Edgar Wind

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Edgar Wind (* 14. Mai 1900 in Berlin; † 12. September 1971 in London) war ein deutscher Kunsthistoriker und Philosoph.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Wind gehörte als erster Schüler von Erwin Panofsky zur Warburg-Schule und arbeitete nach der Übersiedlung der Warburg-Bibliothek von Hamburg nach London am Warburg Institute. Er hat Aby Warburg noch kennengelernt, der den analytischen Verstand des jungen Kunsthistorikers sehr schätzte. Wie Panofsky war Wind Ikonologe und ein Spezialist für italienische Kunst und Philosophie. Den platonischen Vorstellungen und heidnischen Mysterien der Renaissance ist sein Hauptwerk gewidmet.

Seine wichtigen Bücher sind die philosophische Habilitationsschrift Das Experiment und die Metaphysik (1934), das kunsthistorische Werk Heidnische Mysterien in der Renaissance (Pagan Mysteries in the Renaissance) (1958) und der kunstphilosophische Essayband Kunst und Anarchie (Art and Anarchy), die Reith Vorlesungen der BBC, 1960 gesendet, 1963 erfolgreich veröffentlicht. Dazu kommen viele kunstwissenschaftliche Essays, etwa über Michelangelo, und Pionierarbeiten zur englischen Kunstgeschichte.

Winds philosophischer Lehrer war Ernst Cassirer. In Freiburg hatte er auch Vorlesungen von Husserl und Heidegger gehört, lehnte ihren Denkstil aber strikt ab. Husserl hielt er für irrationalistisch, und rückblickend war Heidegger für ihn der geborene Nationalsozialist [1]. Zwei Jahre in North Carolina brachten ihn in Kontakt mit dem amerikanischen wissenschaftlichen Pragmatismus, und Das Experiment und die Metaphysik ist davon geprägt. Schon Winds Lehrer Aby Warburg hatte seine philosophisch-psychologischen Notizen als pragmatisches Philosophieren verstanden und dennoch Hegel bewundern können.

Wind wurde 1933 aus rassistischen Gründen entlassen und emigrierte 1933 nach England. Er ging 1940 in die USA und kam 1955 zurück nach England. Er wurde Oxfords erster Professor für Kunstgeschichte. 1967 trat Wind in den Ruhestand.

Werkauswahl [Bearbeiten]

  • Das Experiment und die Metaphysik: Zur Auflösung der kosmologischen Antinomien. Mohr, Tübingen 1934
  • Heidnische Mysterien in der Renaissance. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981
  • Kunst und Anarchie. The Reith Lectures 1960. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, TB-Ausgabe 1994
  • The Eloquence of Symbols: Studies in Humanist Art, hrsg. von Jaynie Anderson, Clarendon Press, Oxford 1986 (repr. 1993)
  • Hume and the Heroic Portrait: Studies in Eighteenth-Century Imagery, hrsg. von Jaynie Anderson, Clarendon Press, Oxford 1986

Literatur [Bearbeiten]

  • Horst Bredekamp, Bernhard Buschendorf u.a. (Hrsg.): Edgar Wind. Kunsthistoriker und Philosoph. Akademie Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-05-003298-7.
  • Ulrike Wendland: Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im Exil. Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertriebenen Wissenschaftler. Saur, München 1999, Bd. 2, S. 774–779

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Essay von Wind über Sartre im Akademie Sammelband