Gough-Insel

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Gough-Insel
Blick vom Edinburgh Peak
Blick vom Edinburgh Peak
Gewässer Südatlantik
Inselgruppe Tristan da Cunha
Geographische Lage 40° 19′ S, 9° 57′ W-40.318611111111-9.9519444444444910Koordinaten: 40° 19′ S, 9° 57′ W
Lage von Gough-Insel
Länge 13,9 km
Breite 8 km
Fläche 65 km²
Höchste Erhebung Edinburgh Peak
910 m
Einwohner 6 (Stationspersonal)
<1 Einw./km²
Karte der Gough-Insel
Karte der Gough-Insel
Klimadiagramm von Gough

Gough [gɔf-] (auch als Gonçalo Álvares bezeichnet) ist eine hohe vulkanische Insel im Atlantischen Ozean, die zur Inselgruppe Tristan da Cunha gehört. Sie liegt etwa 400 km südöstlich der Hauptinsel Tristan da Cunha und gehört zum Britischen Überseegebiet St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha, dessen Hauptort Jamestown auf der Insel St. Helena rund 2700 km entfernt liegt.

Die Insel liegt ca. 2778 km von Kapstadt (Südafrika) und ca. 3333 km vom südamerikanischen Festland entfernt.[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Insel ist 65 km² groß, 13,9 km lang und bis zu 8 km breit. Ihre höchste Erhebung ist der Edinburgh Peak mit einer Höhe von 910 m. Aufgrund ihrer Lage in den sogenannten Roaring Forties herrscht nahezu ganzjährig starker Westwind und die Niederschläge erreichen 3397 mm im Jahresmittel, die Lufttemperatur beträgt 11,9 °C im Mittel.

Entdeckung[Bearbeiten]

Die Insel wurde im frühen 16. Jahrhundert, möglicherweise 1505 oder 1506, vom portugiesischen Seefahrer Gonçalo Álvares entdeckt, aber ihre Position zunächst nicht exakt bestimmt. Das erfolgte 1731, als sie vom britischen Kapitän Charles Gough wiederentdeckt wurde, nach dem sie auch benannt ist. Erstmals betreten worden war sie bereits 1675 durch den englischen Kaufmann Anthony de la Roché (siehe de la Rochés Landung auf der Gough-Insel), nachdem er durch ein Unwetter von seiner Route verschlagen worden war und dabei Südgeorgien entdeckt hatte.[1]

Tierwelt[Bearbeiten]

Die Insel ist Heimat zweier endemischer Vogelarten: des Gough-Teichhuhns (Gallinula comeri) und der Gough-Ammer (Rowettia goughensis). Die Hausmaus (Mus musculus) wurde im 19. Jahrhundert durch Walfänger eingeschleppt. Durch ihr räuberisches Verhalten bedroht sie mittlerweile den Fortbestand einheimischer Vogelarten.[2] Bekannt ist auch die Kolonie der Subantarktischen Seebären (Arctocephalus tropicali), in der drei Viertel der weltweiten Bestände dieser Art leben.

Sonstige Angaben[Bearbeiten]

Auf der abgelegenen und einsamen Insel, die etwa 3200 km von Kapstadt entfernt liegt, betreibt Südafrika seit 1956 eine durchgehend bemannte Wetterstation (40° 20′ 58″ S, 9° 52′ 49″ W-40.349352777778-9.8803666666667).[3]

Von August bis September 1958 testeten die USA nahe der Insel mit dem Argus-Experiment die Abwehr von ballistischen Raketen durch Explosion von Atomsprengköpfen in ca. 480 km Höhe. Es wurden drei Tests durchgeführt u. a. von dem Schiff USS Norton Sound.

Die Insel gehört wie Inaccessible seit 1995 zum Weltnaturerbe der UNESCO.

Im Jahr 2011 wurde die Insel als eine Regattamarke der Weltumsegelungsregatta Barcelona World Race benutzt, die die Teilnehmerboote auf ihrem Weg von Europa zum Kap der Guten Hoffnung (Südafrika) zu umrunden hatten.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gough-Insel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c DBo. (22. Januar 2011). Lîle [sic!] désolée. auf den Internetseiten des Barcelona World Race (frz.; abgerufen 22. Januar 2011)
  2. Tagesspiegel: Insel Gough: Maus frisst Albatros
    rspb-Artikel über Mäuse und Albatrosse: Tristan da Cunha programme (englisch)
  3. Über die südafrikanische Wetterstation: Extracts taken from a paper by MW Holdgate laut eigenen Angaben: auf den Internetseiten des Director-General: Department of Environmental Affairs & Tourism Directorate: Antarctica and Islands (engl.; erneut abgerufen 22. Januar 2011)