Edinburgh of the Seven Seas

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Seiten Tristan da Cunha, Tristan da Cunha (Insel) und Edinburgh of the Seven Seas überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Gestumblindi 23:04, 27. Mai 2012 (CEST)
Edinburgh of the Seven Seas
Edinburgh of the Seven Seas (Atlantischer Ozean)
Red pog.svg
Koordinaten 37° 4′ S, 12° 19′ W-37.068055555556-12.310527777778Koordinaten: 37° 4′ S, 12° 19′ W
Basisdaten
Staat St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Insel

Tristan da Cunha
Höhe 40 m
Einwohner 276 (Dezember 2003)
Gründung 1816
Politik
Administrator Sean Burns
Ansicht von Edinburgh of the Seven Seas
Ansicht von Edinburgh of the Seven Seas

Edinburgh of the Seven Seas, örtlich auch The Settlement genannt, ist der Hauptort der Inselgruppe Tristan da Cunha und gehört verwaltungsmäßig zum britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha. Abgesehen von der südafrikanischen Wetterstation auf Gough Island mit einer ständigen Besatzung von sechs Mitarbeitern ist Edinburgh aktuell die einzige Siedlung der Inselgruppe Tristan da Cunha.

Edinburgh of the Seven Seas wird – zusammen mit der Wetterstation auf der 400 Kilometer entfernten Gough Island – als die isolierteste menschliche Ansiedlung betrachtet, da sich die nächste permanent bewohnte Siedlung 2440 Kilometer entfernt auf St. Helena befindet. Im Dezember 2003 zählte der Ort 276 Einwohner.

Der Name Edinburgh of the Seven Seas leitet sich von einem Besuch von Prince Alfred, Duke of Edinburgh, am 5. August 1867 ab. Er besuchte die Insel während einer Weltreise als Kommandant der britischen Fregatte HMS Galatea.

Geographie und Klima[Bearbeiten]

Lage und Geographie[Bearbeiten]

Karte der Insel Tristan da Cunha

Edinburgh of the Seven Seas liegt an der Nordwestküste der Insel Tristan da Cunha im Südatlantik. Er ist etwa 2800 Kilometer vom afrikanischen Festland (Kapstadt) und 3300 Kilometer vom südamerikanischen Festland (Cabo Frio) entfernt.[1] Da der nächstgelegene Ort 2429 km von Edinburgh entfernt auf St. Helena liegt, wird Edinburgh of the Seven Seas als isolierteste menschliche Ansiedlung der Welt betrachtet.[2][3]

Das Ortsgebiet hat eine Ausdehnung von etwa 600 Metern. Der südlichste Punkt des Ortes liegt auf einer Höhe von etwa 65 Metern über dem Meer, wobei das Gelände nach Norden zur Küste hin immer weiter abfällt. Nur wenige hundert Meter südlich der Siedlung beginnen die Felswände des Vulkans, dessen höchster Punkt Queen Mary’s Peak (2062 Meter) in der Mitte der Insel liegt.

Westlich von Edinburgh liegt das Delta des Hottentot Gulch, durch das bei einem Vulkanausbruch die Lava ins Meer abfließen kann. Auf der Insel gibt es zahlreiche solcher Abflüsse.[4]

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm von Edinburgh of the Seven Seas

In Edinburgh of the Seven Seas herrscht ein gemäßigtes, ozeanisch ausgeglichenes Klima mit regelmäßigen Niederschlägen, die über das ganze Jahr verteilt sind. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1655 mm. Das Klima in Edinburgh ist durch die hohe Humidität geprägt. Zudem erreichen regelmäßig Stürme das Land, die der feuchten Luft Auftrieb geben, sodass sich beständige Wolken bilden.[5] Die monatliche Durchschnittstemperatur liegt zwischen 11,8 °C im Winter (August) und 18,2 °C im Sommer (Februar). Das Jahresmittel beträgt 14,6 °C. Die Temperaturen übersteigen im Sommer nur selten 25 °C, im Winter gibt es keinen Frost.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Nach der Entdeckung Tristan da Cunhas im Jahr 1506 blieb die Insel zunächst lange Zeit unbewohnt. Nach mehreren niederländischen Landungen und Expeditionen auf der Insel Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Tristan da Cunha erstmals im Sommer 1790/91 für längere Zeit bewohnt. US-amerikanische Walfänger, die hier sieben Monate lang Seehunde, Seelöwen und Pinguine erbeuteten, bauten in dieser Zeit eine Basis aus Zelten auf der Insel auf, die sich etwa auf der Position der heutigen Siedlung befand.[6]

Jonathan Lambert

Der erste Siedler, der die Insel dauerhaft bewohnte, war der aus Salem, Massachusetts, stammende Jonathan Lambert, der gemeinsam mit zwei Begleitern plante, auf Tristan da Cunha einen wichtigen Handelsstützpunkt für Walfänger im Südatlantik zu errichten. Die Gruppe landete im Jahr 1810 auf der Insel.[6] Kurz darauf erklärte sich Lambert zum „King of Tristan da Cunha“ („König von Tristan da Cunha“) und veröffentlichte am 18. Juli 1811 in der Tageszeitung Boston Gazette eine Mitteilung, in der er seine Besitznahme der Inseln erklärte und diese dabei in Islands of Refreshment (dt. Inseln der Erfrischung) umbenannte.[7] Lambert starb nach Überlieferungen allerdings bereits am 17. Mai 1812.[8] Da der einzige Überlebende von Lamberts Begleitern, Tommaso Curri, den nachfolgenden Siedlern keine klare Schilderung lieferte, ist Lamberts Tod bis heute nicht komplett überliefert und aufgeklärt. Es haben sich daher auf der Insel zahlreiche Legenden gebildet.[6] Alle verbreiteten Darstellungen sprechen von einem Tod auf See, allerdings sind die genauen Umstände nicht geklärt.[8]

