Elizabeth Craven
Elizabeth Craven (* 17. Dezember 1750 in Westminster; † 13. Januar 1828 in Neapel) war eine britische Schriftstellerin. Sie war die Tochter von Augustus Berkeley, 4. Earl of Berkeley, Witwe von William Craven, 6. Baron Craven, und Ehefrau des Markgrafen Karl Alexander von Ansbach-Bayreuth.[1] Sie war besonders bekannt für ihre Reiseberichte.
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Leben und Schaffen [Bearbeiten]
Elizabeth Carven war die Tochter des 4. Earl von Berkley und dessen Frau Elizabeth. Der Vater starb, als die Tochter fünf Jahre alt war. Im Alter von 13 Jahren reiste sie anlässlich der Heirat ihrer Schwester Georgina nach Paris und begegnete dort dem 27-jährigen Markgrafen Carl Alexander von Ansbach und Bayreuth, Prinz zu Sayn. Drei Jahre später wurde sie selbst gegen ihren Willen mit William Craven, 6. Baron Craven verheiratet. Die Ehe mit dem 6. Baron von Craven dauert 13 Jahre, und es gingen sieben Kinder daraus hervor.
Elizabeth Craven schrieb seit ihrem 26. Lebensjahr Theaterstücke, die sie meist von klassischen Mustern aus Frankreich oder Deutschland übernahm und und nachbearbeitete. Durch eine Freundschaft mit Horace Walpole, der sie förderte, wurden diese Stücke in der englischen Gesellschaft bekannt und teilweise sogar im Theatre Royal Haymarket von Samuel Foot als sogenannte "Afterpieces" vorgeführt. Im Alter von 30 Jahren trennte sie sich von ihrem Mann.
Der Vorwurf ihrerseits lautet, er habe eine andere Beziehung. Der Vorwurf seinerseits, ihr Sohn Kepel stamme nicht von ihm. Ihre Trennungsabfindung ist gewaltig (umgerechnet etwa 25.000 € monatlich) In den folgenden zwei Jahren engagiert sie sich weiter in der englischen Theaterszene, geht dann allerdings 1782 nach Paris, wo es zur Annäherung an den auch zwangsweise verheirateten deutschen Markgrafen Carl-Alexander kommt. Sie erhält eine erste Einladung nach Ansbach. Im Jahr 1785 unternimmt sie eine Reise nach Italien, Österreich, Russland und Konstantinopel. 1786 veröffentlicht sie einen Reisebericht in Briefen, der sich teilweise an das Vorbild der Reisebriefe der Lady Montagu (1716) anschließt, teilweise deren Idealisierung kritisch hinterfragt. 1787 bis 1791 lebt sie am Hof Carl Alexanders in Ansbach und organisiert dort das „Nouveau Théathre de Societée d'Anspac et de Triesdorf“ in dem auch ihre Stücke gegeben werden. In dem nahe Ansbach gelegenen Triesdorf versucht sie außerdem, eine Sommerresidenz im englischen Gartenstil einzurichten, wird durch ihre Extravaganz jedoch von einem Teil des Markgräflichen Hofes abgelehnt und schließlich auch boykottiert. Nach dem Tod ihres Gatten und der Ehefrau des Markgrafen, (beide im Jahr 1791) heiraten Carl Alexander und Elisabeth Craven und gehen gemeinsam nach England, nachdem die Markgrafschaft, die nach dem Tod des kinderlosen Markgrafen sowieso an Brandenburg-Preussen gefallen wäre, gegen eine Leibrente vorzeitig abgegeben worden war. In England versucht E. Craven, an ihre ersten Erfolge anzuknüpfen und schreibt eine Reihe von der Kritik gut aufgenommener Stücke (Etwa: Die Prinzessin von Georgien). Der Markgraf stirbt 1806. Sie geht daraufhin mit ihrem Sohn Kepel nach Neapel, wo sie ihre Memoiren schreibt. Sie stirbt 1828 und ist im Cimitero degli Inglesi beigesetzt.
E. Craven schrieb oder adaptierte über 20 Dramen, meist nach klassischen Vorbildern, von denen etwa die Hälfte veröffentlicht ist. Die nicht veröffentlichten befinden sich im Nachlass, der im Britischen Museum aufbewahrt wird. Ihr Erfolg war wechselhaft, ihre Stücke wurden allerdings an prominenten Orten aufgeführt. Horace Walpole förderte und kritisierte sie zugleich, da er eine Dramen schreibende Frau faszinierend fand. Die Stücke erschienen teilweise in deutscher Übersetzung in Leipzig und Frankfurt und wurden eifrig subscribiert, d.h. nicht selbst finanziert. Neben ihrer Reisebeschreibung in Briefen verfasste sie eine umfangreiche Autobiographie, die 1828 erschien. Auch diese ist ins Deutsche übersetzt.
