Tauberbischofsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tauberbischofsheim
Tauberbischofsheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tauberbischofsheim hervorgehoben
49.62259.6627777777778183Koordinaten: 49° 37′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 183 m ü. NHN
Fläche: 69,31 km²
Einwohner: 12.666 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97941
Vorwahl: 09341
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 115
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 8
97941 Tauberbischofsheim
Webpräsenz: www.tauberbischofsheim.de
Bürgermeister: Wolfgang Vockel (parteilos)
Lage der Stadt Tauberbischofsheim im Main-Tauber-Kreis
Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte
Über dieses Bild
Blick über die Altstadt

Tauberbischofsheim ist die Kreisstadt des Main-Tauber-Kreises im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Sie ist Mittelzentrum in der Region Heilbronn-Franken.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Stadtkern Tauberbischofsheims liegt in Tauberfranken, einem baden-württembergischen Teil Frankens, in einem breiten, beständig nordnordwestlich laufenden Talabschnitt der unteren Tauber. Am Südrand der Stadt mündet von links der Brehmbach in den Fluss.

Die Stadtgemarkung erstreckt sich – zumindest auf einer Flussseite – fast 12 km entlang der Tauber und bis zu 7,5 km weit auf die linken und bis zu 4,5 km weit auf die rechten Randberge des Flusstals. Der höchste Punkt liegt an der Westgrenze zur Gemarkung von Külsheim an der Straße nach Eiersheim, dort wird eine Höhe von 372 m ü. NN erreicht, der niedrigste am Ausfluss der Tauber auf unter 168 m ü. NN.

Blick auf Tauberbischofsheim vom Rohnberg im Norden

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Tauberbischofsheim gehören die Stadtteile Tauberbischofsheim-Stadt, Dienstadt, Distelhausen, Dittigheim, Dittwar, Hochhausen und Impfingen. Die Gemarkung der Stadtteile ist identisch mit den ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Ihre offizielle Bezeichnung erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und mit Bindestrich verbunden, die Bezeichnung Stadtteil und dem nachgestellt der Name der Stadtteile. Die Stadtteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung und mit Ausnahme des Stadtteils Tauberbischofsheim-Stadt Ortschaften mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.[2]

Zum Stadtteil Dienstadt gehört das Dorf Dienstadt. Zum Stadtteil Distelhausen gehören das Dorf Distelhausen und das Haus Bahnstation Distelhausen. Zum Stadtteil Dittigheim gehören das Dorf Dittigheim und der Weiler Steinbach (Hof) sowie die abgegangene Ortschaft Losenhofen. Zum Stadtteil Dittwar gehören das Dorf Dittwar und das Haus Siedlung Heidenkessel sowie die abgegangene Ortschaft Willenzheim. Zum Stadtteil Hochhausen gehören das Dorf Hochhausen sowie die abgegangene Ortschaft Rückertshöflein. Zum Stadtteil Impfingen gehört das Dorf Impfingen. Zum Stadtteil Tauberbischofsheim-Stadt gehören die Stadt Tauberbischofsheim, der Stadtteil Tauberbischofsheim über der Tauberbrücke und die Häuser An der Königheimer Straße und Bahnhof Dittwar.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Jenseits der Stadtgrenze grenzt im Süden Lauda-Königshofen an, im Südwesten Königheim, im Nordwesten Külsheim, im Norden Werbach, im Nordosten kurz Großrinderfeld und im Osten Grünsfeld.

Klima[Bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm

Der Jahresniederschlag beträgt 580 mm. Der Niederschlag liegt im unteren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Nur 17 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Februar; am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. zweimal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 8 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Das Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein silberner Topfhelm, dessen silberne Helmbänder in je zwei silberne Rosetten auslaufen, darüber als Kleinod ein siebenspeichiges silbernes Rad.“

