Ernst Brandes

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Dieser Artikel behandelt das Mitglied des ZN-Ordens in der Zeit der Aufklärung. Zu dem Politiker in Weimar siehe Ernst Brandes (Politiker).

Ernst Brandes (* 3. Oktober 1758 in Hannover; † 13. Mai 1810 ebenda) war ein deutscher Jurist in der Zeit der Aufklärung.

Leben[Bearbeiten]

Brandes war der Sohn des hannoverschen Verwaltungsjuristen und langjährigen Universitätsreferenten der hannöverschen Regierung für die Georg-August-Universität in Göttingen Georg Friedrich Brandes. Ernst Brandes war von großer Bedeutung für die Entwicklung konservativen Denkens im Zeitalter der Französischen Revolution. Er studierte von 1775 bis 1778 in Göttingen bei Christian Gottlob Heyne.

1776 wurde er dort Mitglied des einflussreichsten Studentenordens der Zeit, des ZN-Ordens, der von dem Professor Johann Friedrich Blumenbach geführt wurde. Diesem gehörte er auch nach dem Studium in Hannover noch als Mitglied der dortigen Loge an, die als eine Altherrenvereinigung des Göttinger Ordens anzusehen ist. Nach dem Fortgang des großen Förderers dieses Ordens, des Herzogs Karl von Mecklenburg 1784 fasste er die Weisung der Regierung an den Prorektor der Universität Göttingen, den ZN-Orden dort einzustellen, als Aufforderung zur Liquidation des ZN-Ordens auch in Hannover auf. Der Orden hatte bereits erhebliche Geldmittel von 1700 Reichstalern gesammelt, die für ein Chemisches Labor an der Universität Göttingen eingesetzt werden sollten. Diese Mittel wurden durch Spenden von Mitgliedern weiter aufgestockt, um ein Leibniz-Denkmal in Hannover zu errichten. Die Büste des Gelehrten wurde von dem irischen Bildhauer Christopher Hewetson in Italien aus weißem Carrara gefertigt. Sie wurde 1789 im Hause des Ordensmitgliedes August Wilhelm Rehberg erstmals ausgestellt und nicht nur von Charlotte Kestner gepriesen.[1] Der Leibniztempel war das erste Denkmal für einen Bürgerlichen in Hannover und gleichzeitig ein Denkmal für den ZN-Orden und seine Mitglieder.

Die Familie Brandes gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den sogenannten Hübschen Familien.[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Ueber die Weiber. Weidmanns Erben und Reich, Leipzig 1787.
  • Betrachtungen über das weibliche Geschlecht und dessen Ausbildung im geselligen Leben. 3 Bände, Verlag Gebrüder Hahn, Hannover 1802.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Botzenhart: Brandes, Ernst. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 518 f. (Digitalisat)
  • Carl Haase: Ernst Brandes in den Jahren 1805 und 1806. Fünf Briefe an den Grafen Münster. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte (NsJbLG). 34, 1962, S. 194
  • Walter Richter: Der Esperance- und ZN-Orden, in: Einst und Jetzt. Jahrbuch 1974 des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, S. 30-54
  • Ferdinand Spehr: Brandes, Ernst. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 241 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Totok-Haase: Leibniz, Sein Leben, sein Wirken, seine Welt Hannover 1966, S. 88
  2. Klaus Mlynek: Hübsche Familien, in: Stadtlexikon Hannover, S. 310