Werke [Bearbeiten]
- The Sleep-Walker - Im Wesentlichen eine Übersetzung des französischen Dramas von Pont de Ville (1778), das sie in Strawberry Hill, der Bühne Walpoles aufführt.
- Modern Anecdote of the Ancient Family of the Kink-vervankotsdarsprakengotchderns. (Eine deutsche Adaption mit skurrilen Anreicherungen die die Absurdiäten des dt. Adelslebens aufs Korn nimmt)1779.
- The Miniature Picture. (1780).
- The Silver Tankard. (1781) der im Royal Haymarked Theatre gespielt wird.
- The Arcadian Pastoral. Aufgeführt 1782. 6. Und noch im selben Jahr:
- The Statue Feast (eine Voltaire-Adaption des steinernen Gastes, wie wir sie auch von Mozarts Don Jovanni kennen).
- Anekdote aus einer alten Familie. Ein Weihnachtsmärchen. Schwickert, Leipzig 1781, Nachdruck Eulenspiegel-Verlag, Berlin 1982 (Originalausgabe: Modern Anecdote of the Ancient Family of the Kinkvervankotsdarsprakengotchderm, anonym 1779).
- 'Nourjad (franz.), der bereits 1787 aufgeführt wurde.
- Nurjad e Fatme. (Adaption)
- Repentir des Voeux.
- Le Disguisement.
- Abdoul.
- Le Prince Lutin
- La Folie du Jour.
- Le Philosophe Moderne (Adaption) 1790.
Während der zweiten Englischen Periode:
- Die Prinzessin von Georgien.
- The Soldier of Dierenstein. Or, Love and Mercy. An Austrian Story.
- White, London 1802. Microfiche-Ausgabe Belser Wissenschaftlicher Dienst, Wildberg 1989/90, ISBN 3-628-51134-87.
Teilw. unveröffentlicht. Einsehbar:Nachlaß der Lady Craven (einschließlich Kompositionen) im Britischen Museum.
- Briefe der Lady Elisabeth Craven über eine Reise durch die Krim nach Konstantinopel. Kummer, Leipzig 1789 (Originalausgabe: A Journey through the Crimea to Constantinopole. In a Series of Letters. Chamberlain, Dublin 1789). In den Stücken spiegelt sich ihr eigens Schicksal, (früh verheiratete oder vergewaltigte Mädchen, meist in eingestreuten Liedern; sowie Passagen, die auf eine Emotionsstörung hinweisen.
- Denkwürdigkeiten der Markgräfin von Anspach, in zwei Bänden. Cotta, Stuttgart 1826 (Originalausgabe: Memoirs of the Margrovine of Anspach, Written by Herself. London 1826)
Literatur [Bearbeiten]
- HERMANN VARNHAGEN. 1904, (Hg.) DIE LITTERARISCHE TÄTIGKEIT DER LADY CRAVEN. ERLANGER BEITRÄGE ZUR ENGLISCHEN PHILOLOGIE UND VERGLEICHENDEN LITTERATURGESCHICHTE. ERLANGEN, VERLAG VON FR. JUNGE,
- Günter Tiggesbäumker 2010 in: L.Cr. Briefe einer Reise in die Türkey 1785/86 Nachdruck der deutschen Erstausgabe Leipzig 1789 mit Einführung. Verlag Alte Post. Unter der Redaktion von Dr. Horst v. Zerboni, Gerhard Schulz Rothemund und Carl Alexander Mavridis in Weidenbach.
- Günter Tiggesbäumker: Elizabeth Craven (1750-1828), in: Corvey-Journal 8, 1997, S. 21-38. ISSN 0936-1189.
- Annegret Pelz: Reisen durch die eigene Fremde. Reiseliteratur von Frauen als autogeographische Schriften, Literatur-Kultur-Geschlecht 2, Köln, Weimar, Wien: Böhlau 1993.
- Tobias Smollett, 1763, Critical Review Nr. 15.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Elizabeth Craven im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografie (englisch)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Craven, Elizabeth |
| KURZBESCHREIBUNG | englische Schriftstellerin |
| GEBURTSDATUM | 17. Dezember 1750 |
| GEBURTSORT | Westminster |
| STERBEDATUM | 13. Januar 1828 |
| STERBEORT | Neapel |