Altes Wappen

Die Stadtsiegel, die von 1309 bis 1726 nachweisbar sind, zeigen das Mainzer Rad als Kleinod auf einem Topfhelm, der später durch eine Mitra ersetzt wurde. Das älteste Siegel von 1499 trägt die Umschrift „SIGILLVM CIVITADIS. D'BISCHOFISHEIM“ (= Siegel der Stadt Bischofsheim). In dem Sekretsiegel der Stadt von 1516 ist der Helm mit der Helmdecke nach hinten gedreht, später steht an Stelle des Helmes die bischöfliche Inful ohne herabhängende Bänder, dahinter ein Pluviale und darüber das freischwebende Mainzer Rad. 1849 bis 1854 wurde ein Farbstempel mit der Umschrift „STADTMAGISTRAT TAUBERBISCHOFSHEIM“ verwendet. Er zeigt das Mainzer Rad sowie den Buchstaben B rechts und links davon und darüber. Spätere Siegel tragen das Mainzer Rad wie ein Helmkleinod. Das Generallandesarchiv bemerkte bereits 1895, dass das Stadtwappen heraldisch durchaus uncorrekt sei und dass besonders eine Mitra keine Helmzier haben könne. Der Gemeinderat beschloss am 9. Januar 1961, ein Stadtsiegel anzunehmen, das dem ältesten Exemplar entsprach. Am 14. Dezember 1961 wurde der Stadt mit einem Erlass des Innenministeriums das Recht zur Führung des Wappens und einer Flagge in den Farben Silber-Rot verliehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde im Jahre 836 in der Lebensbeschreibung der Heiligen Lioba als „Biscofesheim“ erstmals erwähnt. Die Heilige Lioba gründete dort ein Frauenkloster.

Türmersturm (1280) am kurmainzischen Schloss

Die Vergabe der Stadtrechte an Tauberbischofsheim, das Kurmainz 1237 von Kaiser Friedrich II. als Lehen erhielt, wird auf etwa 1240 datiert, da im Mainzer Einkünfteverzeichnis von 1248 die Stadt als „civitas“ bezeichnet ist. Das kurmainzische Schloss war der Wohn- oder Verwaltungssitz des Stadtherren. Von 1346 bis 1527 bildete Tauberschofsheim gemeinsam mit Amorbach, Aschaffenburg, Buchen, Dieburg, Külsheim, Miltenberg, Seligenstadt und Walldürn den kurmainzischen Neunstädtebund, der von der Landesherrschaft unter Albrecht von Mainz nach der Beteiligung am Bauernkrieg aufgelöst wurde. Tauberbischofsheim verlor so auch seine Selbstverwaltung. Später wurde die Stadt Sitz eines Amtes im kurmainzischen Herrschaftsbereich.

Bis ins 19. Jahrhundert war der Name der Stadt „Bischofsheim“, zur besseren Unterscheidung von den Städten Bischofsheim am Neckar und Bischofsheim am hohen Steg bürgerte sich jedoch der heutige Name ein.

Im Rahmen der Säkularisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fiel Tauberbischofsheim 1803 an das Fürstentum Leiningen und blieb Amtssitz. Als das Fürstentum durch die Rheinbundakte nur drei Jahre später wieder aufgelöst wurde, kam die Stadt zum Großherzogtum Baden, in dem das Bezirksamt Tauberbischofsheim gebildet wurde. 1866 besiegte Preußen unter Edwin von Manteuffel und August Karl von Goeben im Mainfeldzug während einiger Gefechte bei Tauberbischofsheim die württembergischen Truppen, die an der Seite Österreichs kämpften. Ein Denkmal an der Albert-Schweitzer-Straße erinnert an die Gefallenen.

Unter der NS-Gewaltherrschaft hatten die jüdischen Familien der Stadt unter einem besonderen örtlichen Pogrom zu leiden. Nach dem Überfall auf Polen wurden die noch im Ort verbliebenen Juden am 3. September 1939 von SA-Männern zusammengetrieben und mit einem Plakat um den Hals mit der Aufschrift „Wir sind die Kriegshetzer“ durch den Ort bis zur Synagoge gejagt, wo sie gedemütigt wurden, indem sie niederknien und den Erdboden küssen mussten. Anschließend wurden sie gezwungen, sich in den dort vorbeifließenden Bach zu stürzen. Die 15 jüdischen Familien wurden wochenlang im Gemeindehaus eingesperrt. Seit 1981 erinnert im Foyer des Rathauses, Marktplatz 8, eine Gedenktafel an die 35 jüdischen Mitbürger, die in der Shoa ermordet wurden.[4]

