Fünf-Finger-Taktik
Die Fünf-Finger-Taktik beschreibt ein gewaltfreies Konzept mehrerer Menschen zum Umgehen von Polizeiabsperrungen. Sie wird meist von Demonstranten angewendet, um beispielsweise bei Castor-Transporten zum Blockieren oder Schottern an abgesperrte Gleise zu gelangen[1] oder polizeigeschützte Anbaugebiete von genmanipulierten Pflanzen im Rahmen einer Feldbefreiung zu erreichen.
In den Medien wurde die Taktik vor allem durch die Massenblockaden während des G8-Gipfels in Heiligendamm 2007 bekannt, wobei es mehreren tausend Demonstranten gelang, die Zufahrtsstraßen zum Tagungsort zu besetzen.[2]
[Bearbeiten] Prinzip
Bei der Fünf-Finger-Taktik setzt sich der zunächst geschlossene Demonstrationszug aus mehreren Blöcken zusammen, deren Teilnehmer sich einer bestimmten Farbe oder Symbolik zuordnen. Bei dem Zusammentreffen mit einer Polizeiabsperrung teilt sich der Zug in eine erforderliche Anzahl an Blöcken in verschiedene Richtungen auf, um die Absperrung umfließen und sich dahinter wieder sammeln zu können. Der Name Fünf-Finger-Taktik entstand, da es sich meist um fünf Blöcke handelt, die sich in verschiedene Richtungen auffächern wie fünf sich spreizende Finger. Die einzelnen Blöcke bestehen wiederum aus sogenannten Bezugsgruppen, was ein weiteres systematisches Zerstreuen in einzelne Gruppen ermöglicht. Besonders erfolgreich wurde dieses Prinzip bisher vor allem in schwer absperr- und kontrollierbaren Flur- und Waldgebieten umgesetzt.
[Bearbeiten] Weblinks
- Fünf Finger für ein Siegeszeichen Süddeutsche Zeitung vom 8. Juni 2007
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Katz-und-Maus-Spiel um den Schotter spiegel-online.de vom 26. November 2011
- ↑ "Fünf-Finger-Taktik" - so kamen sie bis zum Zaun Hamburger Abendblatt vom 7. Juni 2007