Der Geschmack von Rost und Knochen

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Geschmack von Rost und Knochen
Originaltitel De rouille et d’os
Produktionsland Frankreich, Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 122 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jacques Audiard
Drehbuch Jacques Audiard,
Thomas Bidegain
Produktion Jacques Audiard,
Martine Cassinelli,
Pascal Caucheteux
Musik Alexandre Desplat
Kamera Stéphane Fontaine
Schnitt Juliette Welfling
Besetzung

Der Geschmack von Rost und Knochen (Originaltitel: De rouille et d’os) ist ein französisches Filmdrama des Regisseurs Jacques Audiard aus dem Jahr 2012.

Handlung[Bearbeiten]

Ali, Mitte zwanzig, reist mit seinem kleinen Sohn Sam nach Antibes zu seiner Schwester Anna. Obwohl diese als Kassiererin in einem Supermarkt nur wenig Geld verdient, nimmt sie die beiden auf und kümmert sich um Sam. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist nicht unproblematisch, denn Ali ist manchmal recht grob zu dem Jungen. Wegen seiner Vorliebe für Quickies vergisst er auch hin und wieder, ihn von der Schule abzuholen. Ali, der verschiedene Kampftechniken beherrscht, bekommt einen Job bei einer Sicherheitsfirma.

Eines Nachts, als er als Türsteher in einer Diskothek arbeitet, lernt er Stéphanie kennen, die bei einer Auseinandersetzung verletzt wurde. Er bringt sie nach Hause und erfährt, dass sie als Schwertwal-Trainerin im Marineland in Antibes arbeitet. Erst Monate später meldet sich Stéphanie wieder bei ihm. Sie hat mittlerweile bei einem Arbeitsunfall beide Unterschenkel verloren.

Bei seiner Tätigkeit als Wachmann begegnet Ali dem älteren Martial. Dieser installiert in großen Firmen geheime Überwachungskameras. Dass diese nicht zur Überwachung der Kunden, sondern der Mitarbeiter dienen, erfährt Ali erst später. Die beiden freunden sich an, und Ali beginnt für Martial zu arbeiten, da er dabei mehr verdient. Außerdem organisiert Martial illegale Kämpfe und bietet Ali an, bei diesen anzutreten. Ali lässt sich darauf ein.

Zwischen dem ungleichen Paar entwickelt sich eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die Stéphanie dabei hilft, den Weg zurück ins Leben zu finden.

Soundtrack[Bearbeiten]

Verfasst von dem französischen Komponisten Alexandre Michel Gérard Desplat:

Nr. Titel
1. De rouille et d'os
2. Le lac
3. Le train
4. La plage
5. Marineland
6. 1er combat
7. L'hôpital
8. Stéphanie
9. Les Paris
10. L'orque
11. 2ème combat
12. Sam
13. La loi du supermarché
14. Le combattant
15. Stéphanie et Sam
16. Naissance de l'amour
17. Ali
18. Undercurrent

Kritiken[Bearbeiten]

„Audiard ist kein Message-Filmer, dafür ist er zu raffiniert. Jede Theoretisierung der Themen seines Werks schlägt immer schon auch ein bisschen daneben. Kriminelle Machenschaften von Unternehmenschefs etwa führt er nicht über die Opfer ein und auch nicht über das System, sondern über den abhängigen Mittelsmann. Dieser seitliche Einstieg ermöglicht es ihm, Machtdiskurse zu streifen, noch ehe man sich’s versieht. Er beleuchtet in aller Deutlichkeit gesellschaftliche Felder, führt sie auch ohne Umschweife und falsche Subtilität über seinen Plot und die Dialoge ein. Aber im nächsten Moment ist er immer schon weiter, im Konkreten.“

critic.de – die Filmseite[1]

„Selten wurde im Kino mit so brutaler Schönheit gezeigt, wie zwei Menschen das Lieben lernen.“

Wenke Husmann, Die Zeit[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Geschmack von Rost und Knochen wurde 2013 für zwei Golden Globes in den Kategorien „Bester fremdsprachiger Film“ und „Beste Hauptdarstellerin – Drama“ nominiert. Im Jahr zuvor hatte er eine Einladung in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes erhalten. Ebenfalls 2013 folgte der César für das beste adaptierte Drehbuch, den besten Nachwuchsdarsteller (Matthias Schoenaerts), die beste Filmmusik und den besten Schnitt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Frédéric Jaeger: Der Geschmack von Rost und Knochen. critic.de - die Filmseite, 17. Mai 2012, abgerufen am 3. Januar 2013.
  2. Wenke Husmann: Brutaler Blick auf die Schwäche des Körpers. zeit.de, 8. Januar 2013, abgerufen am 30. Januar 2013.