Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse

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Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse ist ein historisch-biographischer Film der DDR-Filmproduktionsgesellschaft DEFA, der 1955 unter der Regie von Kurt Maetzig entstand. Im Jahr 1954 erschien der erste Teil Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse.

Handlung[Bearbeiten]

Das Werk beginnt 1930 und endet mit der Ermordung Thälmanns im Jahr 1944. Im Mittelpunkt der Handlung stehen der Kampf um die Einheitsfront der deutschen Arbeiter gegen die Nationalsozialisten, Thälmanns Verhaftung nach der Machtergreifung Hitlers und die 11 Jahre Haft, welche er heldenhaft erträgt. Zur tragenden Gestalt des zweiten Teils wird Ännes Mann Fiete Jansen, der bereits im ersten Teil als Freund und Kämpfer an Thälmanns Seite stand. Er kämpft in Spanien für die Sache des Volkes und später in den Reihen der Roten Armee, wo er für eine schnelle Beendigung des faschistischen Krieges eintritt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Werk kann als einer der wichtigsten Propagandafilme der DDR gewertet werden.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Reclams Lexikon des deutschen Films (1995): „Der zweiteilige Film wurde als 'Hohelied der Arbeitersolidarität' konzipiert und zielte auf Pathos und Denkmalpflege. Aus der heroisierenden Darstellung Ernst Thälmanns, dem Günther Simon auch menschliche Züge verlieh, und seiner Kampfgefährten erwuchs ein agitierend-pathetisches Zeit-Bild.
  • Lexikon des internationalen Films: „Voller historischer Unrichtigkeiten und Verfälschungen, dazu auch inszenatorisch schematischer und hölzerner als der erste Teil. Der Film, eine Selbstbestätigung der SED, die sich als Vollstreckerin der hehren Ideale von Thälmann sah, ist bestenfalls als zeitdokumentarischer Beleg für die Prinzipien des sozialistischen Realismus interessant.
  • Die Zeit: "Dem Hauptdarsteller Günter Simon gelingt es freilich genausowenig wie im ersten Teil des Filmes, aus dem Heldenidol Teddy – wie Thälmann populär genannt wird – einen Menschen aus Fleisch und Blut zu machen. Als wandelnder Lautsprecher des Agitators bewegt er sich statuarisch durch sämtliche Szenen, und aus seinem Munde kommen spruchbandartig nur kraft- und bedeutungsvolle Phrasen. Auch Wilhelm Pieck darf zweimal eine Rede halten: 1932 nach den Wahlen und 1944 über den Grabenlautsprecher der sowjetischen Linien. Walter Ulbricht (dargestellt durch einen Schauspieler, der im ersten Teil ausgerechnet die Rolle Paul Lobes spielte), spricht, wie es sonst gar nicht seine Art ist, in gewähltem Hochdeutsch nur einige wenige Sätze, erscheint dafür aber, entgegen aller historischen Wahrheit, als Initiator eines mißglückten Versuchs zur Befreiung Thälmanns aus dem Gefängnis. In Wirklichkeit hielt er sich damals nicht, wie es der Film zeigt, in Berlin auf, sondern als Chef der KPD-Auslandsleitung in Paris. Von dort ließ er die von anderer Seite vorbereitete Aktion vorzeitig abblasen, da ihm Thälmann als Märtyrer im Kerker für die Partei nützlicher schien und er in ihm auch ein unbequemes Hindernis auf seinem eigenen weg zur Macht loswerden wollte..."

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Stimmen zum Film[Bearbeiten]

„Die führende Idee dieser Filme (Ernst Thälmann I und II) war für mich, dass dieser Arbeiterführer Ernst Thälmann gesagt hatte: ‚Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, und wer Hitler wählt, wählt den Krieg.‘ Allein diese klare Aussage rechtfertigte den Film, der aber in vielen Einzelheiten von der stalinistischen Geschichtsauffassung geprägt ist. (…) Der Film versucht, Thälmann auf einen Sockel zu stellen. Und das halte ich für falsch, hielt ich übrigens damals schon. (…) Ich habe den Film gemacht, und der erste Teil ist meiner Meinung nach in Grenzen ansehbar und hat auch künstlerische Qualitäten, während der zweite Teil mehr und mehr abfällt wegen der Überfülle des Stoffes und der Idealisierung der Gestalt. In vielen Punkten ist er mir einfach peinlich.“

Kurt Maetzig

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hg.), Spur der Filme, Zeitzeugen über die DEFA, Berlin 2006.
  • Heinz Kersten, Das Filmwesen in der Sowjetischen Besatzungszone, Bonn 1954.
  • Sandra Langenhahn: Ursprünge und Ausformung des Thälmannkults. Die DEFA-Filme "Sohn seiner Klasse und "Führer seiner Klasse", in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Leit- und Feindbilder in DDR-Medien (Schriftenreihe Medienberatung Heft 5), Bonn 1997, S. 55-65. ISBN 3-89331-250-1

Weblinks[Bearbeiten]