Remagen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Remagen
Remagen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Remagen hervorgehoben
50.5786111111117.230555555555660Koordinaten: 50° 35′ N, 7° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Höhe: 60 m ü. NHN
Fläche: 33,16 km²
Einwohner: 16.036 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 484 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53424
Vorwahlen: 02642,
02228 (Oberwinter und Rolandswerth)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 070
Stadtgliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bachstraße 2
53424 Remagen
Webpräsenz: www.remagen.de
Bürgermeister: Herbert Georgi (CDU)
Lage der Stadt Remagen im Landkreis Ahrweiler
Remagen Grafschaft (Rheinland) Bad Neuenahr-Ahrweiler Sinzig Bad Breisig Brohl-Lützing Gönnersdorf bei Bad Breisig Waldorf (Rheinland-Pfalz) Burgbrohl Wassenach Glees Niederzissen Wehr (Eifel) Galenberg Oberzissen Brenk Königsfeld (Eifel) Schalkenbach Dedenbach Niederdürenbach Oberdürenbach Weibern (Eifel) Kempenich Hohenleimbach Spessart (Brohltal) Heckenbach Kesseling Kalenborn (bei Altenahr) Berg (bei Ahrweiler) Kirchsahr Lind (bei Altenahr) Rech Dernau Mayschoß Altenahr Ahrbrück Hönningen Kaltenborn Adenau Herschbroich Meuspath Leimbach (bei Adenau) Dümpelfeld Nürburg (Gemeinde) Müllenbach (bei Adenau) Quiddelbach Hümmel Ohlenhard Wershofen Aremberg Wiesemscheid Kottenborn Wimbach Honerath Bauler (Landkreis Ahrweiler) Senscheid Pomster Dankerath Trierscheid Barweiler Reifferscheid Sierscheid Harscheid (bei Adenau) Dorsel Hoffeld (Eifel) Wirft Rodder Müsch Eichenbach Antweiler Fuchshofen Winnerath Insul Schuld (Ahr) Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Landkreis Vulkaneifel Landkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild

Remagen ist eine verbandsfreie Stadt im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz, am linken Rheinufer gelegen. Sie grenzt im Norden an den Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg. Remagen ist Standort des RheinAhrCampus. Weltweit bekannt wurde Remagen durch die 1945 zerstörte Ludendorff-Brücke (Brücke von Remagen). Remagen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Remagen gliedert sich in sechs Ortsbezirke bzw. in acht Ortsteile:[3]

Ortsbezirk Ortsteile Einwohner
Remagen Remagen 7.200
Kripp Kripp 3.025
Oberwinter Bandorf, Oberwinter, Rolandseck 3.705
Oedingen Oedingen 976
Rolandswerth Rolandswerth 550
Unkelbach Unkelbach 1.158
Gesamtstadt   16.614

Einwohner (ohne Nebenwohnsitze), Stand 30. Juni 2014[4]

Zum Ortsbezirk Remagen gehören noch die Wohnplätze Auf Plattborn, Büschmarhof, Schloss Calmuth, Forsthaus Erlenbusch, Frohnhof, Haus Ernich, Herresberg, Hubertushof, Kapellenhof, Lützelbachhof, Oberstental, Schloss Marienfels, Unkelbrückermühle, Waldburg und Waldschlösschen.[5] Zur Gemarkung Remagen gehört auch der Ortsteil Kripp.

Geschichte[Bearbeiten]

Ludendorff-Brücke, Brückenkopf auf der Remagener Seite (2008)
Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg auf dem alten Friedhof
Apollinariskirche
Luftaufnahme der Apollinariskirche
Tranchot-Karte des Rheintals mit Remagen
Rolandsbogen und Umgebung um 1900
Remagen, 1902

Antike[Bearbeiten]

Der Ort Remagen geht auf ein römisches Kastell zurück, das vor gut 2000 Jahren errichtet wurde (um das Jahr 3 n. Chr.), und nach dem ursprünglich keltischen Namen Rigomagos, latinisiert Rigomagus, benannt wurde (mit rīgo- von kelt. rīgs = König und kelt. magos = Feld, Ebene – also „Königsfeld“). Nach 274/275 wurde das Kastell zur Festung ausgebaut. Der antike Name Rigomagus wird ein einziges Mal bei einem antiken Schriftsteller erwähnt. Zum Jahr 356 berichtet Ammianus Marcellinus, dass nach einem Germaneneinfall zwischen Koblenz und Köln nur das Rigomagum oppidum und ein Turm bei Köln unzerstört geblieben war. Die auf einer römischen Straßenkarte beruhende Peutingersche Tafel verzeichnet Rigomagus zwischen Bonna (Bonn) und Antunnacum (Andernach).[6] Frühe Christen und die Existenz einer Kirche werden für das 5. Jahrhundert nachgewiesen.[7] Ausweis frühchristlichen Lebens in Remagen ist ein am Apollinarisberg gefundener Grabstein, der heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn aufbewahrt wird. Auf ihm wird einer Meteriola gedacht, mit der der Grabsetzer 23 Jahre verheiratet war und die vor mehr als acht Jahren seine soror in domino (Schwester im Herrn) wurde (vielleicht ist die Taufe gemeint).[8]

