während des 20. Jhs. (bis in die 1980er Jahre hinein) zurückgeführt. Die Rede ist von folgender Legende: „Ein erfahrener Cop und sein junger Kollege sehen sich einen Tumult an. Der Jüngere sagt: ‚Das Viertel ist die reinste Hölle!‘ Worauf der Ältere erwidert: ‚In der Hölle herrscht noch ein vergleichsweise mildes Klima. Das hier ist die Höllenküche.‘“ [2] Heute wird in New York eher der Name Clinton verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die große Hungersnot in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts führte zu einer Massenauswanderung von Iren in die USA. Diese siedelten sich in Armenvierteln, Slums und nicht genehmigten Siedlungen in der Peripherie der Großstädte an. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) gab es einen weiteren Bevölkerungsschub. Da es an staatlicher Ordnung fehlte, schlossen sich Einwohner in Banden und Gangs zusammen. Eine der mächtigsten war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die brutale Gopher Gang, die erst von One Lung Curran und später Owney Madden geführt wurde.[3] In den 1920er Jahren eskalierte die Gewalt. Vor allem der Wettbewerb im illegalen Alkoholgeschäft während der Prohibition führte zu erbitterten Kämpfen und tödlicher Gewalt. Owney Madden konnte sich in diesen Kämpfen durchsetzen und wurde einer der gefürchtetsten Gangster der Stadt. Nach der Einführung der Containerschiffe folgte der Niedergang der West Side-Piers. Etliche Einwohner wurden arbeitslos und rutschten ins soziale Elend ab, die Konstruktion und Fertigstellung des Lincoln Tunnels hatte ebenfalls negative Folgen für den Stadtteil[4].

Ab 1965 gründete sich die irische Mafiabande Westies, die in den 1970ern eine Allianz mit der mächtigen italoamerikanischen Mafiabande Gambino-Familie einging. Durch die Einführung des RICO-Gesetzes und die Verurteilung ihrer Anführer endete die große Zeit dieser Verbrecherbande Mitte der 1980er Jahre. Heute ist Hell's Kitchen nicht mehr nur durch die irischstämmige Arbeiterklasse geprägt. Amerikaner mit anderen ethnischen Hintergründen und Studenten sind in den letzten Jahrzehnten hinzugezogen.

Vorkommen in Kultur und Fiktion[Bearbeiten]

Personen aus Hell’s Kitchen[Bearbeiten]

Die Sängerin Alicia Keys, die Schauspieler James Cagney, George Raft, Sylvester Stallone, Josh Peck und Robert De Niro sowie die Schriftsteller Lorenzo Carcaterra und Benjamin Appel stammen aus Hell’s Kitchen. Berühmte Gangster, die aus Hell's Kitchen stammen bzw. dort tätig waren, sind: Bill Dwyer, Owney Madden, Vincent "Mad Dog" Coll, Eddie McGrath, Mickey Spillane, Edward Cummiskey, Tom Devaney, James Coonan und Mickey Featherstone.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Clinton/Hell's Kitchen. Klara Madlin Real Estate, abgerufen am 18. Mai 2011.
  2. Mac zu Lindsay in CSI: NY, Staffel 8 Folge 16 "Irisches Blut" - Deutsche Erstausstrahlung vom 25. Februar 2013 auf VOX
  3. Bayor, Ronald H. and Meagher, Timothy J. (1997). The New York Irish, Seiten 217–18. JHU Press. ISBN 0-8018-5764-3.
  4. English, T.J. (2006). The Westies: Inside New York's Irish Mob, S. 39. Macmillan. ISBN 0-312-36284-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hell’s Kitchen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien