Eispickel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den Bar-Eispickel siehe Eispick
Standardeispickel
Moderner Eispickel mit gebogenem Schaft
Eispickel aus den 1970er-Jahren mit GFK-Stiel

Der Eispickel ist ein Ausrüstungsgegenstand im Alpinismus auf Hochtouren. Er dient dem Bergsteiger als Gehunterstützung auf Fels, Schnee, Firn und Eis, zum Sondieren der Schneeauflage auf Gletscherspalten, zum Klettern im Eis, zum Abbremsen eines Sturzes auf geneigten Schnee- oder Firnflächen mittels Pickelrettungsgriff,[1] als Anker zur Sicherung von Seilpartnern und zur Bergung von in Gletscherspalten Gestürzten. Vor der Einführung der Steigeisen mit Frontalzacken (ab 1932) wurde er außerdem zum Schlagen von Stufen im Eis verwendet (ähnlich einer Spitzhacke) . In dieser Funktion kommt der Eispickel heute nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung, wenn keine Steigeisen verfügbar sind.

Herkunft[Bearbeiten]

Entstanden ist der Eispickel mit der Entwicklung des Bergführerwesens im Alpenraum aus einem Küchenbeil und dem Alpenstock. Er hatte einen Pickelkopf mit Haue und Schaufel aus Stahl sowie einen Holzschaft mit Stahlspitze . Dieser Vorgänger des modernen Eispickels wird heute noch – nach dessen Konstrukteur, dem Bergsteiger Peter Aschenbrenner – als „Aschenbrenner-Eispickel“ bezeichnet. Bei heute verwendeten Eispickeln besteht der Schaft aus Aluminium, Haue und Schaufel werden aus legierten Stählen gefertigt (z. B. Chrom-Molybdän oder Nickel-Chrom-Molybdän).

Herstellung[Bearbeiten]

Eispickel werden heutzutage nur noch sehr selten von Hand geschmiedet. Dabei wird ein Stück Maschinenbaustahl (0,53 % Kohlenstoff, 0,95 % Silizium, 1 % Magnesium) in einem Gesenk vorgepresst und danach in mehreren Stufen zu einem Rohling geschmiedet. Dieser wiederum wird geschliffen und hochglanzpoliert, was unter anderem eine bessere Korrosionsbeständigkeit zur Folge hat. Moderne Eispickel werden zum großen Teil im Gesenk geschmiedet. Bei diesem Verfahren wird weichgeglühter Stahl bei einer Temperatur von rund 850 °C vorgeformt und in das Gesenk gepresst. Dadurch wird der Faserverlauf nicht unterbrochen, sondern nur ausgerichtet, was eine erhöhte Festigkeit zur Folge hat.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Nach Anwendungszweck unterscheidet man Eispickel für leichte oder mittlere Hochtouren und spezielle Eisgeräte für kombinierte Touren oder zum Eisklettern. Es gibt sie in verschiedenen Schaftlängen von 40 bis 90 cm, wobei davon ausgegangen wird, dass bei Gletscherbegehungen Pickel in der Länge von 60 bis 70 cm ausreichend sind.[3]

Normierung[Bearbeiten]

Für Eispickel und Eisgeräte gibt es zwei Normen, welche sich in Bezug auf die entsprechenden Prüfungen unterscheiden. So wird in „B“-Geräte (Basisgeräte) und „T“-Geräte (Technikgeräte) unterschieden. Letztere sind für den extremeren Einsatz gedacht und unterliegen höheren Anforderungen.[4]

Literatur, Film und Realität[Bearbeiten]

In Literatur und Film taucht als Mordinstrument oftmals der Eispick auf, ein Werkzeug zum Zerkleinern von Wassereis. So benutzt Sharon Stone im Film Basic Instinct ein Eispick. Im Horrorfilm The Descent wird ein Eispickel verwendet.

Der russische Revolutionsführer Leo Trotzki wurde 1940 mit einem Eispickel ermordet.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eispickel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.gudelius.de/pickel.htm.
  2. Grivel: History of the ice axe (Englisch).
  3. Don Graydon, Perfekt Bergsteigen - Die Hohe Schule des Alpinismus (Deutsche Fassung von Thomas Küpper), Pietsch Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-50276-3.
  4. Normprüfung von Eispickeln und Eisgeräten (PDF; 2,5 MB).
  5. BBC News: Trotsky murder weapon 'in Mexico' (Englisch).