Das Eselein

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Das Eselein ist ein Märchen (ATU 430). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 144 (KHM 144) und basiert auf einer verlorenen Handschrift aus dem 14. Jahrhundert namens Asinarius.

Inhalt[Bearbeiten]

Eine Königin jammert, dass sie kein Kind hat, und gebiert einen Esel. Sie will ihn ersäufen, aber der Vater lässt das fröhliche Kind aufziehen. Es lernt vom Spielmann Laute spielen. Als es sein Spiegelbild im Wasser sieht, wandert es traurig fort zu eines Königs Schloss, wo es wegen seines Lautenspiels eingelassen, doch für sein Aussehen verlacht wird. Es verlangt, beim König zu sitzen, der zeigt ihm auch seine Tochter und gewinnt es mit der Zeit lieb, dank seines feinen Betragens. Als es traurig heim will und sich sonst nicht aufmuntern lässt, gibt er sie ihm zur Frau. In der Hochzeitsnacht streift es die Haut ab und ist ein schöner Mann. Der König hat einen Diener dort versteckt. Die folgende Nacht sieht er selbst und verbrennt die Haut. Der Jüngling will fliehen, aber der König macht ihn zu seinem Erben und sein Vater auch.

Herkunft[Bearbeiten]

Jacob Grimm exzerpierte das Märchen 1814 aus einem lateinischen Gedicht in elegischem Silbenmaß (nur seine Teilabschrift ist erhalten). In der Anmerkung vergleicht er Amor und Psyche, Melusine und Schwanenritter, wo der gebrochene Zauber Unglück bringt, nennt Märchen bei Wuk Nr. 9 und 10, in Altdeutsche Wälder 1, 165-167 und Firdusi bei Görres 2, 441. 442. Er verweist auf die Anmerkung zu KHM 108 Hans mein Igel, das sehr ähnlich ist. Vgl. auch KHM 85 Die Goldkinder, aus Grimms Irische Elfenmärchen Nr. 5 Der kleine Sackpfeifer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 239-240, 499. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1)
  • Rölleke, Heinz (Hrsg.): Grimms Märchen und ihre Quellen. Die literarischen Vorlagen der Grimmschen Märchen synoptisch vorgestellt und kommentiert. 2., verb. Auflage, Trier 2004. S. 170-183, 562. (Wissenschaftlicher Verlag Trier; Schriftenreihe Literaturwissenschaft Bd. 35; ISBN 3-88476-717-8)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Das Eselein – Quellen und Volltexte