Mittelalter[Bearbeiten]

Drei Schenkungen des Königs Lothar I. an das Kloster Lorsch in Regomago bzw. in regomensi marca zwischen 770 und 773 gelten als erstmalige Erwähnungen Remagens im Mittelalter.[9] Am 28. Juni 856 wird Remagen in einer Schenkungsurkunde König Lothars II. erwähnt. Ungefähr im Jahr 1000 hatten mehrere Klöster Besitz in Remagen. Für 1003 ist eine Kirche in Remagen erwähnt; Erzbischof Heribert von Köln übergab der Abtei Deutz am 1. April 1003 sämtliche Zehntrechte in Remagen.[10] Um 1065 wird Remagen unter den Tafelgütern des deutschen Königs aufgeführt.[11]

Im 11. Jahrhundert gelangte eine in Remagen geschlagene Silbermünze bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Andere Münzen sind in Schatzfunden in den Ländern rund um die Ostsee. Eine genauere Aufarbeitung der Münzen von Remagen ist aber noch ausstehend. 1110/17 gründeten die Einwohner von Remagen auf dem rheinnahen Martinsberg selbständig handelnd ein Kloster[12] als Propstei der Abtei Siegburg. 1122 wurde ein Nonnenkloster auf der Insel Nonnenwerth gegründet.

1164 soll der Kölner Erzbischof Reinald von Dassel dieser Propstei Reliquien des heiligen Apollinaris übereignet haben. Der Name des heiligen Apollinaris wurde daraufhin auf den Berg und das Kloster übertragen, das noch heute besteht. Sichere Kunde vom Apollinaris-Kult erhalten wir aber erst Ende des 13. Jahrhunderts aus einer Ablassurkunde.[13] 1198 brannten Truppen des Philipp von Schwaben den Ort nieder.

1158 und 1189 wurde der rechtliche Status einer mittelalterlichen Stadt erreicht. Zu 1221 bezeichnet sich die Remagener Stadtgemeinde als civitas libera (freie, d.h. von niemandem sonst als dem deutschen König abhängige) Stadtgemeinde. Auch das gegen 1200 entstandene Stadtsiegel nennt den Status einer freien Stadt, der springende Wolf als Symboltier wurde in Bezug zu St. Remaklus gedeutet. 1248 wurden die noch dem Reich gehörenden Besitzungen und Rechte an den Grafen von Berg verpfändet, und nie wieder eingelöst. 1246 wurde die Pfarrkirche St. Peter und Paul geweiht. Für 1269 wird in den Quellen erstmals ein Bürgermeister genannt, 1306 Schöffen und Räte. 1357 gestattete Kaiser Karl IV. dem Grafen von Berg Gerhard I., Remagen mit Graben, Mauern, Türmen, Erkern, Toren[14] zu befestigen.

Graf Wilhelm II. von Berg führte den Mauerbau durch und geriet dadurch in Konflikt mit dem Erzbischof von Köln. In einem Schiedsspruch vom 1386 wurde bestimmt, dass die Mauern niedergelegt werden mussten, andernfalls der Erzbischof das Recht hatte, sie selbst schleifen zu lassen. 1425 verpfändete Herzog Adolf VII. von Jülich-Berg eine Hälfte von Remagen (und ebenso von Sinzig) für 5.000 Gulden an den Erzbischof von Köln. 1452 wurde auch die andere Hälfte von Herzog Gerhard von Jülich-Berg an den Erzbischof verpfändet.

Die jüdischen Bewohner von Remagen sind von den Pogromen 1298 und 1348/49 betroffen. Für 1398, 1401 und 1409 sind Schutzbriefe mit Wohnrecht für Juden erwähnt. 1424 siedeln sich aus Köln vertriebene Juden in Remagen an.[15]

1475 wurde Remagen in Verlauf der Kölner Stiftsfehde zwischen dem Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz und Hermann IV. von Hessen von burgundischen Truppen besetzt, wurde aber kurz darauf von einem von Kaiser Friedrich III. beauftragten Reichsaufgebot eingeschlossen und von Truppen unter Kurfürst Albrecht III. Achilles von Brandenburg eingenommen und geplündert.[16]

Neuzeit[Bearbeiten]

Am 4. Mai 1554 löste Herzog Wilhelm V. von Cleve, Jülich und Berg die eine Hälfte, am 19. Juli 1560 auch die andere Hälfte Remagens wieder ein; bis 1794 verblieb Remagen beim Herzogtum Jülich innerhalb des Amtes Sinzig-Remagen. Im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit fällt Remagen an den katholischen Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges brannten 1633 schwedische Truppen unter Feldmarschall Baudissin Stadt und Kirche nieder. 1642 wurde Remagen von Hessisch-Weimarischen Verbänden eingenommen; 1645 legte der kurkölnische General Melander Truppen in die Stadt. 1666 fiel nahezu die Hälfte der Stadtbevölkerung der Pest zum Opfer.