Am 14. August 1816 nahm eine britische Garnison, die mit der HMS Falmouth auf der Insel gelandet war, Tristan da Cunha in Besitz und errichtete die militärische Basis Fort Malcolm. Hauptziel der britischen Garnison war, die Befreiung des auf St. Helena internierten Napoleon Bonaparte durch die Franzosen zu verhindern, die die Insel dazu ebenfalls als Basis hätten nutzen können. Zudem sollten US-amerikanische Schiffe die Insel nicht mehr wie im britisch-amerikanischen Krieg 1812–1814 als Basis nutzen können.[6]

Die Admiralität, das britische Marineministerium, sah bereits 1817 eine deutlich geringere strategische Bedeutung der Insel, sodass die Garnison bereits im selben Jahr abzog. Zudem sank einige Monate vor dem Abzug das Schiff HMS Julia vor Tristan da Cunha, wobei 55 Menschen ums Leben kamen.[6]

Nach dem Abzug blieben nur der schottische Korporal William Glass mit seiner Familie sowie zwei Südafrikaner, die als Steinmetze bei der Erbauung der Infrastruktur mitgearbeitet hatten, auf der Insel zurück. Sie unterzeichneten ein Abkommen, das allen Einwohnern der Gemeinde gleiche Rechte zukommen ließ. Unter anderem sollten alle Einnahmen und Ausgaben zu gleichen Teilen aufgeteilt werden und komplette Gleichberechtigung herrschen.[9]

Wachstum und Entwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von 1821 bis 1923

Am 22. Juli 1821 lief das Schiff Blenden Hall vor Inaccessible Island auf Grund. Bis auf zwei Personen überlebten alle der 84 Passagiere und der Crew. Nachdem die Überlebenden mehrere Monate auf Inaccessible verbracht hatten, gelang ihnen im zweiten Versuch die Überfahrt mit einem Segelboot Richtung Tristan da Cunha. Die Bewohner der Siedlung waren auf den Unfall aufmerksam geworden und brachten die Überlebenden an Land. Allerdings blieben nur sieben der Überlebenden auf der Insel, der Rest wurde kurze Zeit später mit der Brigg Nerinae nach Kapstadt gebracht.[10]

Die Bevölkerung des Ortes wuchs aufgrund seiner Abgeschiedenheit nur langsam. Nur wenige der auf der Insel gestrandeten Personen oder Walfänger blieben dort dauerhaft, die meisten verließen die Insel nach einiger Zeit wieder Richtung Kapstadt. Auch Inselbewohner verließen gelegentlich Tristan da Cunha nach Südafrika, meist reisten sie dabei in größeren Gruppen. So siedelten etwa im Oktober 1857 mit der HMS Geyser 47 Einheimische in die Nähe von Kapstadt über, wobei die Bevölkerung in Edinburgh auf 23 sank.[11]

Als Folge des Rückgangs der Walfangindustrie und der Eröffnung des Suezkanals 1869, der eine deutlich schnellere Verbindung nach Fernost ermöglichte als der Weg über den Südatlantik und das Kap der guten Hoffnung, stieg die Isolation Tristan da Cunhas in den 1860er Jahren deutlich an. Immer weniger Schiffe machten auf der Insel Station.[12]

Am 5. August 1867 landete die HMS Galatea während einer Weltreise vor Tristan da Cunha, deren Kommandant Prince Alfred von den Inselbewohnern zunächst auf dem Schiff empfangen und dann zu einem Besuch der Siedlung an Land gebracht wurde. Er ließ zudem eine große Menge an Waren vom Schiff auf die Insel liefern. Nach seiner Abreise schlug der Ortsvorsteher Peter Green vor, die Siedlung zu Ehren Prince Alfreds, der den Titel eines Duke of Edinburgh führte, Edinburgh zu nennen.[12] Mit 105 Einwohnern wurde 1881 die bis dahin höchste Bevölkerung des Ortes aufgezeichnet.[13]

Im Jahr 1885 wurden durch das Lifeboat Disaster genannte Unglück 15 von 19 männlichen, erwachsenen Bewohnern der Insel getötet: Da in diesem Jahr die Kartoffelernte ausgefallen war, brachen trotz schlechten Wetters am 8. November 1885 15 Männer in einem Langboot auf, um mit dem zu diesem Zeitpunkt an der Insel vorbei segelnden Schiff West Riding im Tauschhandel Nahrungsmittel zu erhalten. Nachdem das Boot die Landspitze Big Point umrundet hatte, wurde es nicht mehr gesehen. Höchstwahrscheinlich kenterte das Boot in der rauen See und alle Insassen ertranken.[12]

Im Ersten Weltkrieg war Tristan da Cunha – im Gegensatz zum Zweiten Weltkrieg – nicht direkt mit einbezogen. Allerdings strich die Admiralität das jährliche Versorgungsschiff, sodass die Insel während dieser Zeit komplett isoliert vom Rest der Welt war. Angeblich soll die Insel über 10 Jahre hinweg kein Brief erreicht haben, erst die Nachricht über das Waffenstillstandsabkommen im Juli 1919 beendete diese Phase.[12]

Im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam am 29. August 1940 zunächst die HMS Queen of Bermuda aus Durban auf Tristan da Cunha an, die einige Anlieferungen auf die Insel brachte. Die Royal Navy erstellte dabei einen umfangreichen Report über die derzeitige Situation auf der Insel.[14]

