Die Spur der Jäger

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für andere Bedeutungen, siehe Jäger (Begriffsklärung)
Filmdaten
Deutscher Titel Die Spur der Jäger
Originaltitel Jägarna
Produktionsland Schweden
Originalsprache Schwedisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 113 Minuten
Stab
Regie Kjell Sundvall
Drehbuch Kjell Sundvall
Björn Carlström
Produktion Björn Carlström
Joakim Hansson
Musik Björn J:son Lindh
Kamera Kjell Lagerroos
Schnitt Darek Hodor
Besetzung

Die Spur der Jäger (im Original Jägarna) ist ein schwedischer Kriminalfilm von Kjell Sundvall aus dem Jahr 1996. Die Uraufführung in Deutschland am 28. Februar 1997 im Bezahlsender Premiere statt. Die Uraufführung im Free-TV fand am 16. März 1998 im ZDF statt. Der Film kam in seiner Video-Premiere am 2. Mai 2001 unter dem Titel The Hunters – Jäger des Todes heraus.

Handlung[Bearbeiten]

Erik, ein Polizist in Stockholm, fährt zum Begräbnis seines Vaters nach Norrbotten, einer Provinz im Norden Schwedens, an der finnischen Grenze. Bei der Trauerfeier trifft er seinen Bruder Leif, der all die Jahre im Ort beim Vater geblieben ist und dafür seinen Traum, Opernsänger zu werden, aufgegeben hatte.

Erik, der im Dienst einen Mann erschossen hat und darunter leidet, zieht im Haus seines Vaters ein und tritt bei der örtlichen Dorfpolizei seine neue Stelle an. Er genießt die Zeit wieder zu Hause zu sein und Aktivitäten mit seinem Bruder zu unternehmen. Sie gehen wandern und angeln und unterhalten sich über die alten Zeiten. Die Presse feiert Erik sogar als Heimkehrer des Jahres. Für die Leute hier ist er ein Held, seit in Ausübung seines Dienstes auf ihn geschossen wurde. Allerdings stellt sich nach der Testamentseröffnung heraus, dass vom Erbe seines Vaters, außer dem Haus, nichts mehr übrig ist und er streitet sich mit Leif. Er muss auch feststellen, dass sein Bruder ihm fremd geworden ist und seinen eigenen Hund einfach so erschießt, nur weil dieser nicht gleich auf ihn hört.

Als Erik mit dem Auto unterwegs ist, trifft er auf Leifs besten Freund, den Halbfinnen Tomme, der mit einigen Jagdfreunden auf Tour ist. Er verdächtigt ihn illegale Rentier- und Elchjagden zu veranstalten. Die örtliche Polizei hatte bisher kein Interesse, der Wilderei nachzugehen und wurde dafür bereits von der Presse kritisiert. Erst als Erik in Tommes Auto illegale Waffen findet, greift die Polizei endlich ein. Erik beschattet weiterhin Tomme und findet in seinem Haus Gewehre und Tierkadaver in großer Zahl. Bevor Erik das Haus verlassen kann, wird er zusammengeschlagen. Daraufhin lässt er alle daran Beteiligten vorladen. Jedoch kann jeder ein Alibi vorweisen und selbst Eriks Vorgesetzter ist nicht bereit gegen die Wilddiebe zu ermitteln. So muss Erik feststellen, dass hier alle zusammenhalten und er einen schweren Stand hat. Für die Presse ist er der Einzige der behauptet, dass hier eine organisierte Kriminalität vorliegt. Daraufhin distanzieren sich die Bevölkerung und auch seine Kollegen von ihm.

Leif, der sich inzwischen als Initiator der Jagden entpuppt, will aufgrund des Ermittlungsdrucks das Geschäft aufgeben, doch viele seiner Kumpane haben einen kostspieligen Lebenswandel entwickelt und brauchen das Geld. Tomme will eine riesige Jagd auf die Beine stellen, um den Verlust durch Leifs Rückzug wieder auszugleichen. Tomme erschießt dabei versehentlich einen russischen Beerensammler und versenkt die Leiche in einem See. Eine andere Sammlerin ist Zeugin und wird daraufhin von Leif getötet, doch auch diese Tat wird beobachtet. Der geistig behinderte Ove, ein Jugendfreund Eriks, ist zufällig im Wald und nimmt mit Entsetzen alles wahr, aber rührt sich nicht in seinem Versteck, sodass keiner der Männer ihn bemerkt. Hakan, ein Mitglied der Jagdgruppe meint, das alles können sie doch nicht verheimlichen, aber Leif und Tomme beschließen, der Polizei nichts zu sagen.

Aufgrund von Eriks Anschuldigungen, die sich auch gegen die Polizei richtet, beginnt eine interne Untersuchung der Polizei. Die Staatsanwältin Anna, die mit der Aufgabe betraut wurde, stößt ebenfalls an ihre Grenzen solange die Bevölkerung die Männer deckt. Die mangelhafte Spurensicherung an den Tatorten erschwert die Untersuchung ebenfalls. Einen Teilerfolg erreicht sie jedoch, als es Erik gelingt, ein nichtregistriertes Gewehr ausfindig zu machen. Daraufhin wird einer der Dorfpolizisten, der das Gewehr versteckt hatte, vom Dienst suspendiert.

