Desiderius von Langres

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Martyrium des Bischofs Desiderius von Langres (Darstellung aus dem 14. Jahrhundert)

Desiderius, frz. Didier, (Lebensdaten unbekannt[1]) war im 3. oder 4. oder um die Wende zum 5. Jahrhundert der dritte Bischof von Langres in der Champagne, Frankreich. Er wird als Märtyrer verehrt. Viele Orte und Kirchen in Frankreich tragen seinen Namen. Sein Gedenktag, der 23. Mai, ist auch der des heiligen Desiderius von Vienne, was dafür spricht, dass die Überlieferung von beiden sich vermischt hat.

Bischofsliste[Bearbeiten]

Die Liste der Bischöfe von Langres ist in ihren ältesten Teilen nur unsicher oder gar nicht datiert. Heutige Jahreszahlenangaben sind Konjekturen und unterscheiden sich zum Teil erheblich, bei Desiderius zwischen 264 und 346.

Synode von Köln[Bearbeiten]

Auf das Jahr 346 ist ein gallisches Partikularkonzil in Köln datiert, dessen Historizität umstritten ist, dessen Teilnehmerliste jedoch auch anderweitig bezeugte Angaben macht. In ihr erscheint Desiderius als Bischof von Langres.

Martyrium[Bearbeiten]

Sainte-Madeleine und das zugehörige frühere Kloster Saint-Didier, jetzt Musée d'art et d'histoire de Langres[2]

Desiderius soll bei einem Vandaleneinfall bei Langres versucht haben, den König der Angreifer zu beschwichtigen, und dafür auf offenem Feld enthauptet worden sein. Im Martyrologium Romanum wird dieses Geschehen auf den 23. Mai 407[3] datiert, 61 Jahre nach der Synode von Köln. Seine Reliquien werden in der einstigen St.-Magdalenen-Kirche in Langres, Sainte-Madeleine verehrt, die daher seit dem Spätmittelalter Saint-Didier heißt.

Patrozinien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sämtliche mit seinem Namen in Verbindung gebrachten Daten sind ungesichert und miteinander unvereinbar.
  2. Champagne-Ardenne, Haute-Marne. Langres. Eglise Saint-Didier (ancienne), actuellement musée municipal
  3. Die Jahreszahl wurde aus dem historisch gesicherten Vandaleneinfall 406/07 erschlossen.