Im Jahr 1942 errichtete die britische Marine eine geheime Station mit dem Codenamen Job 9 (später in HMS Atlantic Isle umbenannt) auf Tristan da Cunha. Diese sollte gegnerische U-Boote erkennen, die zu dieser Zeit auftauchen mussten, um Funkkontakt zu halten. Zudem wurde dort eine Radio- und Wetterstation betrieben, die aktuelle Daten zweimal täglich nach Kapstadt sendete. Das Stationspersonal bestand aus 16 ausgebildeten Freiwilligen (Tristan Defence Volunteers). Die Bewohner der Insel, die beim Bau der Station halfen, wurden zunächst mit Naturalien bezahlt, bevor im Dezember 1942 auf Tristan da Cunha mit dem britischen Pfund Sterling erstmals eine Währung eingeführt wurde.[15]

Mit der Anwesenheit der Briten wurde die Infrastruktur von Edinburgh of the Seven Seas grundlegend modernisiert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schule, das Krankenhaus und das erste Geschäft der Insel errichtet. Im Jahr 1943 erschien zudem die erste Ausgabe der regionalen Zeitung The Tristan Times.[16] Außerdem erhielten alle Häuser des Ortes Anschluss an fließendes Wasser, des Weiteren wurde ein neues Abwassersystem eingerichtet.[15]

Nach dem Krieg blieb die aufgebaute Infrastruktur größtenteils erhalten, da die britische Regierung auswärtiges Personal in die wichtigsten Ämter der Insel einsetzte, etwa das des Administrators (ab 1950), des Betreibers der Radiostation, des Arztes im Krankenhaus oder der Lehrer.

Vulkanausbruch im Oktober 1961[Bearbeiten]

Satellitenbild von Tristan da Cunha, der Ort der Eruption liegt im Norden östlich der Siedlung

Seit der Besiedlung der Insel waren bis zum Jahr 1961 keine vulkanischen Aktivitäten auf Tristan da Cunha verzeichnet worden. Erst im August und September 1961 wurden durch vulkanische Aktivitäten kleinere Erdbeben verursacht, die teilweise zu Bergstürzen an den Felswänden südlich von Edinburgh führten. Am 8. Oktober 1961 kam es zu einem stärkeren Erdbeben und zu Felsstürzen, von denen besonders der östliche Teil der Siedlung betroffen war. Östlich des Ortes entstand durch das Beben ein Riss im Erdboden. Dort formte sich aufgrund weiterer vulkanischer Aktivitäten ein Hügel, aus dem zwei Tage später der Ausbruch des Vulkans erfolgte.[17] In einer eilig einberufenen Bürgerversammlung wurde beschlossen, die knapp 300 Bewohner des Ortes über Nacht zu den Potato Patches zu evakuieren.

Nach weiteren vulkanischen Aktivitäten bei Edinburgh wurde am 10. Oktober die Entscheidung gefällt, die Insel zu evakuieren. Dazu wurden die Bewohner mit zwei Schiffen zunächst auf die eigentlich unbewohnte Insel Nightingale Island gebracht, wo sie in Schuppen übernachteten. Am 11. Oktober wurde die Bevölkerung mit dem niederländischen Schiff Tjisadane nach Kapstadt gebracht, wo sie fünf Tage später ankamen. Von Kapstadt aus brachte sie die RMS Sterling Castle mit Ankunft am 3. November nach Southampton. Wohnort der Insulaner war der etwa 10 Kilometer südwestlich von Southampton gelegene Küstenort Calshot.

Die Regierung des Vereinigten Königreichs ging zunächst davon aus, dass die Evakuierung der Insel dauerhaft war, und wollte die kostspielige Rückkehr der Bewohner nach Tristan da Cunha verhindern. Anfang des Jahres 1962 kam eine Expedition der Royal Society jedoch zu dem Ergebnis, dass die Insel wieder bewohnbar sei. Am 8. September erreichte eine Gruppe, die aus zwölf Inselbewohnern bestand, die Insel und sollte den Weg für den Wiederaufbau ebnen. Das British Colonial Office wollte die Rückkehr trotzdem verhindern und ordnete eine Abstimmung über die Rückkehr der Bewohner nach Tristan da Cunha an. Mit 148:5 Stimmen votierte eine deutliche Mehrheit für die Rückkehr. Nur wenige Inselbewohner blieben im Vereinigten Königreich.

Geschichte bis heute[Bearbeiten]

Nachdem die Inselbewohner, die nicht im Vereinigten Königreich geblieben waren, über Rio de Janeiro und St. Helena mit dem Schiff nach Tristan da Cunha zurückgebracht wurden, begann der Wiederaufbau der beim Vulkanausbruch zerstörten Gebäude. Vor allem die Langustenfabrik, die sich am Big Beach in unmittelbarer Nähe des Ausbruchs befunden hatte, war erheblich zerstört und wurde daher am Hafen neu aufgebaut. Der Hafen wurde bei dem Ausbruch ebenfalls so stark zerstört, dass er 1965 neu errichtet werden musste. Nach dem Wohnort der Inselbewohner in England wurde er Calshot Harbour benannt. Auch die zahlreichen beschädigten Wohnhäuser wurden repariert.[18]

Im Jahr 1966 entschieden sich 35 Bewohner, nach Großbritannien zurückzukehren, da sie vom Leben auf der Insel desillusioniert waren. Durch die Auswanderer wurde Tristan da Cunha besser bekannt und unter anderem häufiger von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, darunter von der Queen Elizabeth 2 im Jahr 1979.[19]

