Der Totentanz (Ballade)

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Der Totentanz, Zeichnung von Ernst Barlach, 1924

Der Totentanz ist eine Ballade von Johann Wolfgang Goethe aus dem Jahre 1813.

Inhalt[Bearbeiten]

Die siebenstrophige Ballade handelt vom Auferstehen der Untoten aus ihren Gräbern, um sich zu Mitternacht zum höllischen Tanz zusammenfinden.

Textausschnitt:

Der Türmer, der schaut zu mitten der Nacht
Hinab auf die Gräber in Lage;
Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht:
Der Kirchhof, er liegt wie am Tage.
Da regt sich ein Grab und ein anderes dann:
Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann,
in weißen und schleppenden Hemden.

Das reckt nun, es will sich ergezen sogleich,
Die Knöchel zur Runde, zum Kranze,
So arm und so jung, und so alt und so reich,
Doch hindern die Schleppen am Tanze.
Und weil hier die Scham nun nicht weiter gebeut,
Sie schütteln sich alle, da liegen zerstreut
Die Hemdlein über den Hügeln.

Entstehung[Bearbeiten]

Johann Wolfgang Goethe schrieb dieses Gedicht um 1813, während er auf der Flucht vor den Unruhen nach den Napoleonischen Kriegen nach Teplitz reiste. Von dort schickte er das Gedicht per Post zu seinem Sohn August. Dieser ließ das Werk 1815 drucken und veröffentlichen. Ernst Barlach illustrierte die Ballade um 1924.

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