Deutscher Hotel- und Gaststättenverband

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Deutscher Hotel- und Gaststättenverband
(DEHOGA Bundesverband)
DEHOGA-Logo
Zweck: Interessenvertretung des Gastgewerbes
Vorsitz: Ernst Fischer, Präsident
Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin
Gründungsdatum: 1949
Mitgliederzahl: 70.000
Sitz: Berlin, Deutschland
Website: dehoga-bundesverband.de

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e. V. (DEHOGA Bundesverband) ist der Branchenverband des deutschen Hotel- und Gaststättengewerbes. Mit 70.000 Mitgliedern ist er Interessenvertreter des Gastgewerbes gegenüber Politik, Medien und Öffentlichkeit. Zudem tritt er als Tarifpartner auf Arbeitgeberseite auf und führt Marketingaktionen wie die Hotelklassifizierung durch. Der DEHOGA ist auch Veranstalter der Messe Hogatec.

Gründungsgeschichte[Bearbeiten]

Durch die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges waren die bisherigen Organisationen im Wesentlichen zerbrochen. Es gab zwar einzelne Gebiete, z. B. Nordrhein-Westfalen, in denen sich der Landesverband über den Krieg und die Nachkriegswirren erhalten hatte, aber das war in den meisten Gebieten der Bundesrepublik nicht der Fall. Doch bereits 1946 bildeten sich erneut Zusammenschlüsse auf örtlicher Basis. Im selben Jahr entstanden Pläne zum Zusammenschluss des Gewerbes in den einzelnen Zonen Westdeutschlands. Diese Bestrebungen wurden verstärkt durch die Gründung von Fachzeitungen, die sich von vornherein in stärkerem Ausmaß für die Ziele des Hotel- und Gaststättenverbandes einsetzten.[1]

Im Jahr 1947 wurde in Frankfurt am Main eine Arbeitsgemeinschaft für die amerikanische und britische Zone gegründet. Diese Zweizonenarbeitsgemeinschaft, die am 16. September 1947 ins Leben trat, stand unter dem Vorsitz von Wilhelm Pörzgen, einem Hotelier aus Wiesbaden. Der Ausschuss wurde später durch einen Vertreter des Landesverbandes Bayern ergänzt. Die Gründung der Zweizonenarbeitsgemeinschaft war protokollarisch von einer größeren Anzahl Verbände unterschrieben worden: Bayern, Hessen, Württemberg, NRW, Lippe, Niedersachsen, Oldenburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Verbände der französischen Zone traten bei einer späteren Sitzung bei.[2]

Doch das Gewerbe verlangte bald einen engeren Zusammenschluss. Man wollte einen einheitlichen Verband gründen, der mit größerem Nachdruck bei den Behörden und in der Öffentlichkeit auftreten konnte. Am 6. Dezember 1949 war es soweit. In Frankfurt am Main entstand der DEHOGA. 74 Delegierte wählten Herrn Willy Pauly zu ihrem Vorsitzenden. Neben mehreren Verbänden, die im Laufe der Zeit in den verschiedenen Landesverbänden aufgegangen waren, traten auch andere Organisationen dem DEHOGA bei, z. B. der Verband des Gaststätten- und Hotelgewerbes im Saarland.[3]

Struktur des DEHOGA[Bearbeiten]

Das Präsidium, der Große Vorstand sowie die Delegiertenversammlung bilden die Organe des DEHOGA Bundesverbandes. Der Bundesverband mit Sitz in Berlin wird geführt von Präsident Ernst Fischer sowie von der Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Die Interessen der Hotellerie werden seit dem Jahr 2001 gemeinsam mit dem Hotelverband Deutschland (IHA) vertreten, einem der zwei Fachverbände des DEHOGA. Die Fachverbände des DEHOGA sind:

  • Hotelverband Deutschland (IHA)
  • Union der Pächter von Autobahn-Service-Betrieben (UNIPAS)
Landesverbände des DEHOGA

Bundesweit tätige Unternehmen und Betriebe mit überregionalen Anliegen können neben der Mitgliedschaft in den Landesverbänden direkt beim DEHOGA Bundesverband in Fachabteilungen und den oben genannten Fachverbänden Mitglied werden. Die Fachabteilungen innerhalb des DEHOGA sind:

Der Verband selbst ist in 17 Landesverbände gegliedert, welche ihre eigenen organisatorischen Infrastrukturen besitzen und die Interessen des Gewerbes in ihrer jeweiligen Region vertreten. Neben den 16 Landesverbänden in den jeweiligen Bundesländern hat der DEHOGA noch einen weiteren Landesverband, den DEHOGA Lippe. Die Landesverbände bilden die Basis des DEHOGA Bundesverbands.

Personalentwicklung[Bearbeiten]

Der DEHOGA unterstützt und fördert eine nachhaltige Qualifizierung der Mitarbeiter ihrer Mitgliedsunternehmen. Dazu unterhalten sie zwei Akademien:

Eines der besonderen Merkmale der DEHOGA-Akademien sind bundeseinheitliche Qualifikationsstandards für Köche, Servicekräfte und Hauswirtschaftsmitarbeiter.

Initiativkreis Gastgewerbe[Bearbeiten]

1996 schlossen sich führende Unternehmen der gastgewerblichen Zulieferindustrie (z. B. Lebensmittel- oder Getränkehersteller, Versicherungen, Fabrikanten von Sanitäranlagen etc.) im Initiativkreis Gastgewerbe zusammen. Der Initiativkreis ist ein Kreis von über 40 ausgewählten Unternehmen. Gemeinsam versuchen die Mitglieder und der DEHOGA, Schaden von der Branche abzuwenden, ihre Zukunft zu sichern und das Ansehen zu fördern.[4]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Dehoga vertritt die Interessen des Gaststättengewerbes gegenüber der GEMA. Die GEMA wollte ursprünglich bis Anfang 2013 die bisher elf unterschiedlichen Tarife für die Aufführung von Livemusik und solcher, die von Tonträgern abgespielt wird, in zwei Tarifen zusammenfassen. Ende 2012 verständigte sich der DEHOGA mit der GEMA auf ein Übergangsregelung für 2013. Viele Gaststätten sahen und sehen sich durch die neue Tarifstruktur in ihrer Existenz bedroht.[5]

Mitgliedschaften des DEHOGA[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahrbuch des DEHOGA 1949-1969, Hugo Matthaes Druckerei und Verlag, Stuttgart, S.7 ff.
  2. Jahrbuch des DEHOGA 1949-1969, Hugo Matthaes Druckerei und Verlag, Stuttgart, S.8.
  3. Jahrbuch des DEHOGA 1949-1969, Hugo Matthaes Druckerei und Verlag, Stuttgart, S.9.
  4. http://www.ahgz.de/maerkte-und-unternehmen/Kompetentes-Gremium,610226787.html
  5. faz.net 7. August 2012: Die Gema und die Gier der Internetgiganten