Am 21. Mai 2001 wurde Edinburgh of the Seven Seas von einem starken Orkan getroffen, der fast alle Häuser im Ort erheblich beschädigte. Besonders betroffen waren die Prince Philip Hall, das Krankenhaus und die Langustenfabrik.[20] Allerdings wurde keiner der Ortsbewohner stärker verletzt. Die Inselbewohner halfen freiwillig und unbezahlt beim Reparieren der Sturmschäden, wobei vor allem die Dächer erneuert werden mussten. Der Schaden belief sich auf etwa £45.000.[21]

Am 27. November 2011 erreichte die Segel-Regattayacht Puma Ocean Racing powered by BERG Propulsion unter Motor und Hilfs-Rigg die Ortschaft,[22] nachdem ihr eine Woche zuvor der Mast brach. Puma befand sich mit fünf weiteren Yachten auf der ersten Etappe des Volvo Ocean Races. Die Bewohner von Edinburgh bereiteten den Seglern einen überwältigenden Empfang und bewirteten sie während des zweiwöchigen Aufenthalts,[23] der nötig war, um ein Cargoschiff von Kapstadt nach Tristan da Cunha zu bringen. Dieses hievte die Puma in einem gefährlichen Manöver [24] vom offenen Wasser an Deck und brachte sie zur Reparatur nach Kapstadt.

Bevölkerung und Kultur[Bearbeiten]

Edinburgh of the Seven Seas hat eine dauerhafte Bevölkerung von 276 Einwohnern (Stand: Dezember 2003).[25] Derzeit gibt es im Ort etwa 80 Familien, aber nur acht Familiennamen. Die Familien Glass, Swain, Rogers, Green, Hagan, Repetto und Lavarello sind historischen Ursprungs und wurden bis 1893 durch verschiedene Siedler auf die Insel gebracht. Der Name Patterson kam im Jahr 1986 hinzu, als eine aus Tristan da Cunha stammende Frau einen Schotten heiratete und die Familie auf die Insel zurückkehrte.

Mit dem British Overseas Territories Act 2002 wurden allen Bürgern von Tristan da Cunha die volle britische Staatsbürgerschaft zugesprochen, sie können daher ohne Formalitäten in das Vereinigte Königreich einreisen und dort leben und arbeiten.

Kultur[Bearbeiten]

Die Kultur ist stark durch die britische Kultur geprägt, die die Inselbewohner nach dem Vulkanausbruch 1961 zwei Jahre erlebten. Viele Elemente der britischen Kultur wurden nach der Rückkehr auf die Insel dorthin übernommen, beispielsweise regelmäßige Tanzveranstaltungen, die in der Prince Philip Hall stattfinden.

Skizze eines traditionellen Langboots

Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden auf Tristan da Cunha die traditionellen Langboote gebaut, mit denen die Inselbewohner früher zwei bis dreimal im Jahr zur gut 40 Kilometer entfernten Insel Nightingale Island überfuhren.[26] Dort sammelten sie unter anderem Eier sowie Guano als Düngemittel, außerdem erbeuteten sie in einer gemeinsamen Jagd Fleisch und Fett von Sturmtauchern. Bis heute besuchen die Inselbewohner Nightingale, allerdings teilweise mit moderneren Segelbooten.[27]

Obwohl im Ort auch Vereine existieren, ist das soziale Leben in Edinburgh sehr begrenzt. Wie auf anderen isolierten Inseln ist der Alkoholkonsum auf Tristan da Cunha sehr hoch. Ein durchschnittlicher Erwachsener trinkt in der Woche etwa einen Liter Whisky, was einen hohen Anteil der Einnahmen einer Durchschnittsperson ausmacht. Die Lebenserwartung ist trotzdem etwa so hoch wie im Vereinigten Königreich.[19]

Sprache[Bearbeiten]

Auf Tristan da Cunha wird ausschließlich die Amtssprache Englisch gesprochen. Durch die verschiedenen Spracheinflüsse der Siedler hat sich auf der Insel allerdings ein eigener Dialekt entwickelt, der in den 1820er-Jahren entstanden ist. Wichtigste sprachliche Einflüsse sind das britische Englisch sowie die im Nordosten der USA, in der südafrikanischen Tafelbucht-Region und auf St. Helena gesprochenen Dialekte des Englischen.[28] Der Dialekt nahm verschiedene markante Merkmale anderer Dialekte auf und strukturierte sich während seiner Entwicklung immer wieder um. Trotzdem nahm er aufgrund der Abgeschiedenheit der Insel nur wenige Elemente anderer Sprachen auf.

Der auf Tristan da Cunha gesprochene Dialekt unterscheidet sich von der englischen Standardsprache sowohl in der Aussprache bestimmter Buchstaben und Laute als auch in der Grammatik, beispielsweise bei der Bildung von Verbformen, Steigerung von Adjektiven und Fragestellungen.[29]

Bildung[Bearbeiten]

In Edinburgh leben derzeit etwa 30 Schulkinder im Alter von drei bis 16 Jahren, die alle die St. Mary’s School, die einzige Schule im Ort, besuchen. Das aktuelle Schulgebäude wurde 1975 eröffnet und besitzt fünf Klassenzimmer, zwei Fachräume sowie eine Schulküche und eine Aula. An der Schule gibt es vier Klassen, die nach Alter eingeteilt sind.[30]

Im 19. Jahrhundert besuchten einige Kinder der Familie Glass Schulen in England oder Südafrika. Auf der Insel dienten meist Besucher als Lehrer. Der erste fest angestellte Lehrer des Ortes war Benjamin Pankhurst, der von 1830 bis 1832 unterrichtete. Im späten 19. Jahrhundert gründete der Pfarrer Rev Taylor die erste Schule des Ortes, die bis 1923 mit der Kirche in einem Haus untergebracht war. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Unterricht im Marinestützpunkt abgehalten. Das Gebäude wurde aufgrund seiner Größe noch bis 1975 als Schule weitergenutzt.[30]

Im Jahr 2006 wurde anlässlich der Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Inselentdeckung ein Treuhandfonds eingerichtet, der den Schülern der Insel ein Studium an einer Universität außerhalb von Tristan da Cunha ermöglichen soll.[31] Derzeit absolvieren die Jugendlichen nach dem Schulabschluss ein Ausbildungsprogramm in verschiedenen Ministerien der Insel, bevor sie einen Posten annehmen.

