Die drei Schwestern

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Dieser Artikel behandelt das Märchen der Brüder Grimm, für weitere Bedeutungen siehe Drei Schwestern.
Die drei Schwestern; Darstellung von Alexander Zick

Die drei Schwestern ist ein Märchen (ATU 552, 302). Es stand in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm nur in der 1. Auflage von 1812 an Stelle 82 (KHM 82a) und stammt aus Johann Karl August Musäus' Die Bücher der Chronika der drey Schwestern von 1782.

Inhalt[Bearbeiten]

Ein König vertut seinen unermesslichen Reichtum, bis er in einem Waldschloss von Kartoffeln leben muss. Einmal will er im Wald einen Hasen jagen, wo schreckliche Tiere sein sollen. Gerade will er Kartoffeln essen, da kommt ein Bär, der ihn fressen will, weil er bei seinem Honigbaum sitzt. Nur für seine älteste Tochter, die er nach sieben Tagen abholen will, gibt er ihm sogar einen Zentner Gold. Der König plant, ihn zu betrügen, doch es kommt in aller Frühe ein schöner Prinz mit prächtigem Wagen, sechs Pferden und goldenen Reitern und führt die Tochter in den Zauberwald, dass der Vater nur noch nachrufen kann: ”Ade! Du Fräulein traut, / Fahr hin, du Bärenbraut!” Dafür findet er einen Zentner Gold, womit er sein früheres Leben wieder beginnt, bis alles verbraucht ist und er wieder ins Waldschloss zurückkehren muss. So verspricht er seine zweite Tochter beim Jagen mit dem Falken einem Adler und die dritte beim Fischen einem Walfisch, die sie nach sieben Wochen bzw. Sieben Monaten holen. Über den Verlust der Jüngsten ist er so betrübt, dass er diesmal sparsam bleibt. Die Königin bekommt einen Sohn Reinald, das Wunderkind. Als er sechzehn ist, geht er seine Schwestern suchen und findet die erste in einer Bärenhöhle, die zweite in einem Adlernest und die dritte in einem Kristallpalast im See. Ihre Gatten würden ihn fressen, wenn sie ihn nicht versteckten, nur jeden siebten Tag, Woche bzw. Monat sind sie menschlich und geben ihm zum Abschied drei Bärenhaare, drei Adlerfedern und drei Fischschuppen, wenn er mal in Not wäre. Er wandert noch sieben Tage und kommt zu einem Schloss mit stählernem Tor, davor ein stählerner schwarzer Stier, an dem sein Schwert und Lanze zerbrechen. Er nimmt seine Wundergaben, da besiegt ein Bär den Stier, aus dem ein Vogel auffliegt, ein Adler schlägt ihn, doch er lässt ein Ei in einen See fallen, das speit ihm ein Fisch an Land. Darin ist ein Schlüssel, damit öffnet er das Tor und findet im hinteren Zimmer eine schlafende Jungfrau. Sie erwacht, als er eine schwarze Tafel zerbricht. Es ist die Schwester seiner drei Schwager. Sie wurden alle von einem bösen Zauberer verwandelt, weil sie ihn nicht wollte. Sie kommen heim, er heiratet sie.

Herkunft[Bearbeiten]

Grimms Text ist eine mündliche Nacherzählung von Johann Karl August Musäus' Die Bücher der Chronika der drey Schwestern (1782, Nr. 1), weshalb es ab der 2. Auflage entfiel. Der Märchenforscher Hans-Jörg Uther stellt fest, dass Wilhelm Grimm Musäus' Text um ca. 80 % kürzte, die Sätze vereinfachte und satirische Anspielungen strich. [1]

Die Handlung ähnelt auch in Giambattista Basiles Pentameron IV,3 Die drei Tierkönige. Aus Grimms Märchen vgl. KHM 88 Das singende springende Löweneckerchen, KHM 9 Die zwölf Brüder, KHM 163 Der gläserne Sarg, KHM 161 Schneeweißchen und Rosenrot, KHM 197 Die Kristallkugel.

Eine weitere Fassung Reinhald das Wunderkind erschien 1819 von Johann Andreas Christian Löhr.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 533-534. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1)
  • Hans-Jörg Uther: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019441-8, S. 469-470.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Die drei Schwestern – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uther, Hans-Jörg: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Berlin 2008. S. 469-470. (de Gruyter; ISBN 978-3-11-019441-8)