Erich Köhler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel beschreibt den Politiker Erich Köhler. Für den gleichnamigen Schriftsteller, siehe Erich Köhler (Autor).
Erich Köhler wird zum (ersten) Bundestagspräsidenten gewählt und spricht zu den Abgeordneten
Köhlers Geburts- und Elternhaus in Erfurt

Erich Köhler (* 27. Juni 1892 in Erfurt; † 23. Oktober 1958 in Wiesbaden) war ein deutscher Politiker.

Nach Studium (Volkswirtschaft) und Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918 wurde Köhler im Jahr 1919 zum Dr. sc. pol. promoviert mit dem Thema Beziehungen der thüringischen Industrie zum Weltmarkt.

In der Weimarer Republik war Köhler in der DVP politisch aktiv; nach 1933 wurde er wegen seiner Ehe mit einer Jüdin diskriminiert und verlor Ämter und Anstellung.

Im Jahr 1945 war Köhler, der beruflich nach dem Kriege Hauptgeschäftsführer der IHK Wiesbaden war, Mitbegründer der CDU. Ab 1946 führte er deren Fraktion im Hessischen Landtag, zugleich war er Mitglied in der verfassunggebenden Versammlung und im Wirtschaftsrat der Bizone, dessen Präsident er auch war.

1949 wurde er für den Wahlkreis Wiesbaden in den ersten Deutschen Bundestag gewählt. In diesem hatte Köhler das Amt des ersten Bundestagspräsidenten inne. Er wurde mit breiter Mehrheit von 346 von 402 Stimmen gewählt. In seiner Antrittsrede sagte Köhler: „Wir wollen dienen den Armen und Bedürftigen, wir sollen die Selbstsüchtigen in Schranken halten und wir wollen den Schwachen vor dem Starken schützen.“

Allerdings erfuhr Köhler in seiner Amtsführung bald heftige Kritik;[1] es kam sogar zu einem Misstrauensvotum. Nachdem Köhler im Bundeshaus einen Nervenzusammenbruch erlitt, verlor er auch die Unterstützung seiner eigenen Fraktion. Am 18. Oktober 1950 trat Köhler vom Amt des Bundestagspräsidenten zurück. Sein Nachfolger wurde Hermann Ehlers. Köhler gehörte im ersten Bundestag dem Ausschuss für Wirtschaftspolitik, Geld und Kredit sowie dem Sonderausschuss für das Londoner Schuldenabkommen an. 1951/52 war er stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Prüfung, ob durch die Personalpolitik Mißstände im Auswärtigen Dienst eingetreten sind.

1953 wurde Köhler im Wahlkreis Obertaunuskreis auch in den zweiten Deutschen Bundestag gewählt. 1957 verzichtete er aus gesundheitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

1957 wurde Köhler mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. z.B. FAZ vom 9.12.49, Seite 2: "Ungeordnete Parlaments-Arbeit"
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen
Andere Sprachen