Für ihn verkauf’ ich mich

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Filmdaten
Deutscher Titel Für ihn verkauf’ ich mich
Originaltitel La Fièvre monte à El Pao
Produktionsland Frankreich, Mexiko
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 110 / 88 (gekürzte Fassung) Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Luis Buñuel
Drehbuch Luis Buñuel,
Luis Alcoriza,
Charles Dorat,
Louis Sapin
Produktion Jacques Bar,
Raymond Borderie,
Óscar Dancigers,
Gregorio Walerstein
Musik Paul Misraki
Kamera Gabriel Figueroa
Schnitt Rafael Ceballos,
James Cuenet
Besetzung
Synchronisation

Für ihn verkauf’ ich mich, auch bekannt als Das Fieber steigt in El Pao (Originaltitel: La Fièvre monte à El Pao), ist ein mexikanisch-französisches Filmdrama von Luis Buñuel mit Gérard Philipe und María Félix aus dem Jahr 1959. Als literarische Vorlage diente ein Roman von Henri Castillou.

Handlung[Bearbeiten]

Gouverneur Mariano Vargas herrscht mit diktatorischer Strenge auf einer Sträflingsinsel im Atlantischen Ozean. Bei den etwa 2000 internierten Sträflingen handelt es sich fast ausschließlich um politische Gegner des herrschenden Regimes. Vargas’ Sekretär Ramón Vázquez ist Idealist und sympathisiert insgeheim mit den Widerstandskämpfern. Doch im Gegensatz zu seinen Sinnesgenossen versucht er durch seine Nähe zum Gouverneur das System von innen zu bekämpfen. Als auf Vargas bei einer Rede ein Attentat verübt wird und er ums Leben kommt, soll Ramón als neuer Chef des Sicherheitsdienstes vorübergehend die Geschäfte leiten, bis ein neuer Gouverneur ernannt wird. Ramón ist entschlossen, seine Ideale umzusetzen und umgehend die Haftbedingungen der Sträflinge zu verbessern. Unterstützt wird er dabei von Vargas’ schöner Witwe Inés, mit der er kurz darauf eine Beziehung beginnt.

Der neu ernannte Gouverneur Alejandro Gual hält jedoch nichts von Ramóns Ideen. Zudem ist Gual seit Jahren ebenfalls in Inés verliebt, doch diese hatte seine Avancen stets zurückgewiesen. Aus Eifersucht beschuldigt er Ramón, den Attentäter auf Vargas angesetzt zu haben. Inés gegenüber droht Gual mit einem erpressten Geständnis des Attentäters, Ramón festnehmen zu lassen, sollte sie sich weigern, eine Nacht mit ihm zu verbringen. Sie zögert zunächst, sich auf diese Weise zu verkaufen, überlegt es sich aber anders und zieht sich vor seinen Augen aus. Gual lässt in ebendiesem Moment einen Angestellten im Büro erscheinen, da er vorerst nur ihren Stolz brechen will. Gedemütigt zieht sich Inés wieder an und geht.

Ein Häftling sucht unterdessen das Gespräch mit Ramón. Es handelt sich dabei um Professor Juan Cárdenas, bei dem Ramón einst Jura studiert hatte. Cárdenas berichtet ihm, dass die Sträflinge eine Meuterei planen. Da ein solches Unterfangen viele Opfer zur Folge hätte, will Ramón die Meuterei unbedingt verhindern. Inés hingegen sieht darin eine Gelegenheit, Gual loszuwerden, denn sollte dieser nicht auf der Insel sein, sobald die Meuterei beginnt, würde es ihn mit Sicherheit das Amt kosten. Zu diesem Zweck vereinbart sie mit Gual eine gemeinsame Liebesnacht auf dem Festland, wo Gual sich derzeit aufhält, um dem Vize-Präsidenten einen inoffiziellen Besuch abzustatten. Kurz nachdem Inés in Guals Residenz erschienen ist, versucht sie ihn in seinem Schlafzimmer zu erschießen. Es folgt ein Kampf der beiden, bei dem sie auf Guals Bett landen und Inés ihn schließlich küsst.

Nach ihrer gemeinsamen Nacht besuchen Inés und Gual einen örtlichen Stierkampf, was den Augen der anderen Zuschauer nicht entgeht. Nachdem Gual über Lautsprecher gebeten wurde, sofort zur Insel zurückzukehren und das Innenministerium aufzusuchen, wird er bei seinem Eintreffen auf der Insel umgehend festgenommen. Die Meuterei ist in vollem Gange und Ramón ist inzwischen Generalbevollmächtigter. Da die Zeugen in der Stierkampfarena nicht ausreichen, um zu beweisen, dass Gual bei Ausbruch der Meuterei nicht vor Ort gewesen war, soll Inés nun eine Erklärung unterschreiben, in der sie zugibt, als Guals Geliebte zur besagten Zeit mit diesem auf dem Festland gewesen zu sein. Da sie um ihren Ruf fürchtet, weigert sich Inés ihre Unterschrift unter das Schreiben setzen. Ramón, der anfangs gegen diese Vorgehensweise war, macht ihr schließlich klar, wie wichtig ihre Unterschrift für die Zukunft der Insel und des gesamten Staates sei, würde doch Guals Fall auch einen Schatten auf den Vize-Präsidenten werfen. Inés gibt schließlich nach, worauf Gual endgültig entmachtet wird und Ramón dessen Amt erhält.