Erik erkennt, dass ihm sein Bruder etwas verheimlicht. Er muss ihn auch gewaltsam zur Ordnung rufen, als dieser seine philippinische Freundin Nena beleidigt. Sie bestätigt Erik in seiner Arbeit, doch die Bevölkerung ist immer noch anderer Meinung. Auf der öffentlichen Ehrung zum Heimkehrer des Jahres wird die Auszeichnung von allen nur schweigend hingenommen und niemand applaudiert. Während Erik noch auf der Ehrungsfeier ist, vergreifen sich die fünf Wilderer an Nena, die daraufhin verschwunden ist. Als die tote Beerensammlerin gefunden wird, befürchtet Erik schon, dass es Nena sein könnte. Das Waldgebiet wird abgesucht und Erik findet Schnitzspuren, die nur von dem behinderten Ove stammen können. So befragt er ihn und muss erfahren, dass sein eigener Bruder die Frau getötet hat und dass es noch ein Opfer gibt. Die Polizei findet daraufhin das Auto mit der zweiten Leiche im See. Erik drängt Ove, zuhause zu bleiben und alle Türen zu verschließen und nur ihm öffnen, wenn er morgen zu ihm kommt. Doch Ove wird zuvor von Leif und seinen Leuten in den Wald gelockt, wo er mit ihnen angeblich einen Elch schießen soll. Erik und die Staatsanwältin kommen zu spät, sie finden Ove, der „versehentlich“ erschossen wurde. Da alle fünf geschossen haben, kann man niemanden für den Jagdunfall zur Rechenschaft ziehen.

Da nun Ove als der einzige Zeuge gegen die Wilderer und Mörder nicht mehr zur Verfügung steht, bleibt Erik nur seinen Bruder davon zu überzeugen sich zu stellen, oder das Gewehr zu finden, mit dem der Beerensammler erschossen wurde. Dabei lauert ihm Tomme auf und versucht ihn zu töten. Erik kann ihn jedoch überwältigen und der Justiz übergeben. Dabei gibt Tomme zu den Beerensammler aus Versehen erschossen zu habe, aber die ermordete Frau hätte Leif zu verantworten. Erik ist nicht in der Lage, seinen Bruder anzuzeigen. Außerdem will er von ihm wissen, was sie mit Nena gemacht hätten und wo sie sei. Nach diesem letzten Gespräch verspricht Leif sich der Polizei zu stellen. So macht sich Erik auf den Weg zurück nach Stockholm. Als er sich noch einmal umdreht, explodiert das Haus, in dem Leif aus Verzweiflung Selbstmord verübt hat.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der mit einem Budget von 17 Millionen schwedischen Kronen ausgestattete Film[1] ist einer der größten Kassenerfolge in Schweden.[2]

Regisseur Kjell Sundvall drehte zwischen 1998 und 2007 10 Folgen der Kriminalreihe Kommissar Beck. Thomas Hedengran gibt in diesem Film sein Debüt in einem Spielfilm, Joakim Hansson sein Debüt als Filmproduzent.

Filmemacher aus Hollywood wollten die Rechte an dem Film kaufen, um ein Remake zu drehen. Kjell Sundvall stand dem erstmal grundsätzlich positiv gegenüber, aber als er erfuhr, dass die Grundzüge der Handlung in einen Cowboy-Film übertragen werden sollen,[...] lehnte er ab.[3]

Fortsetzung[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 begannen die Dreharbeiten für eine Fortsetzung des Filmes. In der Hauptrolle ist erneut Rolf Lassgård zu sehen, die Regie übernahm wieder Kjell Sundvall. Kinostart war im Drehort Överkalix am 14. August 2011, in ganz Norrland am 2. September 2011, im Rest Schwedens am 9. September 2011.

Kritiken[Bearbeiten]

„Kriminalfilm, der den aufrechten Kampf des Einzelnen gegen eine verschworene kriminelle Gemeinschaft zeigt.“

Lexikon des internationalen Films

Bei Moviepilot.de meint man: „Es ist ein durchaus spannender, logisch aufgebauter Thriller der bisweilen sogar eine emotionale Seite anklingen lässt und sozialkritische Töne anschlägt. [...] Der Bruder als Mörder wird emotional gut eingebaut. Die Suche nach Beweisen zögert das Ende noch etwas hinaus, tut der Spannung aber keinen Abbruch.“[4]

„Brutal gut.“

Cinema [5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der Verleihung des schwedischen Filmpreises Guldbagge 1997 wurde der Film in den Kategorien Beste Regie und Bester Nebendarsteller (Jähkel) ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kosten auf Internet Movie Database, abgerufen am 25. Februar 2014.
  2. Erfolg in Schweden auf zdf.de, abgerufen am 25. Februar 2014.
  3. Trivia auf Internet Movie Database, abgerufen am 25. Februar 2014.
  4. Die Spur der Jäger - Kritik auf moviepilot.de, abgerufen am 25. Februar 2014.
  5. Kurzkritik auf cinema.de, abgerufen am 25. Februar 2014.