Politik[Bearbeiten]

Edinburgh of the Seven Seas gehört als Teil der Inselgruppe Tristan da Cunha zum britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha. Da Edinburgh der einzige Ort Tristan da Cunhas ist, besitzt er keine eigene Regierung, sondern ist der Regierung Tristan da Cunhas direkt unterstellt.

Der Union Jack des Administrators beinhaltet das Wappen Tristan da Cunhas

Der Gouverneur von St. Helena ernennt alle drei Jahre einen neuen Administrator von Tristan da Cunha. Dieser steht dem Rat der Insel (Island Council) vor und ist das höchste politische Amt Tristan da Cunhas. Aktueller Administrator ist Sean Burns, der am 15. September 2010 vereidigt wurde. Burns ist seit der Einführung des Amtes 1950 der 21. Administrator der Insel. Der Administrator ist in der Regel kein Inselbewohner, sondern wohnt nur für die Dauer seiner Amtszeit auf Tristan da Cunha. Offizieller Wohnsitz des Administrators ist ein Wohnhaus im östlichen Teil von Edinburgh.[32]

Der Island Council wird alle drei Jahre von der wahlberechtigten Bevölkerung der Insel gewählt. Dabei existieren weder politische Parteien noch Wahlkreise. Die acht Kandidaten, die bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten haben, ziehen direkt in das Gremium ein, zudem ernennt der Administrator drei weitere Mitglieder, wodurch ein politisches Gleichgewicht im Rat hergestellt werden soll.[33] Der Island Council tritt etwa alle drei Monate im Regierungsgebäude, dem Administration Building, zusammen.

Einer der elf Ratsmitglieder wird, sofern es mehr als einen Kandidaten gibt, in einer separaten Abstimmung zum Chief Islander gewählt. Dieser ist der Stellvertreter des Administrators und vertritt auch gelegentlich die Insel im Ausland. Der stellvertretende Chief Islander wird in der ersten Sitzung des Island Council gewählt. Aktueller Chief Islander ist Ian Lavarello.[34]

Neben dem Island Council gibt es zwölf Ministerien (departments), die jeweils einen Vorsitzenden haben. Die Vorsitzenden treffen sich gelegentlich mit dem Island Council zu einer gemeinsamen Sitzung.[35]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Häuser von Edinburgh of the Seven Seas, links im Bild die katholische Kirche St. Joseph’s Church

Kirchen[Bearbeiten]

In Edinburgh existieren eine anglikanische und eine katholische Kirche. Die anglikanische Kirche St. Mary’s Church wurde im Juli 1923 eröffnet. Zuvor wurden die Gottesdienste in den Häusern einzelner Inselbewohner abgehalten. Die Glocke der Kirche und die Holzverkleidung im Inneren wurden einem Schiffswrack entnommen. Außerdem ist die Kirche mit einer Orgel ausgestattet und teilweise von einer niedrigen Mauer aus Vulkangestein umgeben. 1990/91 wurde die Kirche erweitert und modernisiert, die Erweiterung der Sakristei wurde 2002 abgeschlossen.[36]

Die katholische Kirche St Joseph’s Church wurde 1995/96 erbaut und ersetzte eine 1983 am selben Platz erbaute kleinere Kirche. Der katholische Glaube wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von zwei irischen Schwestern nach Tristan da Cunha gebracht.[36]

Edinburgh besitzt einen in zwei Teile geteilten Friedhof, der im Nordosten des Ortes, nahe der St. Mary’s School, liegt.

Postamt[Bearbeiten]

Edinburgh besitzt ein Postamt, das sich in einem der ehemaligen Station Houses, die früher für britische Einwandererfamilien vorgesehen waren, befindet. Solche Häuser wurden in Großbritannien gebaut und in einzelnen Teilen nach Tristan da Cunha geschifft, um sie dort auf einem Betonfundament aufzubauen. Im Postamt werden mehrere Tausend Briefe pro Jahr bearbeitet.[37] Post wird ausschließlich durch ein Schiff auf die Insel gebracht, nach dessen Ankunft sie im Postamt sortiert und anschließend in der Prince Philip Hall den Empfängern übergeben wird. Bei Touristen ist das Postamt hauptsächlich für die Briefmarken Tristan da Cunhas, die hier erworben werden können, bekannt.[37] Sie sind unter Philatelisten aufgrund ihrer Seltenheit begehrt und gehören auf der Insel zu den wichtigsten Einnahmequellen im Tourismussektor.[38][39] Angestellte des Postamts bieten die Briefmarken auf Schiffen an, wenn diese vor Edinburgh Halt machen und die Passagiere nicht an Land gehen können.[37]

