Eisen(II)-iodid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Eisen(II)-iodid
Andere Namen
  • Eisendiiodid
  • Eiseniodid (mehrdeutig)
Verhältnisformel FeI2
CAS-Nummer
  • 7783-86-0
  • 13492-45-0 (Tetrahydrat)
PubChem 82220
Kurzbeschreibung

rot violetter Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 309,65 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte
  • 5,32 g·cm−3 (25 °C)[1]
  • 2,87 g·cm−3 (Tetrahydrat)[2]
Schmelzpunkt

315 °C (Zersetzung)[3]

Löslichkeit
  • löslich in Wasser[1]
  • löslich in Aceton[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332​‐​315​‐​319​‐​335Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​360
P: 201​‐​261​‐​280​‐​305+351+338​‐​308+313 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 61​‐​20/21/22​‐​36/37/38
S: 22​‐​26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Eisen(II)-iodid ist eine anorganische chemische Verbindung des Eisens aus der Gruppe der Iodide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Eisen(II)-iodid kann durch Reaktion von Eisen mit Iod bei 500 °C gewonnen werden.[5]

\mathrm{Fe + I_2 \longrightarrow FeI_2}

Äußerst fein verteiltes Eisen(II)-iodid erhält man durch thermische Zersetzung von Tetracarbonyldiiodidoeisen(II) Fe(CO)4I2.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Eisen(II)-iodid ist ein hygroskopischer rotvioletter bis schwarzer Feststoff, der löslich in Wasser, Ethanol und Diethylether ist. In Lösung und an feuchter Luft erfolgt rasche Oxidation.[6] Er wird an der Luft weißlich. Die Lösung in Wasser ist farblos. Er besitzt eine trigonale Kristallstruktur vom Cadmium(II)-hydroxid-Typ mit der Raumgruppe P3m1 (a = 404 pm, c = 675 pm).[5][3] Das Tetrahydrat ist ein schwarzer Feststoff, der löslich in Ethanol und Wasser ist und sich bei 90–98 °C zersetzt.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Eisen(II)-iodid findet Verwendung als Wirkstoff in homöopathischen Arzneimitteln. In dem Anwendungsbereich ist es bekannt als Ferrum jodatum.[7] Die zugeschriebene Wirkung besonders gegen Drüsenerkrankungen ist wissenschaftlich jedoch nicht bestätigt.

Das Tetrahydrat wird als Katalysator und zur Herstellung von Alkaliiodiden verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Datenblatt Iron(II) iodide, anhydrous, beads, −10 mesh, ≥99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. Juli 2013 (PDF).
  2. a b c  Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds, Second Edition. Taylor & Francis, 2011, ISBN 1439814627, S. 483 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b c  Roger Blachnik (Hrsg.): Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Band III: Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale. begründet von Jean d’Ans, Ellen Lax. 4., neubearbeitete und revidierte Auflage. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-60035-3, S. 454 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b c  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1645.
  6.  Karl-Heinz Lautenschläger: Taschenbuch der Chemie. Harri Deutsch Verlag, 2007, ISBN 978381711760-4, S. 410 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Markus Wiesenauer: Homöopathie bei chronischen Beschwerden in Große GU Kompasse, S. 91, 106 & 152, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2012