1938 wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Tauberbischofsheim, der, seit 1952 zum neuen Land Baden-Württemberg gehörend, 1973 im Tauberkreis, dem heutigen Main-Tauber-Kreis, aufging.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Gesamtbevölkerung[Bearbeiten]

Jahr Gesamt
1910¹ 3.606
1995 12.637
2000 13.266
2005 13.334
2008 13.176

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
¹ entnommen aus Nordisk Familjebok

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Jahr Gesamt
1825 109
1855 123
1880 200
1900 181
1925 111
1933 106

Quelle: Die Juden in Tauberfranken 1933–1945, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart, 1984

Stadtteile[Bearbeiten]

Die sechs Stadtteile wurden während der Gebietsreform in Baden-Württemberg in den 1970er Jahren zu Tauberbischofsheim eingemeindet:

  • 1. Juli 1971: Hochhausen, Impfingen
  • 1. Januar 1972: Dienstadt
  • 1. Januar 1975: Distelhausen, Dittigheim und Dittwar

Dienstadt[Bearbeiten]

Dienstadt

Dienstadt hat 336 Einwohner[5] und liegt westlich von Tauberbischofsheim im Rinderbachtal.

Urkundlich wurde Dienstadt erstmals im Jahr 1314 unter dem Namen Diestadt erwähnt. Bereits im Jahr 1341 wurde es umbenannt in Dienstadt.

Dienstadt hat bis heute seinen dörflichen Charakter beibehalten. Die vielen Bildstöcke und Wegkreuze sind charakteristisch für das Madonnenländchen. Es gibt eine dem heiligen Jakobus geweihte Dorfkirche sowie die kleine Marienkirche.

Eine funktionsfähige Grünkerndarre wird im Zweijahresrhythmus in Betrieb genommen, um nach altem Brauch Grünkern zu darren. Durch das Darren wird Dinkelgetreide zum Grünkern, eine Spezialität des Taubertals.

Ein alter Handelsweg führt von Tauberbischofsheim über Dienstadt, Külsheim und Miltenberg nach Frankfurt am Main. Er ist heute als Wanderweg ausgeschildert und zum Teil an den Taubertalradweg angeschlossen.

Distelhausen[Bearbeiten]

Distelhausen
Hauptartikel: Distelhausen

Distelhausen hat 942 Einwohner[5] und liegt südlich von Tauberbischofsheim am Taubertalradweg.

In Distelhausen steht die unter Aufsicht von Balthasar Neumann 1731 erbaute Barockkirche St. Markus. Es gibt einige Fachwerkhäuser, das Zobelschloss, den Herrenhof des Weinhändlers Abendanz aus dem Jahre 1758 und das private Bauernhofmuseum der Familie Hollerbach.

Jenseits der Tauber steht die St.-Wolfgang-Kapelle aus dem Jahre 1472. Sie ist das Ziel des alljährlich am Pfingstmontag stattfindenden St.-Wolfgangs-Ritts. Bei diesem Kirchenfest mit langer Tradition treffen sich Gläubige aus nah und fern an der Distelhäuser Kirche. Der vom Pfarrer angeführte Reiterzug zieht zur St.-Wolfgangs-Kapelle auf der anderen Tauberseite. In einem Festgottesdienst wird der Heilige Wolfgang um Fürbitte gegen alle Krankheiten von Mensch und Vieh angerufen. Anschließend werden vor der Kirche Reiter, Kutschfahrer und Pferde gesegnet.

Dittigheim[Bearbeiten]

Dittigheim
Dittigheim

Dittigheim hat 1002 Einwohner[5] und liegt südlich von Tauberbischofsheim am Taubertalradweg.

Prähistorische Grabfunde aus der Jungsteinzeit belegen, dass der Ort bereits vor 4000 Jahren besiedelt war. Die erste Nennung geht auf das Jahr 772 zurück. Bereits seit der fränkischen Zeit lässt sich das Adelsgeschlecht der Ritter von Dittigheim nachweisen.

In Dittigheim stehen die Barockkirche St. Vitus, die 1748 von Balthasar Neumann erbaut wurde, sowie mehrere reich verzierte Bildstöcke.

