Hans-Jörg Uther

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans-Jörg Uther (* 20. Juli 1944 in Herzberg am Harz) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Erzählforscher.

Leben[Bearbeiten]

Uther studierte zwischen 1969 und 1970 an der Universität München und zwischen 1970 und 1973 an der Universität Göttingen Volkskunde, Germanistik und Geschichte. Im letzten Studienjahr legte er das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab. Seitdem ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Enzyklopädie des Märchens. 1980 promovierte er mit der Dissertation Behinderte in populären Erzählungen in Göttingen. Von 1990 bis 1992 war er dort, von 1991 bis 1994 an der Universität-Gesamthochschule Essen Lehrbeauftragter. 1994 habilitierte er sich dort in Germanistik, Literaturwissenschaft und Volksliteratur. In den Jahren 1989 bis 2002 war er Herausgeber der Reihe Die Märchen der Weltliteratur des Eugen Diederichs Verlags, seit 1988 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift Fabula. Seit 2000 ist er schließlich Extraordinarius für Germanistik und Literaturwissenschaft in Essen.

Er ist seit 1992 korrespondierendes Mitglied der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach und seit 1993 Folklore Fellow (Full Member) der Finnischen Akademie der Wissenschaften zu Helsinki. Seit 2010 ist Uther Arbeitsstellenleiter der Arbeitsstelle der Enzyklopädie des Märchens und wissenschaftlicher Beirat der Brüder Grimm-Gesellschaft Kassel.

Uther publizierte zur komparatistischen und historischen Erzählforschung, zur Kinder- und Jugendliteratur, zur volkskundlichen Bildforschung sowie zur Typen-, Stoff- und Motivforschung. Außerdem hat er 1996 und 2004 zwei wichtige Editionen von Grimms Märchen herausgegeben. 2004 erschien seine Überarbeitung des Aarne-Thompson-Index'.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Behinderte in populären Erzählungen. Studien zur historischen und vergleichenden Erzählforschung. Berlin 1981 (Fabula/Supplement-Serie Band 5).
  • Katalog zur Volkserzählung. Spezialbestände des Seminars für Volkskunde und der Enzyklopädie des Märchens. 2 Bände. München u.a. 1987.
  • Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm, Berlin 2008

Literatur[Bearbeiten]

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2005. Band III, Schi-Z. München 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Professor Dr. Hans-Jörg Uther erhält höchste geisteswissenschaftliche Auszeichnung der Philipps-Universität Marburg, Pressemeldung, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 27. November 2010, abgerufen am 10. Dezember 2010