Emil Beck (Fechttrainer)

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Emil Beck (* 20. Juli 1935 in Tauberbischofsheim; † 12. März 2006 ebenda) war ein deutscher Fechttrainer.

Leben[Bearbeiten]

Der gelernte Friseur begann Mitte der 1950er Jahre mit dem Fechtsport. Fechtszenen aus dem Kinofilm Die drei Musketiere hatten den Jugendlichen beeindruckt. Mit großer Leidenschaft für diesen Sport schuf er in Tauberbischofsheim das weltbekannte Fechtleistungszentrum, das in den 1970er Jahren zur olympischen „Goldschmiede“ wurde. Als Trainer von Fechtgrößen wie Matthias Behr, Alexander Pusch und Anja Fichtel wurde er zu einem der erfolgreichsten Fechttrainer der Welt. Olympiasiege, Welt- und Europameistertitel wurden seit 1973 (erster Weltmeistertitel für einen Sportler aus Tauberbischofsheim) reihenweise unter seiner Obhut errungen. Auf dem Höhepunkt seines Schaffens errangen Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser Gold, Silber und Bronze bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul im Damenflorett. Solch ein Triumph konnte in der Historie des deutschen Fechtens nicht mehr wiederholt werden. Beck zählte mit Karl Adam (Rudern) und Gustav Kilian (Bahnrad) zu den großen Drei unter den Trainer-Autodidakten im bundesdeutschen Sport. Bis 1999 hatte Beck, der von 1970 bis 1986 für die Bereiche Degen und Herren-Florett zuständig und ab 1986 für sämtliche Fechtwaffen Cheftrainer war[1], als Bundestrainer 20 olympische und 91 Weltmeisterschafts-Medaillen gewonnen, musste dann aber nach Querelen im Tauberbischofsheimer Olympiastützpunkt zurücktreten.

Matthias Behr wurde für kurze Zeit sein Nachfolger als Teamchef der deutschen Fechtnationalmannschaft.

Einige Zeit, nachdem sich Beck aus dem Sport zurückgezogen hatte, kam er wieder in die Schlagzeilen, als Vorwürfe wegen Veruntreuung von einer Million Euro aufkamen. Im Jahr 2004 kam es zur Anklageerhebung wegen Untreue und Urkundenunterdrückung.[2] Das Gerichtsverfahren konnte zu seinen Lebzeiten nicht zu Ende geführt werden. Er lebte seit der Neuerrichtung im Jahre 1997 im „Haus der Athleten“ in seinem Heimatort.

Am 12. März 2006 starb Beck an Herzversagen. Nach ihm wurde der erstmals 2008 verliehene[3] Emil-Beck-Gedächtnispreis des Fecht Club Tauberbischofsheim benannt, mit dem der Club Persönlichkeiten ehrt, die sich in besonderer Weise um den Fechtsport verdient gemacht haben.[4]

Sein Sohn Frank Beck war ebenfalls im Fechtsport aktiv.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Das große Olympia Lexikon", Sport-Bild vom 19. Juni 1996, S.36
  2. „Der Spiegel“, Heft 12/2006, Register: Gestorben
  3. Stolz, dass die Firma Samsung ausgezeichnet wird. In: Südwest Presse Online. Tauber-Zeitung, Bad Mergentheim, 18. Dezember 2009, abgerufen am 23. März 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatReinhold Würth erhält Emil-Beck-Gedächtnispreispreis. Main-Post, 6. Oktober 2011, abgerufen am 23. März 2013 (Nur Auszug frei verfügbar).

Weblinks[Bearbeiten]