Otto-von-Bismarck-Stiftung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sitz der Otto-von-Bismarck-Stiftung im alten Bahnhof von Friedrichsruh

Die Otto-von-Bismarck-Stiftung ist eine 1996 durch Beschluss des Deutschen Bundestages errichtete bundesunmittelbare Stiftung mit dem Sitz in Friedrichsruh bei Aumühle im lauenburgischen Sachsenwald. Sie gehört zu den fünf sogenannten Politikergedenkstiftungen in Deutschland.

Zweck[Bearbeiten]

Zweck der Stiftung ist die historisch-kritische Würdigung des Staatsmannes Otto von Bismarck und die Wahrung seines Andenkens.

Zu den wesentlichen Aufgaben der Stiftung gehört es, das Nachwirken der Politik Otto von Bismarcks bis in die Gegenwart deutlich zu machen, die Kenntnis von der wechselvollen Geschichte der Deutschen vom Kaiserreich bis zur jüngsten Gegenwart zu vermitteln, das Geschichtsbewusstsein der Menschen zu vertiefen und damit zum Verständnis der Entwicklung Deutschlands beizutragen. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, sammelt und verwahrt die Stiftung den Nachlass Otto von Bismarcks und seiner Familie und wertet diesen für die Interessen der Allgemeinheit in Kultur und Wissenschaft, Bildung und Politik aus. Zu den wissenschaftlichen Aktivitäten der Stiftung gehört unter anderem die Herausgabe einer wissenschaftlichen Buchreihe, der Friedrichsruher Beiträge sowie mit der Neuen Friedrichsruher Ausgabe (NFA) eine neue Quellenedition der Bismarckschen Werke.

Zu den Organen der Stiftung gehören neben der Geschäftsführung ein Vorstand, dem der ehemalige Bundestagsabgeordnete Carl-Eduard Graf von Bismarck für die Familie von Bismarck angehört, ein Kuratorium unter Vorsitz von Rudolf Seiters und Hans-Ulrich Klose (Stellvertreter) und ein wissenschaftlicher Beirat, dem unter anderem Henry Kissinger und Christopher Clark angehören. Vorsitzender des Fördervereins der Stiftung ist Norbert Brackmann.

Von 1996 bis 2009 leitete Michael Epkenhans die Geschäftsführung, seither Ulrich Lappenküper. Seit dem Jahr 2000 ist die Stiftung mit Bibliothek, Archiv und einer Dauerausstellung zur deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts im ehemaligen Empfangsgebäude des Bahnhofs Friedrichsruh auch für das Publikum zugänglich.

Betreuung von Bismarck-Museen[Bearbeiten]

Bismarck-Museum Friedrichsruh[Bearbeiten]

Das nur wenige hundert Meter entfernte Bismarck-Museum Friedrichsruh im Alten Landhaus wird seit 2009 von der Stiftung betreut.

Bismarck-Museum Schönhausen/Elbe[Bearbeiten]

Seit 2007 ist die Otto-von-Bismarck-Stiftung mit einer Außenstelle in Schönhausen/Elbe, dem Geburtsort Otto von Bismarcks, vertreten. Die Grundlage hierfür bildet ein am 4. Juli 2007 unterzeichneter Kooperationsvertrag zwischen dem Bund, dem Land Sachsen-Anhalt, dem Landkreis Stendal und der Gemeinde Schönhausen. Er überträgt der Otto-von-Bismarck-Stiftung die museale und wissenschaftliche Betreuung des 1998 mit Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt eingerichteten Bismarck-Museums Schönhausen. Ziel der Kooperation ist es, in Schönhausen ein facettenreiches historisch-politisches Bildungsprogramm zu Otto von Bismarck und seiner Zeit zu realisieren. Dazu gehören Seminare für Studierende in- und ausländischer Universitäten sowie Vorträge und Ausstellungen für ein interessiertes Publikum aus der Region. Wie in Friedrichsruh richtet sich in Schönhausen ein besonderes Augenmerk auf Angebote für Schülerinnen und Schüler. Das Ensemble historischer Stätten in Schönhausen bietet eine der Voraussetzungen für die Bildungsarbeit am außerschulischen Lernort entsprechend den Vorgaben des Stiftungsauftrags: Die erhaltenen und aufwendig restaurierten Teile des Geburtshauses Otto von Bismarcks, die romanische Kirche, in der er getauft wurde, sowie ein weiteres erhaltenes Gutshaus („Schloss II“) aus dem Besitz der Familie von Bismarck, lassen als sichtbare Zeugnisse der Vergangenheit Geschichte anschaulich werden. Ein zweites Vermittlungsmedium bilden die im Museum präsentierten Objekte. Was in der Ausstellung zu sehen ist, stammt zu einem Großteil aus den Beständen jenes Museums, welches bereits 1891 im Schönhauser „Schloss II“ eingerichtet wurde und dort bis 1948 besichtigt werden konnte. Seit 2000 zeigt das Museum außerdem die größte Sammlung von auf den ersten deutschen Reichskanzler geprägten Medaillen im öffentlichen Besitz. Auch sie wurde durch das Land Sachsen-Anhalt erworben und steht dem Museum als Leihgabe zur Verfügung. Beide Sammlungen vermitteln einen Eindruck von dem zeitgenössischen Kult um den als „Reichsgründer“ verehrten Staatsmann und eignen sich als Anknüpfungspunkte, um Fragen an die deutsche und europäische Geschichte zu stellen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Epkenhans, Die Otto-von-Bismarck-Stiftung 1996 – 2000, Friedrichsruh 2000 (Friedrichsruher Beiträge, Bd. 10), ISBN 3-933418-09-7.
  •  Volker Ullrich: Forschen in Friedrichsruh. Zur Eröffnung der Otto-von-Bismarck-Stiftung. In: Die Zeit. Nr. 22, 25. Mai 2000, ISSN 0044-2070 (online, abgerufen am 8. August 2013).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto-von-Bismarck-Stiftung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

53.52802777777810.341083333333Koordinaten: 53° 31′ 41″ N, 10° 20′ 28″ O