Dido (Mythologie)

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Tod der Dido (Vergilius Vaticanus, ca. 400)
Landkauf der Dido (Matthäus Merian, Historische Chronik, 1630)
Tod der Dido (Guercino, 1640)

Dido (auch Elissa oder Elyssa) war der Gründungslegende Karthagos nach eine phönizische Prinzessin.

Mythos[Bearbeiten]

Der Historiker Junianus Justinus nennt die Gründung Karthagos in Verbindung mit „Elissa“ (Dido bei den Römern), punisch „'Išt“. Elissa soll die tyrische Tochter des Königs Mutto gewesen sein. Aufgrund ihrer Verfolgung durch ihren Bruder Pygmalion gelangte sie über Zypern an den Golf von Tunis. Der Numidierkönig Iarbas versprach ihr so viel Land, wie sie mit einer Kuhhaut umspannen könne. Dido schnitt daraufhin die Kuhhaut in dünne Streifen, legte sie aneinander und konnte somit ein großes Stück Land markieren (siehe auch: Isoperimetrisches Problem). Dieser Küstenstreifen bildete die Byrsa, die Burg des späteren Karthago, die Keimzelle Karthagos. Nach der Gründung Karthagos habe sich Elissa selbst auf einem Scheiterhaufen geopfert, um der Stadt Wohlstand zu garantieren.[1] Nach einer anderen Version wollte Iarbas sie zur Ehe zwingen, daher verbrannte sie sich selbst.[1]

Der Name „'Išt“ (Elissa) ist in der punischen Onomastik mehrfach bezeugt, wobei dessen Bedeutung „die Aktive“ nicht sicher geklärt ist. In der tyrischen Onomastik ist hingegen der Name „Pygmalion“ unbekannt. Dass eine Frau eine so weitreichende Expedition leitete, entspricht nicht den damaligen Gegebenheiten und ist daher wenig glaubhaft. Ebenfalls umstritten ist das Bestehen eines „Elissa-Kultes“. Die vorherige Flucht hat außerdem legendenhafte Züge. Weitere Einzelheiten der Geschichte sind aufgrund der griechischen Volksetymologie entstanden. Insgesamt ist daher die „Quelle Justinus“ als wenig zuverlässig zu werten. Sichere Belege für die Gründung Karthagos fehlen damit vollständig.[1]

Außerdem ist der Name der Dido mit Aeneas verknüpft. Allerdings wurde diese Version erst 1000 Jahre nach Didos Tod in Vergils Aeneis veröffentlicht. Was nun folgt ist eine kurze Inhaltsangabe der von Vergil geschilderten Geschehnisse: Auf der Flucht aus Troja treibt den Aeneas ein Sturm an die Küste des neu gegründeten Karthago, dessen Königin Dido ihn gastlich aufnimmt. Auf Betreiben von Venus, der Mutter von Aeneas, die ihren Sohn auf diese Weise schützen will, und Juno, die ihn so vom verheißenen Land Italien fernhalten will, verliebt sich Dido unsterblich in Aeneas. Trotz eines Eides, den sie einst abgelegt hatte, sich nie mehr mit einem Mann einzulassen, vereinigt sie sich mit Aeneas während eines Unwetters in einer Höhle. Doch Jupiter schickt den Götterboten Mercurius, um Aeneas an seine Pflichten zu erinnern − so verlässt er Karthago, was Dido in den Suizid treibt: Sie ersticht sich mit dem Schwert des Aeneas. Doch zuvor schwört sie Rache und schafft so die Grundlage für den späteren Konflikt zwischen Rom und Karthago. Die literarische Vollendung erfuhr diese Geschichte durch Vergils Aeneis − den Gründungsmythos des Römischen Reichs.

Älteren Überlieferungen zufolge hatte Dido allerdings andere Gründe, Suizid zu begehen: Iarbas, der sah, dass Dido eine erfolgreiche Stadt aufbaute, wollte diese nun dazu zwingen, ihn zu heiraten. Von ihrem eigenen Volk dazu gedrängt, sah sie sich gezwungen, Suizid zu begehen, um ihrem verstorbenen Ehemann treu bleiben zu können.

Rezeption[Bearbeiten]

Es gibt ungefähr 90 Opern-Vertonungen des Stoffes von der unglücklichen Liebe der Dido zu Aeneas, davon etwa 40 auf das Libretto Didone abbandonata von Pietro Metastasio.[2] Zu erwähnen sind beispielsweise die Metastasio-Vertonung des deutschen Komponisten Johann Adolph Hasse sowie Dido and Aeneas des englischen Komponisten Henry Purcell.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bronze skulptur von Dido

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dido – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Werner Huss: Geschichte der Karthager (Abteilung 3, Teil 8). Beck, München 1985, ISBN 3-406-30654-3, S. 41–42.
  2. Dido, Königin von Carthago in: Reclams Opernlexikon, S. 590, © 2001 Philipp Reclam jun., Digitale Bibliothek, Band 52.