Eisklettern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eisklettern

Eisklettern ist das Klettern an Eisformationen wie zum Beispiel gefrorenen Wasserfällen und Eiszapfen. Die Kletterer verwenden Steigeisen und Eisgeräte (spezielle Eispickel), um im Eis zu klettern. Das Eisklettern ist eine Spezialdisziplin des alpinen Kletterns oder Bergsteigens, da hier alle Kenntnisse des alpinen Kletterns notwendig sind. Daher wird auch die gleiche Schutzausrüstung wie beim alpinen (winterlichen) Klettern verwendet.

Eistour[Bearbeiten]

Eistour zum Zuckerhütl

Eine Eistour bezeichnet eine hochalpine Klettertour durch eine Eiswand. Eiswände befinden sich in der Regel an vergletscherten Bergen und haben eine Neigung zwischen 40° und 90°. Zum Durchsteigen einer Eiswand sind Steigeisen, Eispickel, Eisschrauben, Helm und Seil notwendig.

Sicherung im Eis[Bearbeiten]

Zum Anbringen von Zwischensicherungen und zum Standplatzbau werden beim Eisklettern Eisschrauben verwendet. Diese haben die in der Vergangenheit verwendeten Eisnägel abgelöst. Zum Standplatzbau werden im Allgemeinen zwei Eisschrauben mit einer Bandschlinge durch ein Kräftedreieck verbunden, sie können jedoch auch in Reihenverankerung angebracht werden.[1] Es können auch große Sanduhren zum Anbringen von Sicherungen verwendet werden.

Beim Rückzug werden mit Hilfe von Eisschrauben Eissanduhren ins Eis gebohrt und Bandschlingen oder Reepschnüre durchgezogen. An diesen kann sich der Kletterer dann abseilen (Ablassen ist so jedoch wegen der Durchschmelzgefahr nicht möglich).

Eine zweite Methode beim Abseilen ist die sich selbst ausdrehende Eisschraube. Dazu wird die Eisschraube mit einer Reepschnur versehen. Die Reepschnur ist an der Schraubenlasche befestigt, um die Eisschraube gewickelt und mit dem zweiten Ende am Seil befestigt. Beim Abziehen des Seiles wird die Eisschraube durch die Reepschnur herausgedreht und fällt zusammen mit dem Seil nach unten.

Dry-Tooling[Bearbeiten]

In den letzten Jahren hat sich als Spezialdisziplin des Eiskletterns das Dry-Tooling entwickelt. Dabei wird mit speziellen Eisgeräten und Steigeisen eine Felswand beklettert. Das Dry-Tooling entstand, da viele Eiskletterer auf der Suche nach schwierigen Eiszapfen im Zustieg zu diesen Eiszapfen schwierige Stellen im Fels überwinden mussten.

Mixed-Klettern[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mixed-Klettern

Mixed-Klettern ist die jüngste Spielform des Eis- bzw. Wasserfallkletterns, bei der man mit Eisgeräten und Steigeisen zwischen den Eiskletterpassagen auch Dry-Tooling Passagen überwinden muss. Zum Beispiel werden überhängende Felszonen durchklettert, indem die Eisgeräte auf Felsleisten aufgelegt oder in Rissen verklemmt werden, und auf diese Art ein freihängender Eiszapfen erreicht und dann erklettert wird.

Die Schwierigkeit von Eis- bzw. Mixed-Touren wird mit Hilfe spezieller Schwierigkeitsskalen bewertet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bruno Hasler: Faszination und Gefahren beim Steileisklettern. In: Die Alpen. Nr. 2, 2006, S. 24-25 (Volltext im Web vorhanden).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eisklettern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Deutscher Alpenverein, Österreichischer Alpenverein, Alpenverein Südtirol, Schweizer Alpen-Club (Hrsg.): Baustelle Standplatz. Sicherungstechnik beim Eisfallklettern. In: bergundsteigen. Nr. 3, Innsbruck 2003, S. 76-83 (http://www.alpineausbildung.at/download/eis_baustelle_standplatzeisfall.pdf, abgerufen am 3. Februar 2011).