Erwin von Neipperg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erwin von Neipperg. Lithographie von Gabriel Decker, 1854

Erwin Franz Ludwig Bernhard Ernst, Graf und Herr von Neipperg (* 6. April 1813 in Schwaigern, Württemberg; † 2. März 1897 ebd.) war ein österreichischer General der Kavallerie.

Er war ein Sohn des Generals Adam Albert von Neipperg (1775–1829) aus dessen erster Ehe mit Theresa Gräfin Pola de Treviso. Während dessen Nachkommen aus zweiter Ehe mit Marie-Louise von Österreich den Seitenzweig der Grafen von Montenuovo bildeten, ging die Stammlinie der Grafen von Neipperg an die Kinder aus erster Ehe, und damit vor allem an Erwins älteren Bruder Alfred von Neipperg (1807–1865). Da Alfred kinderlos blieb und erkrankte, außerdem zwei weitere Brüder bis 1850 verstorben waren, übernahm Erwin von Neipperg schon in den 1850er Jahren teilweise den Familienbesitz, der ihm nach dem Tode seines Bruders zufallen würde. 1865 wurde er erblich ernanntes Mitglied der württembergischen Kammer der Standesherren. Dort hatte er bereits seit 1856 seinen Bruder Alfred vertreten.

Er hatte wie seine Brüder und mehrere seiner Vorfahren die österreichische Militärlaufbahn eingeschlagen, die Ingenieurschule in Wien besucht und war 1863 Feldmarschalllieutenant in Ödenburg. 1866 wurde er Kommandant von Truppen beim österreichischen VIII. Bundes-Armeekorps, mit denen er das Gefechte bei Aschaffenburg am 14. Juli 1866 verlor. Danach war er Kommandant in Preßburg, später in Wien. 1873 wurde er Mitglied im Orden vom Goldenen Vlies. 1878 trat er aus dem Militär aus, um sich künftig den Besitztümern am Stammsitz Schwaigern widmen zu können.

Er war in erster Ehe verheiratet mit Henriette von Waldstein († 1845) und in zweiter Ehe mit Maria Rosa von Lobkowitz († 1905). Beide Gattinnen entstammten dem Umkreis des Wiener Hofadels. Der zweiten Ehe entsprangen zwei Töchter und ein Sohn: Bertha (1857–1932) heiratete wieder in die Familie Lobkowitz ein, Hedwig (1859–1916) heiratete Franz-Xaver von Königsegg-Aulendorf, Sohn Reinhard von Neipperg (1856–1919) folgte dem Vater in der Stammfolge und in mehreren Ämtern nach.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Frank Raberg: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815–1933. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016604-2, S. 605.
  • Immo Eberl: Die Herren und Grafen von Neipperg. In: Heimatbuch der Stadt Schwaigern. Stadtverwaltung Schwaigern, Schwaigern 1994
  • Ritter Binder Edler v. Degenschild: Erwin Franz Graf Neipperg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 52, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 605–610.

Weblinks[Bearbeiten]