Als neuer Gouverneur beginnen Ramón Gewissensbisse zu plagen, war doch bei der Meuterei, die er letztlich zu seinem eigenen Vorteil nutzen konnte, auch Professor Cárdenas ums Leben gekommen. Seine neugewonnene Macht bedeutet ihm dennoch viel, weshalb er sich weigert, Inés’ Erklärungsschreiben zu vernichten. Beide geraten in Streit und Inés entschließt sich, allein nach Mexiko zu reisen. Sollte Ramón nicht innerhalb von zwei Wochen ebenfalls in Mexiko eintreffen, werde sie ihn öffentlich bloßstellen. Auf dem Weg zum Flughafen fordert sie ihren Fahrer auf, schneller zu fahren, da sie befürchtet, ihr Flugzeug zu verpassen. Bei einer Straßensperre drängt sie ihren Fahrer, einfach weiterzufahren. Die Soldaten schießen sofort auf den Wagen, der daraufhin ins Schlingern gerät und verunglückt. Kurz nachdem Ramón von Inés’ Tod erfahren hat, treffen neue Häftlinge auf der Insel ein, die entgegen seiner Anweisung, doch nunmehr nach dem Willen des Präsidenten, wieder in Ketten gelegt werden. Ramón widersetzt sich der Anordnung des Staatsoberhaupts und lässt allen politischen Häftlingen die Ketten abnehmen. Als er gesenkten Hauptes den Schauplatz des Geschehens verlässt, zerreißt er das Befehlsschreiben des Präsidenten – im Wissen, dass ihm nun eine hohe Strafe bevorsteht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Tepoztlán, der Drehort des Films

Die Dreharbeiten fanden in Tepoztlán, Mexiko, statt. Für Hauptdarsteller Gérard Philipe war es der letzte Leinwandauftritt. Er starb nur wenige Monate nach Ende des Drehs, noch bevor der Film veröffentlicht wurde.

Am 5. Dezember 1959 wurde Für ihn verkauf’ ich mich in Frankreich uraufgeführt. In Deutschland wurde der Film erstmals am 30. September 1960 in den Kinos gezeigt. Am 25. November 1974 wurde er zum ersten Mal im Fernsehen der DDR auf DFF 1 ausgestrahlt. Im Rahmen einer Retrospektive für Luis Buñuel wurde der Film auf der Berlinale 2008 im Originalton mit Untertiteln wiederaufgeführt. Im Jahr 2010 erschien der Film unter dem Titel Das Fieber steigt in El Pao als Teil der Luis Bunuel Edition bei Arthaus auf DVD. Diese enthält sowohl die gekürzte deutsche Fassung als auch eine 95 Minuten lange untertitelte französische Fassung.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnete Für ihn verkauf’ ich mich als „[s]chwache Mischung aus Kolportage und Melodram um die Machtverhältnisse auf der Gefangeneninsel eines faschistischen lateinamerikanischen Staates“. Von der Thematik her, was beispielsweise „die Problematik der politischen Macht“ betreffe, sei der Film „trotz der Regieleistung Buñuels weniger ergiebig“.[1] Prisma zufolge habe María Félix „als entscheidungsstarke Diktatorswitwe ihr sorgfältig aufgebautes Image einer starken Frau inmitten einer Männergesellschaft“ in Buñuels Film verstärkt. Ihre gemeinsamen Szenen mit Gérard Philipe seien von „höchster Intensität“. Doch durch die starken Kürzungen wirke „die deutsche Fassung des Buñuel-Klassikers manchmal freilich wie eine melodramatische Kolportage“.[2]

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1960 durch die Internationale Filmunion. Die Synchronregie führte Franz Lang nach dem Dialogbuch von Fritz A. Koeniger.[3] Für die deutsche Fassung wurde der Film von 110 auf 88 Minuten gekürzt.

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Ramón Vázquez Gérard Philipe Eckart Dux
Inés Vargas María Félix Tilly Lauenstein
Gouverneur Mariano Vargas Miguel Ángel Ferriz Robert Klupp

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Für ihn verkauf’ ich mich im Lexikon des Internationalen Films
  2. vgl. prisma.de
  3. vgl. synchrondatenbank.de