Eberhard Kolb
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Eberhard Kolb (* 8. August 1933) ist emeritierter Professor für Geschichte an der Universität zu Köln.
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[Bearbeiten] Leben
Kolb promovierte 1960 an der Universität Göttingen über das Thema der Arbeiterräte in der deutschen Innenpolitik.
Er habilitierte 1969 und wurde ein Jahr später an der Universität Würzburg ordentlicher Professor für Neuere und Neueste Geschichte. In dieser Zeit war er von 1973 bis 1977 Dekan des Fachbereichs und von 1971 bis 1979 Mitglied der Kommission für Universitätsgeschichte, zudem von 1975 bis 1979 Mitglied der Ständigen Kommission für Hochschulplanung und von 1976 bis 1979 Mitglied des Ausschusses zur Pflege der Beziehungen der Universität Würzburg zur State University of New York.
Von 1979 bis zu seiner Emeritierung war er Universitäts-Professor für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität zu Köln. 1981 nahm er eine Gastprofessur an der Hebräischen Universität Jerusalem wahr.
Im Jahr 1992 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen. Zudem erhielt er im Februar 2004 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.
[Bearbeiten] Schwerpunkt der geschichtswissenschaftlichen Arbeit
[Bearbeiten] KZ Bergen-Belsen
Das Konzentrationslager Bergen-Belsen nimmt einen Hauptplatz in der Arbeit Kolbs ein. Schon im Jahre 1959 war er Teilnehmer der ersten Studienreise der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung nach Israel. Im Jahre 1960 erarbeitet er die erste offiziell vom Land Niedersachsen initiierte Bergen-Belsen-Ausstellung. Durch diese Arbeit inspiriert veröffentlichte er 1962 eine detaillierte Monographie über Bergen-Belsen. Diese Arbeit liegt mittlerweile in der 5. überarbeiteten Auflage vor.
[Bearbeiten] Weimarer Republik
Heinrich August Winkler beschreibt den Kölner Historiker in einem Artikel als einen „der besten Kenner der Geschichte der Weimarer Republik“.[1] Kolb verfasste das Buch „Die Weimarer Republik“, das neben einer Darstellung der wichtigsten Abschnitte auch die Grundprobleme und Tendenzen der Forschung beleuchtet.
Seine Studie über die "Arbeiterräte in der deutschen Innenpolitik 1918 bis 1919" erbrachte den Nachweis, dass die Arbeiter- und Soldatenräte in der Novemberrevolution keineswegs der Etablierung einer parlamentarischen Regierungsform im Wege standen. Aus dieser Erkenntnis erwuchs die Frage nach dem politischen Gestaltungspotential der Revolutionsregierung und nach der Chance einer stärkeren gesellschaftlichen Verankerung der noch ungefestigten Demokratie. Die davon ausgehenden Impulse haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Geburtsstunde der Weimarer Republik in den 60er und 70er Jahren zu einem Schwerpunkt der Forschung wurde.
Aber auch der Auflösungsphase der Republik schenkte Kolb verstärkte Beachtung. In zahlreichen Aufsätzen verdeutlichte er, dass die politische Entwicklung in der turbulenten Endzeit Weimars nicht unaufhaltsam auf eine Kanzlerschaft Hitlers zusteuerte, sondern dass ernsthafte Alternativen – wie etwa eine zeitweilige Verselbständigung der Exekutive mit Rückendeckung der Reichswehr – bereitstanden und erwogen wurden.
[Bearbeiten] Gedenkstätten
Kolb ist seit 1998 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Otto-von-Bismarck-Stiftung. In der Stiftung ist er Aktives Mitglied, außerdem ist er Mitglied im Herausgebergremium der "Neuen Friedrichsruher Ausgabe" (Edition von Dokumenten Otto von Bismarcks, seiner Söhne und Mitarbeiter). Des Weiteren war er von 1990 bis 2001 Beiratsvorsitzender in der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte und ist seither weiterhin Mitglied im Beirat. Neben der Arbeit über das KZ Bergen-Belsen engagierte sich Kolb auch für die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“.
[Bearbeiten] Literatur
- Schriften (Auszug)
- Eberhard Kolb: Die Arbeiterräte in der deutschen Innenpolitik. 1918 – 1919. Um ein Vorwort und einen bibliographischen Anhang erw. Ausg., Ullstein Verlag, Frankfurt a. M./Berlin/Wien 1978. (Zugleich Dissertation an der Universität Göttingen 1959)
- Eberhard Kolb: Bergen-Belsen, 5., überarb. und erw. Aufl., Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1996.
- Eberhard Kolb und Walter Mühlhausen (Hrsg.): Demokratie in der Krise. Parteien im Verfassungssystem der Weimarer Republik, Oldenbourg Verlag, München 1997.
- Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik, 6., überarb. und erw. Aufl., Oldenbourg Verlag, München 2002.
- Eberhard Kolb: Der Frieden von Versailles. C.H. Beck Verlag. München 2005.
- Sekundärliteratur
- Wolfram Pyta und Ludwig Richter (Hrsg.): Gestaltungskraft des Politischen. Festschrift für Eberhard Kolb, Berlin 1998. ISBN 3-428-08761-5.
- Rainer Blasius: Zum 70. Geburtstag des Kölner Historikers Eberhard Kolb. In: FAZ, 8. August 2003.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Eberhard Kolb im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vollständiges Schriftenverzeichnis (pdf) auf den Seiten der Uni-Köln
[Bearbeiten] Einzelnachweise
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kolb, Eberhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 8. August 1933 |

