Dominikus von Silos

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Kreuzgang (claustro) des Klosters Santo Domingo de Silos

Dominikus von Silos – ursprünglich Domingo Manso – (* um 1005 in Cañas bei Logroño; † 20. Dezember 1073 in Santo Domingo de Silos) ist ein in Spanien sehr populärer Heiliger der Katholischen Kirche.

Biografie[Bearbeiten]

Der Überlieferung zufolge entstammte Dominikus einer wohlhabenden Familie. In seiner Jugend hütete er das Vieh seiner Eltern. Im Alter von 26 Jahren wurde er zum Priester geweiht; kurze Zeit später trat er in das Benediktinerkloster San Millan de la Cogolla ein. Binnen vier Jahren erneuerte er das Priorat(?) von Cañas, kehrte jedoch in das Mutterkloster zurück, wo er im Jahre 1038 zum Prior gewählt wurde. Wenige Jahre darauf geriet er mit dem König García I. von Navarra in Streit über Besitzungen des Klosters und musste ins benachbarte Königreich Kastilien fliehen. Dort übertrug König Ferdinand I. ihm die Leitung des Klosters von Silos und Dominikus führte die weltabgewandte Abtei zu einer wissenschaftlichen und kulturellen Blüte, von der das ehemalige Skriptorium und die Bibliothek noch heute Zeugnis ablegen. Das Ende der Arbeiten an dem wahrscheinlich noch von ihm in Auftrag gegebenen Kreuzgang (claustro) erlebte er nicht mehr – er starb im Jahr 1073.

Kenotaph des Heiligen im Kreuzgang des Klosters – im Hintergrund ein Relief und die Ketten von befreiten oder losgekauften christlichen Gefangenen

Heiligenverehrung[Bearbeiten]

Über die Heiligsprechung Dominikus' von Silos liegen keine Unterlagen vor – vielleicht war er einer von vielen von der Katholischen Kirche stillschweigend akzeptierten Volksheiligen. Das Kloster von Silos mit seiner Grabstätte lag nur wenige Kilometer vom spanischen Jakobsweg (Camino de Santiago) entfernt; es trug später seinen Namen und wurde zu einem bedeutenden Wallfahrtsort des Mittelalters. Dominikus von Silos wurde als Schutzpatron der Hirten und Gefangenen verehrt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Evangelist Stadler u. a. (Hrsg.): Vollständiges Heiligen-Lexikon. Directmedia Publ., Berlin 2005, (CD) ISBN 3-89853-506-1.

Weblinks[Bearbeiten]