Allurarot AC

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Strukturformel
Struktur des Allurarot AC
Allgemeines
Name Allurarot AC
Andere Namen
  • 6-Hydroxy-5- [(2-methoxy-5-methyl-4-sulfophenyl)azo]- 2-naphthalensulfonsäure
  • Dinatriumsalz
  • Curry red
  • E 129
  • Food Red 17,
  • CI 16035
Summenformel C18H14N2Na2O8S2
CAS-Nummer 25956-17-6
Kurzbeschreibung

roter Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 496,42 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

>300 °C[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [2]
Toxikologische Daten

>1000 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Allurarot AC ist ein roter Azofarbstoff und wird als Lebensmittelzusatzstoff E 129 verwendet.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Es handelt sich um einen dunkelroten, wasserlöslichen Feststoff. Das UV/VIS-Absorptionsspektrum zeigt ein Maximum bei einer Wellenlänge von 504 nm.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Allurarot AC als Farbstoff einer Süßigkeit

Er findet Verwendung bei der Herstellung von Süßwaren, Dessertspeisen, Getränken, Brausen, Bitter Soda und Hackfleischgerichten, die Getreideanteile enthalten (englisches Frühstück). Für den menschlichen Organismus sind bisher keine Nebenwirkungen nachgewiesen, als Azofarbstoff steht Allurarot jedoch im Verdacht, Auslöser von Pseudoallergien mit Symptomen an Haut oder Atemwegen bei dafür veranlagten Menschen, insbesondere bei bestehender Unverträglichkeit von Aspirin oder Benzoesäure, zu sein.[3] Für Menschen, die an Asthma oder Neurodermitis leiden, wird der Verzehr als bedenklich eingestuft.[4] Im Tierversuch ist Hyperaktivität festgestellt worden.[5]

Die Erlaubte Tagesdosis (ADI) wurde von der National Academy of Sciences (USA) mit 7 mg/kg Körpergewicht festgesetzt.[3][5]

Rechtliche Situation[Bearbeiten]

Die Verwendung in Lebensmitteln ist in Dänemark, Schweden, Belgien, der Schweiz und Frankreich verboten.[6] In Österreich war seine Verwendung bis zum EU-Beitritt ebenfalls verboten, ist inzwischen aber erlaubt[7]. In Schweden ist die Verwendung im Tierfutter verboten, aber der Farbstoff findet sich in Gummibärchen und anderen Süßigkeiten. Jetzt wird ein Verbot diskutiert[8].

Lebensmittel, die diesen Farbstoff enthalten, müssen seit dem 20. Juli 2010 den folgenden Hinweis auf dem Etikett tragen: „kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Elisabeth Schwab, in: Römpp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. a b c d e f Datenblatt Allura Red AC bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 14. Juni 2011 (PDF).
  3. a b Zusatzstoffe-online.de.
  4.  Doris Preißler: Schreckliches Wissen: 665 Fakten, die Sie lieber nicht gewusst hätten. Riva Verlag, 2011, ISBN 386413122-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b ALLURA RED AC Inchem.org (engl.)
  6.  Bernd Leitenberger: Was ist drin?: Die Tricks der Industrie bei der Lebensmittelkennzeichnung .... BoD – Books on Demand, 2009, ISBN 383703561-1, S. 85 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Farbstoffverordnung, Fassung vom 3. April 2009
  8. SvD
  9. Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit doi:10.2903/j.efsa.2008.660.