Dittwar[Bearbeiten]

Dittwar

Dittwar hat 764[5] Einwohner und liegt südwestlich von Tauberbischofsheim im Muckbachtal. Bereits 1169 wurde es urkundlich erwähnt. 1968 wurde eine Dorfchronik von Manfred Maninger erstellt.[6]1979 begann eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Vanault-les-Dames in Frankreich. Deren 30-jähriges Bestehen wurde 2009 bei einem gemeinsamen Austausch gefeiert.[7]

In Dittwar steht die 1753 erbaute Barockkirche St. Laurentius mit mehreren barocken Portalen und reich verzierten Bildstöcken. Weitere Bildstöcke befinden sich auf der Germarkung Dittwars.[8] Seit 1670 ist eine Wallfahrt zum Kreuzhölzle nachgewiesen.[9]

Hochhausen[Bearbeiten]

Hochhausen

Hochhausen hat 712 Einwohner[5] und liegt nördlich von Tauberbischofsheim am Taubertalradweg.

Erstmals erwähnt wurde Hochhausen um 780 im Codex Eberhardi, die erste schriftliche Urkunde über Hochhausen stammt aus dem Jahr 1149. Der Ortsadel ist von 1244 bis 1393 belegt. Wichtige Inhaber von Gütern und Rechten im Spätmittelalter waren neben Kurmainz die Grafen von Wertheim, die Freiherren von Rosenberg als Lehensträger und das Hochstift Würzburg bzw. die Freiherren von Echter.

Der Bau der Taubertalbahn 1865 bis 1867 trennte das Obstwiesen- und Weinberggelände vom eigentlichen Ortskern. Dieser ist bäuerlich geprägt und wird vom weithin sichtbaren Zwiebelturm beherrscht, der 1329 begonnen und 1795 im barocken Stil fertiggestellt wurde. Das Kirchenschiff wurde zuletzt im Jahre 1963/64 erneut gebaut. In Hochhausen stehen der Grünauer Hof und das von Leonhard Pfreundschig 1612 erbaute Gasthaus Zum Engel.

Die „weithin charmanteste unter den badischen Tauberbrücken“ (Sprotte) mit einer Nepomukfigur verbindet Hochhausen mit Werbach.

Impfingen[Bearbeiten]

Impfingen

Impfingen hat 1044 Einwohner[5] und liegt nördlich von Tauberbischofsheim. Mitte des 12. Jahrhunderts gehört Impfingen zum Teil den Grafen von Hohenlohe und zum anderen Teil den Grafen von Rieneck in Grünsfeld. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Impfingen 1309.[5] Es ist davon auszugehen, dass der Ort älter ist, da am südlichen Ortsrand ein fränkischer Reihengräberfriedhof entdeckt wurde. „Umphenkeyn“ (1320) ist die älteste Schreibweise von Impfingen.[10] Weitere Schreibweisen sind: „Umpfigheim“ und „Umpfingheim“ (jeweils 1578)[10], „Umpicheim“, „Umpfenkein“, „Umpfheikein“ oder „Ympffigkheim“. Die Pfarrkirche St. Nikolaus enthält mittelalterliche Fresken und ein Bildstockrundwanderweg führt um den Ort.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU: 45,0 % (−2,2 %p)
  • Bürgerliste: 33,6 % (+33,6 %p)
  • UFW: 18,6 % (+0,9 %p)
  • LINKE: 2,8 % (+2,8 %p)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren folgende Personen Bürgermeister von Tauberbischofsheim:[11]

  • 1945–1946: August Haun
  • 1946–1952: August Otto Bruch
  • 1952–1958: Anton Baumann
  • 1958–1972: Walter Grosch
  • 1973–1980: Hans Dörfle
  • 1981–1995: Erich Hollerbach (CDU)
  • seit 1995: Wolfgang Vockel

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Duderstadt[Bearbeiten]

Seit 1961 besteht die Partnerschaft Tauberbischofsheims mit Duderstadt in Niedersachsen. Die beiden Gemeinden verband das Hilfsprogramm des Bundes für „Städte in ländlich schwach strukturierten Gebieten“ und die Unterstützung und Stärkung der Städte im ehemaligen Zonenrandgebiet, wozu auch Duderstadt gehörte.

