Die Fahne von Kriwoj Rog (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Die Fahne von Kriwoj Rog
Produktionsland DDR
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1967
Länge 109 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Kurt Maetzig
Drehbuch Hans-Albert Pederzani
Produktion Manfred Renger
für DEFA, KAG „Berlin“
Musik Gerhard Rosenfeld
Kamera Erich Gusko
Roland Dressel
Schnitt Brigitte Krex
Besetzung

Die Fahne von Kriwoj Rog ist ein deutscher Spielfilm von Kurt Maetzig aus dem Jahr 1967. Er beruht auf dem gleichnamigen Roman von Otto Gotsche, der sich auf wahre Begebenheiten stützt.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt im Jahr 1945. Verschiedene Charaktere des Filmes, unter ihnen die Brosowskis, tragen zwischen deutschen Panzerwracks die „Fahne von Kriwoi Rog“ den sowjetischen Truppen entgegen. Diese Szene wird immer wieder aufgegriffen und bereitet den Zuschauer auf eine neue Erzählperspektive vor. Die Erzähler befinden sich alle in der Brosowski-Familie.

Der erste Rückblick in das Jahr 1929 nach Gerbstedt, ein Bergbaugebiet in Sachsen-Anhalt. Otto Brosowski sen. wird beauftragt, einen Brief an die sowjetischen Kumpel in Kriwoj Rog zu schreiben und ihnen ihre Arbeitsverhältnisse zu schildern. Durch diese Autorenschaft wird er von seinem Arbeitgeber, der Mansfeld AG, schikaniert und unter einem Vorwand entlassen.

Kurze Zeit später erhält Brosowski sen. eine Rückantwort von den Kumpel aus der Sowjetunion. Beigelegt ist eine Fahne des dortigen Bergbaukombinats. Sie erhält von nun an bei den Menschen in der Stadt große Symbolkraft und wird bei verschiedenen Anlässen gezeigt, so u. a. bei der Beisetzung des örtlichen kommunistischen Parteisekretärs, der bei einem SA-Überfall erschlagen wurde.

Illegalität, Flucht, Folter und Angst vor dem nationalsozialistischen Terror wird ebenso dargestellt, wie das ständige Verstecken der Fahne, die erst in der Nachkriegszeit wieder auftaucht und ein letztes Mal verteidigt werden muss. Dieses Mal gegen die amerikanischen Besatzungstruppen.

Produktion[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden unter anderem im Kupferschieferrevier in Mansfeld statt.[1] Der Film erlebte am 25. Oktober 1967 im Eislebener Kino Capitol seine Premiere und kam am 27. Oktober 1967 in die Kinos der DDR. Am 8. Mai 1970 wurde der Film auf DFF 1 erstmals im Fernsehen der DDR gezeigt und erschien 2008 auf DVD.

Kritik[Bearbeiten]

Die zeitgenössische Kritik merkte an, dass es dem Film „künstlerisch geglückt [sei], die Wurzeln dieser traditionellen Freundschaft [zur Sowjetunion] zu zeigen […]“; zudem wurde der „hochvergnügliche… Geist und Ton“ des Films hervorgehoben.[1] „Im Sog von Jutkewitschs Lenin in Polen erhält das Individuelle, Private ungewöhnliche Farbigkeit: die tragenden Figuren präsentieren sich mit kauzigen Ecken und Kanten“, so die Filmkritik.[2]

Frank-Burkhard Habel befand, dass der Film trotz der ideologisch gefärbten Buchvorlage „doch ein genau beobachtetes Bild aus Arbeiterfamilien im mitteldeutschen Industrierevier [vermittelt; er] hat sowohl Pathos als auch Humor und ist vom dokumentaren Stil beeinflußt.“[3] Auch Klaus Wischnewski schrieb, dass Szenarist Hans-Albert Pederzani und Regisseur Kurt Maetzig den Film über weite Strecke in „dokumentarem Stil [drehten], trotz manch gehörter agitatorischer Parts aufrichtig und glaubhaft. Auch hier: Deutsche Geschichte von unten, mit Retuschen aus der neuen Sicht von oben.“[4] Für den film-dienst war Die Fahne von Kriwoj Rog ein „überwiegend eindrucksvoller und historisch aufschlussreicher Film, der sein propagandistisches Thema menschlich gestaltet.“[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt in der DDR das Prädikat „Besonders wertvoll“.[6] Im Jahr 1967 wurde Die Fahne von Kriwoj Rog mit dem Filmpreis des Jugendmagazins Neues Leben ausgezeichnet.[7]

Das Filmkollektiv von Die Fahne von Kriwoj Rog – Kurt Maetzig (Regisseur), Hans-Albert Pederzani (Szenarist), Erwin Geschonneck (Hauptdarsteller), Marga Legal (Hauptdarstellerin) und Erich Gusko (Kameramann) – wurde am 3. Oktober 1968 mit dem Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur, 1. Klasse, ausgezeichnet.[8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Beutelschmidt: „Die Fahne von Kriwoj Rog.“ Materialien zu Adaptionsgeschichte eines Kanontextes der frühen DDR-Literatur. In: Thomas Beutelschmidt, Rüdiger Steinlein: Realitätskonstruktionen, Faschismus und Antifaschismus in den Literaturverfilmungen des DDR-Fernsehens. Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2004, S. 53–100.
  •  F.-B. Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 156–157, DNB 961152435.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gert Billing: Journal über einen Film. In: Weltbühne, Nr. 47, 1967.
  2. Helmut Regel in: Filmkritik, Nr. 9, 1969.
  3.  F.-B. Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 157, DNB 961152435.
  4. Klaus Wischnewski: Träumer und gewöhnliche Leute 1966 bis 1979. In: Ralf Schenk (Red.), Filmmuseum Potsdam (Hrsg.): Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946–1992. Henschel, Berlin 1994, S. 216.
  5. Die Fahne von Kriwoj Rog im Lexikon des Internationalen Films
  6. Vgl. Die Fahne von Kriwoj Rog auf progress-film.de
  7. Vgl. Die Fahne von Kriwoj Rog auf defa.de
  8. Vgl. defa.de