Drehkolbenpumpe

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Foto einer Drehkolbenpumpe V-förmiger Ein- und Auslass
Förderprinzip einer Drehkolbenpumpe

Drehkolbenpumpen sind selbstansaugende oder bedingt selbstansaugende, ventillose, positive Verdrängerpumpen mit ineinanderlaufenden Drehkolben. Als Vakuumpumpen werden sie auch mit berührungslos arbeitenden Rotoren gefertigt (Roots-Gebläse).

Funktion und Aufbau[Bearbeiten]

Durch die Drehung des Rotorenpaares entsteht an der Ansaugseite, die durch die Drehrichtung des Antriebes bestimmbar ist, ein Unterdruck, wodurch das Fördermedium angesaugt wird. Das Fördermedium gelangt dann, weitergedrängt durch die Rotoren, an der Pumpenwand vorbei in den Druckbereich. Bei einer Antriebsumdrehung werden – abhängig von der Art der Rotoren – zwei bis sechs Raumfüllungen verdrängt. Bei Stillstand des Rotorenpaares schließt die Pumpe fast vollständig ab. Dies gilt für gummierte Rotoren. Bestehen die Drehkolben aus Stahl oder Edelstahl, haben diese Untermaß, um Fraß zu verhindern. Eine vollständige Abdichtung ist bei diesen daher nicht mehr möglich.

Sicherheitskammer (Quench)[Bearbeiten]

Manche Drehkolbenpumpen verfügen über eine Zwischenkammer zwischen Pumpen- und Getriebegehäuse. Diese ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, die mehrere Aufgaben erfüllt:

  • Sie wirkt als Sicherheitskammer für die Gleitringdichtung, zeigt Leckagen der Gleitringdichtung durch Überlauf an der Einfüllöffnung an und schmiert die Verbindung zwischen Wellen und Rotoren.
  • Sie verhindert das Eindringen von Fördermedium in das Gleichlaufgetriebe.
  • Außerdem schützt ein Quenchmedium vor Trockenlauf.

Varianten[Bearbeiten]

Neben den geraden Kolben in der Pumpenkammer gibt es auch Ausführungen mit gewendelten, berührungsfrei laufenden Rotoren (sogenannten Wendelkolben), wobei die dreiecks- oder trapezförmigen Kammeröffnungen exakte Dichtlinien zu den gewendelten Rotoren bilden. Durch diese Variante wird die Pulsation der Pumpe vermindert, das Fördermedium wird weniger zerstört. Die Kolben können auch mit Gummi ummantelt sein. Damit erhält man eine selbstansaugende Pumpe, die jedoch Abrieb erzeugt. Hieraus kann eine Verunreinigung des Mediums mit Kolbenabrieb entstehen.

Drehkolbenpumpe (5 m³/min) des THW

Der Rotor kann mit Klauen ausgestattet werden; dies ergibt eine höhere Kompression bei ungleichmäßigerem Ausstoß (Klauenpumpe). Das Anlaufmoment von Drehkolbenpumpen ist abhängig von ihrer Bauart: ob sich die Drehkolben gegenseitig berühren, Kontakt zur Gehäusewandung haben oder nicht.

Um eine noch bessere Produktschonung zu erreichen, gibt es auch sinusförmig gewendelte Rotorenpaare.

Förderbereich[Bearbeiten]

Eine Drehkolbenpumpe fördert in Abhängigkeit von der Viskosität des Mediums Volumenströme von etwa 1–1250 m³/h. Klauenpumpen sind bis 300 m³/h lieferbar. [1]

Eigenschaften von Drehkolbenpumpen[Bearbeiten]

  • Drehkolbenpumpen sind auch für Medien mit hohen Trübstoffgehalten geeignet und arbeiten auch bei schwankenden Feststoffanteilen zuverlässig.
  • Unterschiedliche Feststoffgehalte beeinflussen nicht die Fördermenge und die Mengenschwankungen bei durch die Feststoffmenge bewirkten Druckänderungen sind gering.
  • Aufgrund ihres großen freien Kugeldurchgangs und der niedrigen Pumpendrehzahlen sind sie gegenüber Verstopfungen, Verzopfungen und Fremdkörpern relativ unempfindlich.
  • Die Drehkolbenpumpe ist selbstansaugend oder bedingt selbstansaugend und ihre üblicherweise symmetrische Konstruktion erlaubt eine Drehrichtungs- und damit Förderrichtungs-Umkehr – ein Vorteil, der besonders für die Entleerung von Feststoffsammlern genutzt wird.
  • Eine Drehkolbenpumpe kann sowohl niedrig- als auch hochviskose Medien fördern.[2] Dadurch können sie etwa in der Zuckerindustrie sowohl für Ablauf oder Melasse als auch Kornfuß oder Magma eingesetzt werden. Dies reduziert die Kosten für die Ersatzteilhaltung sowie den Schulungsaufwand.
  • Der Wirkungsgrad von Drehkolbenpumpen ist höher als der vieler anderer Verdrängerpumpen. Das bewirkt einen geringeren Energieverbrauch als etwa bei Klappenpumpen und spart Investitionskosten bei Antrieben und Regelungen (wie etwa Frequenzumrichtern). Da die Energie den größten Anteil an den Lebensdauerkosten einer Pumpe ausmacht, ist dieser Vorteil ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Pumpenart.
  • Drehkolbenpumpen sind kompakt gebaut. Die Saug- und Druckanschlüsse liegen in einer Linie.
  • Drehkolben verfügen über eine stabile Druck-Mengen-Kennlinie: Auch bei einer Erhöhung des Förderdrucks geht der Volumenstrom nur unwesentlich zurück. Bei Kreiselpumpen hingegen fällt der Volumenstrom bei steigenden Förderdrücken rapide ab.
  • Drehkolbenpumpen arbeiten ohne Innere Verdichtung im Gegensatz zum Beispiel zu Flügelzellenpumpen. Der isentrope Wirkungsgrad ist geringer als bei Innerer Verdichtung.
  • Es gibt Konstruktionen auf fahrbaren Grundrahmen für den mobilen Einsatz.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weitere Informationen über Drehkolbenpumpen findet sich in nachfolgender Literatur:

  • W. H. Faragallah, D. Surek: Rotierende Verdrängermaschinen, 2., überarb. Aufl., Faragallah, Sulzbach, 2004, ISBN 3-929682-36-2
  • K.-H. Grote, J. Feldhusen: Dubbel, Taschenbuch für den Maschinenbau, 22., neubearb. u. erw. Aufl., Springer Verlag, Berlin, 2007 ISBN 978-3-540-49714-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Busch Druck/Vakuum Klauenpumpen
  2. http://www.herold-gefrees.de/de/drehkolbenpumpe/vorteilenachteile