Vitry-le-François[Bearbeiten]

1963 wurde die Partnerschaft zwischen dem Regierungsbezirk Nordbaden und dem französischen Département Marne geschlossen. Hierdurch angeregt schloss Tauberbischofsheim 1966 eine Partnerschaft mit der Stadt Vitry-le-François in der Region Champagne-Ardenne.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tauberbischofsheim liegt an der Romantischen Straße, der Siegfriedstraße und am Taubertalradweg, die alle an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Museen[Bearbeiten]

In Tauberbischofsheim und seinen Ortsteilen gibt es folgende Museen:

  • Apothekenmuseum in der ehemaligen Apotheke am Sonnenplatz, Tauberbischofsheim[12]
  • Bauernhofmuseum, Distelhausen[13]
  • Dorfmuseum, Dittwar[14]
  • Dorfmuseum, Impfingen[5]
  • Schulmöbel-Museum, Tauberbischofsheim[15]
  • Tauberfränkisches Landschaftsmuseum im Kurmainzischen Schloss, Tauberbischofsheim[16]

Bauwerke[Bearbeiten]

In der vormals von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt befinden sich das Kurmainzische Schloss aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und zahlreiche Renaissance-Häuser. Die Nachfolgebauten des auf die heilige Lioba zurückgehenden Frauenklosters sind noch vorhanden. Im sogenannten Klosterhof mit drei Gebäuden um einen Hof, darunter das ehemalige Dormitorium, ist ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht. Die sich zum Marktplatz hin anschließende, der heiligen Lioba geweihte ehemalige Klosterkirche ist barock ausgestattet. Der denkmalgeschützte Badische Hof von 1733 diente früher als Poststation.

Der Marktplatz ist vom neugotischen Rathaus und etlichen Fachwerkhäusern umgeben. Die 1914 fertiggestellte Stadtpfarrkirche St. Martin, ebenfalls im neugotischen Stil mit barockem Turmhelm, enthält Kunstwerke aus den zahlreichen Vorgängerbauten, darunter ein Altar aus der Ulmer Werkstatt von Niklaus Weckmann d. Ä. mit Tafelbildern von Hans Schäufelein, eine Madonna von Hans Multscher und eine Kopie der Tauberbischofsheimer Kreuzigung von Matthias Grünewald. Das Original wurde 1900 nach erheblichen Schäden des Bildes vom Großherzogtum Baden aufgekauft und der Kunsthalle in Karlsruhe übergeben. Der älteste Kirchenbau der Stadt ist die im 12. Jahrhundert errichtete Peterskapelle.[17]

1903 wurde am Höhberg eine Bismarcksäule errichtet

Sport[Bearbeiten]

Fechten

Die Stadt wurde als Sitz des u. a. von Emil Beck aufgebauten Bundesleistungszentrums für Fechtsport bekannt und ist Olympiastützpunkt für mehrere Sportarten. Athleten des Fecht-Club Tauberbischofsheim e. V. errangen bisher 21 Medaillen bei Olympischen Spielen und 228 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften. Darunter waren u. a. Thomas Bach, Matthias Behr, Anja Fichtel, Zita Funkenhauser, Jürgen Hehn, Harald Hein und Alexander Pusch.

Fußball

Die 1. Mannschaft der Herren des TSV 1863 Tauberbischofsheim spielt in Spielsaison 2013/2014 in der Landesliga Odenwald.[18]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof

Tauberbischofsheim liegt an der Taubertalbahn (CrailsheimWertheim), an der Tauber, an der Bundesautobahn 81 (WürzburgGottmadingen) und den Bundesstraßen 27 BlankenburgSchaffhausen und 290 nach Westhausen. Die Stadt gehört der Verkehrsgemeinschaft Main-Tauber an. Von 1914 bis 1968 gab es eine Nebenbahn nach Königheim, die über das Industriegebiet Dittwar verlief.

Es existiert der Segelflugplatz Tauberbischofsheim Hunsenberg. Ein nahe gelegener Verkehrslandeplatz ist Niederstetten.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die in Tauberbischofsheim ansässige Weinig International AG ist ein weltweit bedeutender Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen. VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken produziert moderne Schul-, Büro- und Konferenzausstattungen einschließlich Werksverkauf. MAFI Transport-Systeme GmbH ist Hersteller von Schwerlast-Flurförderzeugen und TREPEL Airport Equipment GmbH ist der führende Hersteller von Flughafenvorfeldgeräten im Bereich der zivilen Luftfahrt.

