Erich Kästner (Konstrukteur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt Erich Kästner, den Konstrukteur für Filmkameras. Für gleichnamige Personen siehe Erich Kästner (Begriffsklärung).

Erich Kurt Kästner (* 5. April 1911 in Jena; † 31. Januar 2005 in Penzberg) war ein deutscher Konstrukteur für Filmkameras.

Leben[Bearbeiten]

Kästner war über 50 Jahre Chefkonstrukteur der ARRI Kameraentwicklung in München. Er war in Zusammenarbeit mit dem Firmengründer August Arnold an der Entwicklung der ersten seriell gebauten Filmkamera von Arnold & Richter beteiligt und hat damit ein Stück Technik- und Filmgeschichte geschrieben. Der Kameramann und Sammler Gerhard Fromm schreibt:

„Dr. Arnold Fanck hatte sich schon 1926 eine 35-mm-Film-Kamera mittels eines Strahlenteilerspiegels umbauen lassen, damit er lange Brennweiten für seine Ski- und Bergfilme einsetzen konnte. Verschiedene Erfinder hatten bereits Patentansprüche für Reflexkameras angemeldet, aber keinem war eine praktische Ausführung gelungen.

Bei der Firma Arnold & Richter in München hatte sich der junge Chefkonstrukteur Erich Kästner ebenfalls mit diesem Thema befasst. Mehrere Versuche endeten in tiefster Enttäuschung. Kästner legte die Idee mehrmals auf Eis, doch sie ließ ihn nicht mehr los, und so arbeitete er immer wieder an Verbesserungen und konnte 1936 einen ersten Prototypen fertigstellen, der bei den Olympischen Spielen in Berlin eingesetzt wurde. Das Echo machte Mut, und so wurde ein Jahr später ein produktionsreifes Exemplar auf die Messe nach Leipzig geschickt. Gegen den Werbespruch «erste Spiegelreflex-Filmkamera der Welt» legte Dr. Fanck verständlicherweise sofort Widerspruch ein, doch man konnte sich einigen: Der Werbespruch wurde etwas modifiziert, und Dr. Fanck bekam die Arriflex, Nr. 506 (Man hatte die Serie mit 500 angefangen). Das größte Problem, das Kästner zu lösen hatte, war der Gleichlauf der Spiegelblende. Um von vorneherein eine Unwucht zu vermeiden, wurde eine zweiflügelige Blende konstruiert, die mit einer Untersetzung von 1 zu 2 zur Greiferachse läuft. Alle Probleme schienen bereits gelöst, als erste Tests mit einer auf Spiegelglanz polierten Stahlblende erfolgreich verliefen. Um so herber die Enttäuschung, als sich herausstellte, dass durch Temperaturschwankungen Schärfenverlagerungen auftraten. Erst die geniale Idee, eine oberflächenversilberte Glasblende zu schleifen, brachte die Lösung.“

1913 wurde das Deutsche Reichspatent Nr. 275'404 an Anton Aretz, Stuttgart ausgegeben, womit ein Spiegelreflexsucher für Filmkameras geschützt war.

Kästner starb im Alter von 93 Jahren im oberbayerischen Penzberg und wurde am 9. Februar 2005 in Rosenheim beerdigt.

Ehrungen[Bearbeiten]

Er ist dreimaliger Oscarpreisträger (1973, 1982, 1992) und erhielt 1994 den Bayerischen Filmpreis.

Weblinks[Bearbeiten]