Ein Porträt des Künstlers als junger Mann
Ein Porträt des Künstlers als junger Mann (engl. A Portrait of the Artist as a Young Man) ist ein Roman von James Joyce, der im Jahre 1916 erschienen ist und autobiografische Züge aufweist.
Ein Porträt des Künstlers als junger Mann ist inhaltlich und stilistisch eine Vorbereitung für Joyces Hauptwerk Ulysses. Joyce wendet zum ersten Mal stellenweise den Bewusstseinsstrom an, um die Gedanken des Dedalus wiederzugeben. Zudem handelt es sich um einen Bildungsroman, in dem die gesamte innerliche Entwicklung des Protagonisten von junger Kindheit an bis ins Erwachsenenalter mitverfolgt werden kann und dieser aufgrund seiner Erfahrungen zu einem Individuum wird, das seinen eigenen Platz und seine Aufgabe innerhalb der Gesellschaft (wenn auch im Ausland) findet.
[Bearbeiten] Inhalt
Es ist die Geschichte von James Joyces Alter Ego Stephen Dedalus (Dedalus, zu deutsch Dädalus der griechischen Mythologie), der in Dublin seine Kindheit und Jugendzeit verbringt. Die Schwierigkeiten in der Schule und mit dem Erwachsenwerden werden gleichzeitig mit der innenpolitischen Situation Irlands behandelt. Es werden die Fragen nach der Rolle der katholischen Kirche und des Vaterlandes angesprochen. Die Beziehung des Protagonisten zu seiner Sexualität, zur Religion und zu seinem Land stehen in Konkurrenz zu seiner Kunst und so beschließt Dedalus am Ende des Romans, seine Heimat zu verlassen, in die weite Welt hinauszugehen und (hier finden sich Parallelen zum mythologischen Dädalus) sich den Künsten zu widmen. Innerhalb Irlands kann er dies nicht tun, da die politische und soziale Lage ihn daran hindert, frei zu sein für die Kunst.
[Bearbeiten] Siehe auch
Anna Livia Plurabelle | Briefe | Das heilige Offizium | Der Tag des Pöbels | Dubliner | Ein Porträt des Künstlers als junger Mann | Epiphanien | Finnegans Wake | Fragmentarische Jugendlyrik | Gas von einem Brenner | Gelegenheitsverse | Giacomo Joyce | Kammermusik | Pöme Penysstück | Stephen der Held | Ulysses | Verbannte | Verstreute Gedichte