Medien[Bearbeiten]

  • Tauberbischofsheim ist Sitz eines SWR-Studios für Hörfunkberichterstattung.
  • Die Fränkischen Nachrichten erscheinen als Tageszeitung seit 1946. Der überregionale Teil ist dem Mannheimer Morgen entnommen.
  • Die Tauber-Zeitung aus Bad Mergentheim druckt Teilberichte aus dem Bereich Tauberbischofsheim. Der überregionale Teil ist dem Ulmer Südwestpresse entnommen.
  • MAIN-TAUBER aktuell erscheint zum Wochenende als Anzeigenblatt für den gesamten Main-Tauber-Kreis.
  • "Tauberbischofsheim AKTUELL" informiert seit dem 3. Oktober 2008 als städtisches Mitteilungsblatt jeweils zum 1. und 3. Donnerstag eines Monats.[19]

Behörden, Gerichte und Einrichtungen[Bearbeiten]

Tauberbischofsheim ist Sitz der Kreisverwaltung sowie Standort mehrerer Landesverwaltungsbehörden, darunter ein Finanzamt und eine Agentur für Arbeit. Tauberbischofsheim ist außerdem Sitz eines Amtsgerichts, das zum Landgerichtsbezirk Mosbach gehört. Die Stadt ist ferner Sitz des Dekanats Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg.

Darüber hinaus war Tauberbischofsheim bis 2008 Garnisonsstadt. Bis zum Schluss waren dort das Artillerieaufklärungsbataillon 121 sowie diverse kleinere Einheiten stationiert. Mit der Schließung der Kurmainz-Kaserne wurden diese Einheiten aufgelöst. 2011 ging das Gelände in das Eigentum der Stadt über.[20]

Bildung[Bearbeiten]

Tauberbischofsheim hat vier Grundschulen (in der Kernstadt die Christian-Morgenstern-Grundschule und die Grundschule am Schloss sowie in den Stadtteilen eine Grundschule in Impfingen und die Erich-Kästner-Schule in Distelhausen), eine Hauptschule mit Werkrealschule (Pestalozzischule), eine Realschule (Riemenschneider-Realschule), ein allgemeinbildendes Gymnasium (Matthias-Grünewald-Gymnasium) und eine Förderschule (Christophorusschule). Das Matthias-Grünewald-Gymnasium geht in seiner Tradition bis auf die 1688 von den Franziskanern gegründete Lateinschule zurück.

Der Main-Tauber-Kreis ist Träger der beiden Beruflichen Schulen (Gewerbliche Schule, unter anderem mit Technischem Gymnasium und die Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim, unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium) sowie der Krankenpflegeschule am Kreiskrankenhaus.

