Dressur

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Dieser Artikel behandelt die Erziehung von Tieren. Zur Disziplin des Pferdesports siehe Dressurreiten. Zur Dressur in der Schneiderei siehe Formbügeln.
Elefantendressur in einer Zirkusvorstellung

Als Dressur, auch Abrichten, wird die Erziehung von Tieren bezeichnet. Abrichten ist ein ausbildungsspezifischer Ausdruck für Nutztiere (aller Art, Haus-, Heim-, Zoo- und Arbeitstiere), Dressur bezieht sich meist mehr auf die öffentliche Vorführung des Ergebnisses dieser Abrichtung. Im Gegensatz zur Erziehung beim Menschen wird Tieren durch die Dressur beigebracht, auf Kommando bestimmte Handlungen auszuführen, z. B. einem Hund, dass er sich mit dem Befehl „Platz“ hinzulegen hat.

Tanzbär (um 1800)

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits im Altertum war die Zähmung wilder Tiere und die Vorführung derselben durch Dompteure bekannt. In Europa wurden die ersten Dressuren von exotischen Tieren um 1800 in Wandermenagerien gezeigt. Doch bereits zuvor existierten durch Bärenführer Vorführungen angeblich tanzender Bären.

Dressiertes Äffchen

Die Mittel der modernen Dressur sind heute unter Einhaltung des Tierschutzes Belohnungen wie Lob, Streicheln und Nahrungsgabe (Leckerli etc.). Früher wurden bei unerwünschtem Verhalten des Tieres auch Strafen (z. B. Schläge, sozialer Entzug) zur Dressur eingesetzt.

Vergleichende Verhaltensforschung[Bearbeiten]

Die Verhaltensforschung hat die Ursachen und Möglichkeiten der Dressurbereitschaft erforscht. Sie beruht demnach vor allem auf dem Prinzip der operanten Konditionierung und auf der Fähigkeit besonders höher entwickelter Tiere, durch Versuch und Irrtum und Wiederholung neue Bewegungsweisen zu erlernen, die Erfolg (in Form von sozialer Zuwendung oder Nahrung) bringen. Der Dompteur nutzt dazu in der Regel bereits vorhandene, also natürliche Verhaltensweisen der Tiere aus und verstärkt oder verändert diese.

Wird als Belohnung für erfolgreich absolviertes Training Futter verabreicht, spricht man von einer Futterdressur. Eine solche Futterdressur vollzieht sich bei vielen Haustieren auch unbeabsichtigt, wenn die Betreuer bestimmte „drollige“ Verhaltensweisen besonders häufig mit einem Leckerbissen belohnen, zum Beispiel das „Männchenmachen“ eines Kaninchens oder eines Meerschweinchens am Käfigrand.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thorpe: The types of learning (1949)
  • Konrad Lorenz: Über tierisches und menschliches Verhalten (1971)
  • Carl Hagenbeck: Von Tieren und Menschen (1940)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Dressur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Animal training – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien