Edradour

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Edradour
Edradour whiskybrennerei pitlochry schottland 10.06.2007.JPG

Gebäude der Edradour Whisky-Destillerie

Land Schottland
Region Highlands
Geographische Lage 56° 42′ 3,2″ N, 3° 42′ 10,1″ W56.7008944-3.7028139Koordinaten: 56° 42′ 3,2″ N, 3° 42′ 10,1″ W
Typ Malt
Status aktiv
Eigentümer Andrew Symington (Signatory)
Gegründet 1825
Gründer Bauern
Wasserquelle Mhoulin Moor
Washstill(s) 1 × 4.218 l
Spiritstill(s) 1 × 2.179 l
Produktionsvolumen 90.000 l
Website www.edradour.com

Edradour ist die kleinste schottische Whiskybrennerei. Sie liegt in einem kleinen Tal, verborgen von umliegenden Bergen, östlich der Ortschaft Pitlochry. Von den Angestellten werden nur zwölf Fässer mit 600 Gallonen (ca. 2.720 Liter) Destillat pro Woche hergestellt, das ergibt ca. 90.000 l bzw ca. lediglich 250.000 Flaschen pro Jahr. Jährlich kommen jedoch bis zu 100.000 Besucher zu dieser Destillerie, so dass zusätzlich fast 20 Fremdenführer beschäftigt werden müssen. Die Brennereigebäude sind in den schottischen Denkmallisten in die Kategorie B einsortiert.[1]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Edradour ist nicht eindeutig geklärt, es kommen zwei mögliche Phrasen aus der gälischen Sprache in Frage. Zum einen "Edred Dhobhar" (Der Fluss von [König] Edred), zum anderen "Eadar Dhà Dhobhar" (Zwischen zwei Flüssen). Letzteres ist auch als Ortsbezeichnung in gälischen Karten zu finden und wird auf den Führungen als Ursprung angegeben.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Destillerie wurde wahrscheinlich bereits 1825 durch eine Genossenschaft von Bauern zur Deckung des Eigenbedarfs gegründet. Die offizielle Gründung und die damit erste urkundliche Erwähnung fand 1837 statt. 1841 wurde die Kooperative dann in John McGlashan & Co. umbenannt und die Produktion für den Markt begann. 1933 übernahm William Whiteley & Co., ein Tochterunternehmen der amerikanischen Gruppe J.G. Turney & Sons die Destillerie, so dass Edradour Hauptbestandteil des King Ransome wurde. Campbell Distillers Ltd, das zum Spirituosenkonzern Pernod Ricard gehört, übernahm die Firma 1982. Die erste Abfüllung als Single Malt erfolgte 1986. Am 22. Juli 2002 wurde die Destillerie an den unabhängigen schottischen Abfüller Signatory weiterverkauft.

Produktion[Bearbeiten]

Das Wasser der zur Region Highlands/Southern Highlands gehörenden Brennerei stammt aus einer Quelle am Mhoulin Moor. Die Destillerie besitzt einen Maischbottich (mash tun) (1,25 t), zwei Gärbottiche (wash backs) (je 5.000 l) aus Douglasienholz, eine wash still (4.218 l) und eine spirit still (2.179 l).

Brennblasen bei Edradour

Produkte/Geschmacksrichtungen[Bearbeiten]

Der Geschmack des Whiskys ist stark abhängig von den jeweils verwendeten Holzarten der Lagerfässer (Marsala, Madeira, Portwein, Chardonnay, Sauternes, Bordeaux und Burgunder). Der Whisky ist grundsätzlich sehr kräftig, hat aber auch eine süßliche Note die an Karamellbonbon erinnert.

Während in Deutschland praktisch die Standardabfüllung erhältlich ist, gibt es im Laden der Destillerie zusätzlich noch eine Vielzahl sogenannter Cask-Abfüllungen zu kaufen.

Edradour bietet ebenfalls einen eigenen Cream Liqueur an.

Besichtigungen[Bearbeiten]

Edradour verfügt über ein Besucherzentrum und kann seit Januar 2010 nicht mehr kostenlos besichtigt werden. Allerdings dürfen die Besucher ihr Glencairn Whiskey Glas von der Verkostung behalten.

Kurioses[Bearbeiten]

Edradour - Smallest Distillery in Scotland

Wenn die beiden Brennblasen auch nur geringfügig kleiner wären, würde die Destillerie als Schwarzbrennerei gelten, da sie dann von den Steuerbehörden als transportabel eingestuft würden.

O-Ton des Führers im Besucherzentrum: „Edradour is the smallest legal distillery in Scotland.“ (Edradour ist die kleinste legale Destillerie in Schottland.)

Im Hof steht als Blickfang der „Trabi“ der Ehefrau des Besitzers von Edradour.

Kuriosum: Fahrzeug einer deutschen Mitarbeiterin der Destillerie im Zentrum der Destillerie als Blickfang

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles MacLean (Hrsg.): Whisky. World Guide, Regions, Distillers, Malts, Blends, Tasting Notes. Dorling Kindersley, London et al. 2008, ISBN 978-0-7566-3349-3.
  • Walter Schobert: Das Whiskylexikon. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2003, ISBN 978-3-596-15868-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edradour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag in die schottischen Denkmallisten