Die private Abendrealschule Tauberbischofsheim und die Fachschule für Sozialpädagogik der Euro-Schulen-Organisation runden das schulische Angebot Tauberbischofsheims ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Mathias Schmieder (verliehen im April 1877)
  • Jakob Schmitt (verliehen am 7. März 1907)
  • Wilhelm Grein (verliehen am 4. November 1907)
  • Alois Kachel (verliehen am 13. Juli 1912)
  • Sebastian Otto (verliehen am 9. Juni 1915)
  • Wilhelm Buger (verliehen am 31. Mai 1929)
  • Richard Trunk (* 1879; † 1968), deutscher Tondichter (verliehen am 2. September 1933)
  • Anton Baumann (verliehen am 27. Oktober 1958)
  • Hans Ziegler (verliehen am 7. Dezember 1960)
  • Ernst Ramminger (verliehen am 1. Januar 1962)
  • Walter Grosch (verliehen am 24. Oktober 1972)
  • Otto Heinrich Chrestin (verliehen am 25. Januar 1973)
  • Georg Demuth (verliehen am 18. Dezember 1987)
  • Berthold Weinig (verliehen am 18. Dezember 1987)
  • Emil Beck (* 1935; † 2006), deutscher Fechttrainer (verliehen am 23. Juni 1989)
  • Hugo Pahl (verliehen am 6. Dezember 1992)
  • Erich Hollerbach (* 1927), ehemaliger Bürgermeister (verliehen am 25. August 1995)
  • Thomas Bach (* 1953), Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (verliehen am 1. Februar 2008)
  • Thomas Müller (* 1947), Geschäftsführender Gesellschafter VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken (verliehen am 16. Mai 2012)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Berberich: Geschichte der Stadt Tauberbischofsheim und des Amtsbezirks. M. Zöller’s Buchhandlung und Buchdruckerei, Tauberbischofsheim 1895 (Faksimile-Druck: Fränkische Nachrichten Druck- und Verlags-GmbH, Tauberbischofsheim 1984).
  • Hugo Stang, Anton Ullrich, Wilhelm Ogiermann, Josef Kiefer, August Haun: Tauberbischofsheim. Eigenverlag der Stadtverwaltung, Tauberbischofsheim 1955 (Chronik ohne die Zeit 1600 bis 1800).
  • Franz Gehrig, Hermann Müller: Tauberbischofsheim. Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e. V., Tauberbischofsheim 1997 (Schwerpunkt der Chronik: 1600 bis 1900).
  • Elmar Weiß: Dittigheim: Eine alte Siedlung im Taubertal. Interessengemeinschaft Heimatbuch Dittigheim, Tauberbischofsheim 1987.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Tauberbischofsheim vom 28. November 2001
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 343–348.
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 92.
  5. a b c d e f g h Stadt Tauberbischofsheim: Die Stadtteile der Kreisstadt Tauberbischofsheim. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 19. Oktober 2014.
  6. Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Manfred Maninger - Chronik der Gemeinde Dittwar, 1968. Online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 5. Oktober 2014.
  7. l'union L'Ardennais: Vanault-les-Dames Dittwar: 30 ans de jumelage. 14. Januar 2009. Online auf www.lunion.presse.fr. Abgerufen am 5. Oktober 2014.
  8. Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Bildstöcke. Online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 5. Oktober 2014.
  9. Heimat- und Kulturverein Dittwar e. V.: Wallfahrt zum Kreuzhölzle. Online auf www.hkvdittwar.de. Abgerufen am 5. Oktober 2014.
  10. a b Freiwillige Feuerwehr Tauberbischofsheim: Geschichte. Online auf www.feuerwehr-tbb.de. Abgerufen am 17. Oktober 2014.
  11. Franz Gehrig, Hermann Müller: Tauberbischofsheim. Verein Tauberfränkische Heimatfreunde e. V., Tauberbischofsheim 1997, S. 317–318 (Bürgermeister ab 1806).
  12. fnweb: Reformhaus schließt seine Pforten. Online auf fnweb.de. 17. März 2012.
  13. Bauernhofmuseum: Willkommen im Bauernhofmuseum-Distelhausen. Online auf bauernhofmuseum-distelhausen.de. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  14. Heimat- und Kulturverein Dittwar e.V.: Dorfmuseum. Online auf hkvdittwar.de. Abgerufen am 13. Oktober 2014.
  15. Wettin-Verlag - Werner M. Dienel: Hohenlohe-Franken "Das Schulmöbel-Museum". Online auf museen-in-hohenlohe-franken.de. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  16. Stadt Tauberbischofsheim: Tauberfränkisches Landschaftsmuseum im Kurmainzischen Schloss. Online auf tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 20. Mai 2014.
  17. Judith Breuer: Die Peterskapelle in Tauberbischofsheim. Neue Erkenntnisse bei der Restaurierung des ältesten Kirchenbaus der Stadt. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 33. Jg. 2004, Heft 2, S. 81–87 (PDF)
  18. FUSSBALL.DE: Landesliga Odenwald - Tabellen. Online auf ergebnisdienst.fussball.de. Abgerufen am 18. Mai 2014.
  19. Stadt Tauberbischofsheim: Tauberbischofsheim AKTUELL. Online auf www.tauberbischofsheim.de. Abgerufen am 17. Oktober 2014.
  20. fnweb: Tauberbischofsheim: Stadtfahne weht nun über ehemaliger Kaserne. Online auf fnweb.de. Abgerufen am 5. Mai 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tauberbischofsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Tauberbischofsheim – Reiseführer