David Mozart

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David Mozart, auch Moſzhart oder Moſzhardt (* 1620, 1621 oder 1622 in Pfersee, auch Pforſe[1]; † 28. Januar 1685 in Augsburg) war ein deutscher Maurer und Baumeister der Barockzeit. Er ist der erste als Kunsthandwerker bekannte Mozart und Stammvater der Künstlerfamilie, aus der Baumeister, Bildhauer und Musiker hervorgingen – der berühmteste unter ihnen Wolfgang Amadeus Mozart. Die Schreibweise des Buchstabens ſ (s) hat ihre Wurzeln in der Karolingischen Minuskel.

Herkunft und Werdegang[Bearbeiten]

Turm von St. Peter in Dillingen

David Mozarts Vater trug den gleichen Vornamen und war Söldner (Kleinbauer) in Augsburg-Pfersee; er verstarb bereits 1625 oder 1626, als sein Sohn David noch ein kleines Kind war. Seine Mutter Anna starb 1636 und hinterließ David die Sölde in Pfersee. Der Junge kam in die Obhut seines Onkels Daniel Weller, eines Maurers, der Grundbesitz wurde zu Davids Nutzen verkauft. Bei Daniel Weller, der Augsburger Bauwart war, erlernte Mozart das Maurerhandwerk. Im Januar 1643 beantragte David Mozart das Bürgerrecht von Augsburg und erhielt es nach wenigen Tagen; seine Bürgen waren Weller und der städtische Werkmeister Carol Dietz, Nachfolger von Elias Holl. Mozart wurde 1665 Maurermeister und stand 1671 der Maurerinnung vor.

Familie[Bearbeiten]

Bereits einen Monat nach Erlangung des Augsburger Bürgerrechts heiratete Mozart Maria Negele (1622–1697) im Augsburger Dom und zog in die Jakobervorstadt. David Mozart hatte fünf Söhne und vier Töchter; alle wurden im Augsburger Dom getauft, obwohl in der Jakobsvorstadt eine eigene Pfarrei bestand. Drei seiner Söhne wurden ebenfalls Maurer, Daniel (1645–1683), Hans Georg und Franz, der Urgroßvater Wolfgang Amadeus Mozarts. David (1653–1710) trat in einen Orden ein, und Johann Michael (1653–1718) wurde Bildhauer. Die Söhne Hans Georg und Franz verbrachten aller Wahrscheinlichkeit nach ihre Lehrzeit beim Vater.

Werke[Bearbeiten]

Erhalten und sicher von Mozart sind

Der Turmaufsatz der Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau im Moos in Kicklingen (heute zu Dillingen), den Mozart 1673 fertigstellte, wurde später wieder entdernt. Ebenfalls nicht erhalten sind 1680 unter Mitarbeit seines Sohnes Hans Georg errichtete Bürgerhäuser in Dillingen. In Augsburg sind für David Mozart außer der Instandsetzung seines Wohnhauses in der Jakobervorstadt lediglich nicht näher bezeichnete Arbeiten an der Fuggerei nachweisbar.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gabriele Krist-Krug: Hans Georg Mozart (1647–1719). Barockbaumeister einer berühmten Familie aus Augsburg: Leben und Werk, Wißner, Augsburg 2006, ISBN 3-89639-522-X
  • Adolf Layer: Die Augsburger Künstlerfamilie Mozart, Verlag Die Brigg, Augsburg ohne Jahr

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heinz Schuler: Wolfgang Amadeus Mozart. Vorfahren und Verwandte, Degner, Neustadt an der Aisch 1980, ISBN 3-7686-6018-4
  2. Dillingen a.d.Donau, Bürgerhaus, Königstraße 44. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (mit Bild); abgerufen am 9. Januar 2012