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Museum Tristan’s Museum wurde 1987 eröffnet und zeigt viele Ausstellungsstücke, die die Geschichte der Insel dokumentieren. In diesem Haus war früher der Landwirtschafts-Direktor der Insel untergebracht. Neben dem Museum gibt es im Haus einen Handwerksladen, der verschiedene von den Inselbewohnern hergestellte Gegenstände sowie Souvenirs verkauft.[37]

Die in der Ortsmitte gelegene Mehrzweckhalle Prince Philip Hall ist einer der wichtigsten Treffpunkte des Ortes und wird auch bei Festen für Tanzveranstaltungen genutzt. Im östlichen Teil der Halle befindet sich die Albatross Bar, der einzige Pub des Ortes. Die Halle musste 2005, nachdem sie bei einem Orkan im Jahr 2001 erheblich beschädigt wurde, saniert werden. Dabei wurde das Dach erneuert und die Fassade weiß gestrichen. Sie wurde am 18. September 2005 mit einer Tanzveranstaltung wiedereröffnet.[40] Gegenüber der Prince Philip Hall befindet sich das Freibad des Ortes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Hauptwirtschaftszweig auf Tristan da Cunha ist der Langustenfang und -vertrieb. Die Langustenfabrik ist der größte Arbeitgeber in Edinburgh. Dort wird die nur in den Gewässern um Tristan da Cunha und am knapp 2000 Kilometer nordöstlich gelegenen Seamount Vema endemische Langustenart Jasus tristani zu Tiefkühlprodukten verarbeitet. Im Jahr 1948 erhielt das südafrikanische Unternehmen South Atlantic Islands Development Corporation (SAIDC) die Lizenz zum Fang und zur Verarbeitung von Langusten auf Tristan da Cunha, die Rechte hält heute das Nachfolgeunternehmen Ovenstone Agencies (Pty) Ltd. Vor 1948 wurde der Langustenfang nur zur Selbstversorgung betrieben. Die Fabrik, die zunächst östlich von Edinburgh am Big Beach angesiedelt war, wurde beim Vulkanausbruch 1961 stark zerstört, aber am Hafen neu aufgebaut. Die höchste Produktion erreichte die Fabrik im Jahr 1972, als 857 t Langusten gefangen und verarbeitet wurden[41], in der Fischereisaison 2008/09 waren es insgesamt 435 t. Die Langusten werden durch neun Hochleistungsboote hauptsächlich mit speziellen Hummerfallen[42] oder Keschern gefangen.[43] In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 2008 brannte die Fabrik vollständig aus und musste neu aufgebaut werden. Am 17. Juli 2009 wurde sie feierlich wiedereröffnet.[44]

Die Lizenzgebühr für den Langustenfang macht über 80% der Einkommen des Überseegebiets Tristan da Cunha aus.[45] Die Produkte werden derzeit hauptsächlich in die Vereinigten Staaten und nach Japan exportiert, aktuell steigt man zudem in den chinesischen Markt ein. Auf der Insel gibt es Bestrebungen, die Langusten auch in die Europäische Union zu exportieren.[46] Seit 2009 befindet sich die Fischerei im Bewertungsverfahren für das Umweltsiegel des Marine Stewardship Council (MSC).[43]

Neben dem Fischfang ist die Landwirtschaft sowie die Schafzucht zur Erzeugung von Wolle auf der Insel von Bedeutung. Zudem soll in den nächsten Jahren auch der Tourismussektor ausgebaut werden.

Im Gegensatz zu St. Helena und Ascension, wo das eigene St.-Helena-Pfund herausgegeben und als offizielles Zahlungsmittel genutzt wird, ist die offizielle Währung auf Tristan da Cunha das britische Pfund Sterling. Obwohl die 2004 gegründete Bank of Saint Helena keine Niederlassung auf Tristan da Cunha besitzt, sind die Inselbewohner berechtigt, deren Dienste zu nutzen.[47]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hafen Calshot Harbour
Touristen werden mit einem Boot an Land gebracht

Da auf Tristan da Cunha kein Flughafen und keine Landebahn existieren, kann Edinburgh of the Seven Seas nur mit dem Schiff erreicht werden. Der kleine Fischerhafen Calshot Harbour liegt im Norden des Ortes. Im Jahr verkehren von Kapstadt aus etwa acht bis zehn Schiffe (Trawler, Versorgungsschiffe oder Kreuzfahrtschiffe), die meist vor der Insel ankern.[28] Von dort aus kann man mit einem kleineren Boot an Land gelangen. Diese Schiffe transportieren auch die Post sowie einige Versorgungsmaterialien, die auf der Insel benötigt werden. Abhängig von den äußeren Bedingungen kann die Fahrt auf die Insel zwischen fünf und 15 Tage dauern.[28] Im Jahr gibt es etwa 10 geplante Verbindungen zur Insel.[48]

Bis ins Jahr 2003 existierte eine regelmäßige Postschiffverbindung von Portland (U.K.) nach Ascension – St. Helena – Tristan da Cunha, die einmal im Jahr von der RMS St. Helena befahren wurde. Seitdem verkehrt das Postschiff nur noch bis St. Helena, der Abschnitt bis Tristan da Cunha wurde nur 2006 zum 500-jährigen Jubiläum der Inselentdeckung noch einmal befahren.[49] Eine weitere Fahrt ist aktuell nicht geplant.[50]

Der Ort ist durch ein kleines Netz aus unbefestigten Straßen erschlossen. Gelegentlich kommt es vor, dass an der einzigen größeren Straßenkreuzung des Ortes Verkehrskontrollen durchgeführt werden. Die einzige Straße, die den Ort verlässt, ist die etwa 4,5 Kilometer lange und ebenfalls unbefestigte Straße zu den Potato Patches, an der es nur zwei Ausweichmöglichkeiten gibt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Nur wenige Meter westlich der Siedlung betreibt die CTBTO drei verschiedene Überwachungsstationen zur Aufdeckung von Nuklearversuchen. Die Station „IS49“ misst Infraschall, „RN68“ ist zur Radionuklid- und Edelgaserkennung in der Luft ausgelegt und die Hydroakustik-Station „HA09“ überwacht das Meer auf eventuelle unterseeische Explosionen von Nuklearwaffen. Für den Betrieb der drei Stationen wurde eine konstante Energiequelle benötigt, die im Zuge des Baus auf der Insel eingerichtet wurde. Damit wurde Edinburgh erstmals 24 Stunden am Tag durchgehend mit elektrischem Strom versorgt.[51] Die Netzspannung im Stromnetz von Tristan da Cunha beträgt 240 V, die Netzfrequenz 50 Hz.[52]

Das einzige Krankenhaus des Ortes, das Camogli Hospital, befindet sich an einem exponierten Ort am südwestlichen Ende des Ortes. Es wurde 1971 erbaut und ersetzte damit das 1942 erbaute, provisorische Station Hospital. Vor 1942 gab es auf der Insel keinen Einwohner mit medizinischer Ausbildung, sodass sich die Bewohner des Ortes entweder selbst helfen oder auf einem Schiff Hilfe suchen mussten. Das Camogli Hospital wurde nach Camogli, dem Heimatort zweier italienischer Siedler, die 1892 auf der Insel ankamen, benannt.[53] Das Krankenhaus ist heute mit einer Unfall- und Notaufnahme, einem Kreißsaal, einem Operationssaal und zwei weiteren Stationen ausgestattet. In dem Gebäude befinden sich zusätzlich Räume zur zahnärztlichen Versorgung. Neben einem Arzt arbeiten im Camogli Hospital fünf Krankenschwestern.[53]

Neben den im Tristan’s Museum untergebrachten Handwerksladen gibt es in Edinburgh einen Supermarkt. Die dort angebotenen Lebensmittel werden meistens mit dem Schiff auf die Insel transportiert. Dem Geschäft schließt sich ein Warenlager an.[37]

Kommunikation[Bearbeiten]

Bis ins Jahr 2005 konnte Post in den Ort schwer zugestellt werden, da dieser bis dahin keine Postleitzahl besaß. Zudem wurde nach „Edinburgh“ adressierte Post häufig falsch zugestellt, da der Ort beim Verteilen häufig mit dem schottischen Edinburgh verwechselt wurde. Im Oktober 2005 erhielt Edinburgh of the Seven Seas nach einem Beschluss der Royal Mail wie die gesamte Inselgruppe Tristan da Cunha als drittletztes britisches Überseegebiet die Postleitzahl TDCU 1ZZ. Ziel dabei war es vor allem, den Bewohnern der Insel Online-Einkäufe zu ermöglichen. Zuvor hatten die Online-Händler Zustellungen auf die Insel verweigert. Bei der Einrichtung der Postleitzahl arbeitete die Royal Mail mit dem Foreign and Commonwealth Office und dem Weltpostverein zusammen.[54]

Bis zum Juni 2006 wurde der Telefon- und Internetzugang der Einwohner mit Satellitentelefonen via Cape Town Radio abgewickelt. Dies führte zu extrem hohen Preisen bei der Telekommunikation. So musste für ein Telefonat £1,83 pro Minute und für eine E-Mail ein Preis von £6,50 gezahlt werden.[55] 2006 wurde mit Hilfe von Global Crossing eine Satellitenverbindung in die britische Hauptstadt London geschaffen, wodurch eine günstige Internetverbindung sowie Telefonate zum gleichen Preis wie in London (2p nach Großbritannien, 5p nach Deutschland, 27p nach Südafrika etc.) ermöglicht wurden. Zudem wurde die Datenübertragungsrate von zwölf Leitungen von 64 Kbit/s auf 256 Kbit/s erhöht.[55] Erstmals konnten die Ortsbewohner eine E-Mail kostenlos versenden. Seit September 2007 besitzt jeder Haushalt in Edinburgh ein funktionierendes Satellitentelefon. Zudem wurde im Administration Building ein Internetcafé eingerichtet, das vor allem Benutzern von Laptops Platz bietet.

Neben dem britischen BFBS Radio 1 kann in Edinburgh seit 2008 der auf St. Helena beheimatete Sender „Saint FM“ empfangen werden. Dabei wird auf Tristan da Cunha der Internet-Livestream des Senders heruntergeladen und für den Radioempfang aufbereitet ausgestrahlt.[56] Zudem betreibt die Inselbewohnerin Laurian Rogers den lokalen Sender „Atlantic FM“, der sein Programm seit Januar 2008 ausstrahlt.[55]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnaldo Faustini: The Annals of Tristan da Cunha (online; PDF; 859 kB)
  •  Sue Steiner, Robin Liston, Richard Grundy & Mike Huntley: Tristan da Cunha. In: St. Helena, Ascension and Tristan Da Cunha. 2. Auflage. Bradt Travel Guides, 2007, ISBN 978-1-84162-198-2, S. 141–170 (online).
  •  Daniel Schreier & Karen Lavarello-Schreier: Tristan da Cunha: History. People. Language. Battlebridge Publications, 2003, ISBN 978-1-903292-03-7.
  •  Peter A. Munch: Crisis in utopia: The ordeal of Tristan da Cunha. Cromwell, New York 1971, ISBN 978-0-690-22075-9.
  •  Daniel Schreier: Tristan da Cunha English. In: The lesser-known varieties of English: An introduction. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-88396-2, S. 245–260 (online).

Weitere Literatur über Tristan da Cunha und Edinburgh of the Seven Seas findet sich in einer Bibliographie. Archiviert vom Original am 1. März 2009. Abgerufen am 20. September 2013. auf der Webseite der South Atlantic and Subantarctic Islands.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edinburgh of the Seven Seas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Welt online: Die abgelegensten Punkte der Welt, 7. September 2010
  2. tristandc.com: Tristan da Cunha Visits Home Page
  3. tristandc.com: The Tristan da Cunha Settlement of Edinburgh
  4. tristandc.com: Map of Tristan da Cunha Island
  5.  Sue Steiner, Robin Liston, Richard Grundy und Mike Huntley: Tristan da Cunha. In: St. Helena, Ascension and Tristan Da Cunha. 2. Auflage. Bradt Travel Guides, 2007, ISBN 978-1-84162-198-2, S. 145 (online).
  6. a b c d e tristandc.com: History : Discovery & Early History 1506 - 1817
  7. Arnaldo Faustini: The Annals of Tristan da Cunha, S. 16 (online; PDF; 859 kB)
  8. a b Arnaldo Faustini: The Annals of Tristan da Cunha, S. 17 (online; PDF; 859 kB)
  9. tristandc.com: History : A Growing Community - 1817 - 1853
  10. The South Atlantic and Subantarctic Islands: The Wreck of the Blenden Hall. Archiviert vom Original am 30. Juni 2012. Abgerufen am 20. September 2013.
  11. Arnaldo Faustini: The Annals of Tristan da Cunha, S. 32 (online; PDF; 859 kB)
  12. a b c d tristandc.com: History : Isolation and hardship - 1853 - 1942
  13. Arnaldo Faustini: The Annals of Tristan da Cunha, S. 41 (online; PDF; 859 kB)
  14. Volltext des Reports der Royal Navy (Version vom 26. November 2006 im Internet Archive) (PDF; 451 kB) – The South Atlantic and Subantarctic Islands
  15. a b tristandc.com: History : Joining the Modern World
  16. The South Atlantic and Subantarctic Islands: Recent History: World War II. Archiviert vom Original am 21. Juli 2012. Abgerufen am 20. September 2013.
  17. Tristan da Cunha – 1961 Volcano – Informationen über den Vulkanausbruch von 1961 auf vulkaner.no
  18. tristandc.com: History : Volcanic Interlude
  19. a b The South Atlantic and Subantarctic Islands: Recent History. Archiviert vom Original am 25. März 2009. Abgerufen am 20. September 2013.
  20. sthelena.se: The Tristan disaster, 21. Mai 2001 (Bericht über die Sturmschäden mit Bildern)
  21. tristandc.com: 2001 Hurricane - Reconstruction update
  22. [1]
  23. [2]
  24. [3]
  25. St Helena & Dependencies Single Programming Document & Indicative Programme 2004 - 2007 (PDF; 315 kB) – Government of St Helena & The European Community, Seite 6
  26. tristandc.com: Tristan da Cunha Longboats
  27. tristandc.com: Nightingale Island
  28. a b c  Daniel Schreier: Tristan da Cunha English. In: The lesser-known varieties of English: An introduction. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-88396-2, S. 245 (online).
  29.  Daniel Schreier: Tristan da Cunha English. In: The lesser-known varieties of English: An introduction. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 978-0-521-88396-2, S. 248-260 (online).
  30. a b tristandc.com: St Mary’s School
  31. tristandc.com: The Tristan da Cunha Education Trust Fund
  32. tristandc.com: Tristan Administrator
  33. tristandc.com: Tristan Island Council
  34. tristandc.com: Tristan da Cunha's Chief Islander
  35. tristandc.com: Tristan da Cunha Departments
  36. a b tristandc.com: The Churches of Tristan da Cunha
  37. a b c d e tristandc.com: Tristan da Cunha Shops
  38. St. Helena, Ascension, and Tristan da Cunha Philatelic Society: Background Information on the Islands
  39. BBC News: Country Profiles: St Helena, Ascension, Tristan da Cunha
  40. tristandc.com: The Prince Philip Hall
  41. Global Capture Production 1950-2008Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen
  42. vgl. Artikel Lobster trap in der englischen Wikipedia
  43. a b Marine Stewardship Council: Tristan da Cunha rock lobster
  44. tristandc.com: News of the building of a 21st Century Tristan Fishing Factory
  45. Submission from Dr A G James, Managing Director, Ovenstone Agencies (Pty) Ltd – Mitteilung des britischen Committee on Foreign Affairs im House of Commons
  46. tristandc.com: Tristan Fishing Industry
  47. Bank of Saint Helena: Tristan da Cunha
  48. tristandc.com: Shipping Schedules and Fares
  49. tristandc.com: 2006 RMS St Helena Q5 cruise to Tristan da Cunha
  50. Schedules & Fares – RMS St. Helena
  51. CTBTO Preperatory Mission: HA09, Tristan da Cunha, Seite 2
  52.  Sue Steiner, Robin Liston, Richard Grundy und Mike Huntley: Tristan da Cunha. In: St. Helena, Ascension and Tristan Da Cunha. 2. Auflage. Bradt Travel Guides, 2007, ISBN 978-1-84162-198-2, S. 142 (online).
  53. a b tristandc.com: Camogli Hospital
  54. BBC News: First postcode for remote UK isle, 7. August 2005
  55. a b c tristandc.com: Tristan da Cunha Communication News
  56. Saint FM – Tristan da Cunha