Anfang Oktober 1794 rückten französische Revolutionstruppen in die Stadt ein, in der Folge wurde Remagen am 5. November 1797 zum Hauptort des Kantons Remagen bestimmt. Im Rahmen der Säkularisation ab 1802 wurden Kirchengüter eingezogen und verkauft und 1807 auch die Propstei Apollinarisberg. 1815 kam das Rheinland unter preußische Herrschaft.

Von 1839 bis 1843 wurde die Apollinariskirche errichtet und bis 1852 von den Düsseldorfer Nazarenern ausgemalt. Die unter der französischer Verwaltung verloren gegangenen Stadtrechte wurden Remagen am 2. Februar 1857 wieder verliehen. 1858/1859 wurde der Ort durch die Eisenbahnlinie KölnKoblenz (Linke Rheinstrecke) verkehrstechnisch besser angebunden.

1869 wurde die Remagener Synagoge eingeweiht.[17] 1933 gab es noch 25 jüdische Einwohner (1724: 4 Familien, 1808: 35 Einwohner, 1863: 64 Einwohner in 14 Familien, 1895: 31 Einwohner). Die Juden, die die Stadt nicht verlassen konnten, wurden April und Juli 1942 deportiert.

Im Ersten Weltkrieg erbaute man von 1916 bis 1919 über den Rhein aus militärischen Gründen eine Eisenbahnbrücke zwischen Remagen und Erpel. Sie wurde nach dem Infanteriegeneral Erich Ludendorff benannt. Am 7. März 1945 wurde die Ludendorff-Brücke durch amerikanische Truppen erobert. Die Einnahme der Brücke verkürzte den Zweiten Weltkrieg erheblich. Nach der Einnahme der Brücke durch die Alliierten wurde Remagen als einzige deutsche Stadt mit V2 beschossen.

Westlich des Rheins wurden dann US-Sammellager „Prisoner of War Temporary Enclosures“ (PWTE), für jeweils 50.000 Deutsche bei Rheinberg, Remagen und Bad Kreuznach angelegt. Doch diese waren schon nach kurzer Zeit zu klein. Weitere 14 Lager wurden errichtet. Ende April 1945 waren nach amerikanischen Angaben 169.036 Kriegsgefangene allein im PWTE Remagen auf den Rheinwiesen. Dieses Kriegsgefangenenlager Goldene Meile erstreckte sich von Remagen bis Niederbreisig. Es wurde am 20. Juli 1945 aufgelöst.

1980 wurde das Friedensmuseum eröffnet, 1987 die Kapelle Schwarze Madonna errichtet. 1988 erfolgte der erste Spatenstich für das neue Gewerbegebiet „Süd“ und die Südeinfahrt wurde dem Verkehr übergeben, 1994 die Nordeinfahrt. 1998 wurde der RheinAhrCampus, ein Standort der FH Koblenz, auf dem Gelände eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers der Alliierten eröffnet. In der Zeit Bonns als Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland (1949–1999) war Remagen Standort der Residenz der französischen Botschaft (Schloss Ernich) sowie zeitweise der Botschaften bzw. diplomatischen Vertretungen der Sowjetunion (Rolandswerth; 1955–1976), von Südkorea (1954–1956; Haus auf Leims), der Residenz der japanischen Botschaft (Oberwinter; 1952–1961), der Botschaften von Kasachstan (Schloss Marienfels und ehem. [bis 1992] Landeszentralbank Remagen[18]; 1994–1996) und der Ukraine (Oberwinter; Außenstelle bis heute), außerdem einer Dienststelle der chinesischen Botschaft (siehe auch Liste der diplomatischen Vertretungen in Bonn). Der französische Hochkommissar und Botschafter Andre Francois-Poncet (1949–1955) unterhielt zur Stadt Remagen besonders enge Beziehungen, aus einem von ihm gespendeten Betrag entstand ein bis heute bestehender städtischer Hilfsfonds.[19][20][21]

Neubildung der Stadt Remagen[Bearbeiten]

Im Rahmen der in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre begonnenen rheinland-pfälzischen Kommunal- und Verwaltungsreform wurden zum 7. Juni 1969 die Stadt Remagen (7.876 Einwohner) sowie die bis dahin eigenständigen Gemeinden Oberwinter (3.327 Einwohner), Oedingen (368), Rolandswerth (923) und Unkelbach (853) aufgelöst und aus diesen die heutige Stadt Remagen neu gebildet.[22] Kripp war schon vorher ein Stadtteil von Remagen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Remagen bezogen auf das heutige Stadtgebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 2.829
1835 4.177
1871 5.372
1905 6.846
1939 8.839
1950 10.415
Jahr Einwohner
1961 12.246
1970 13.590
1987 14.130
1997 16.354
2005 16.316
2013 16.036

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Remagen besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[23]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FBL WGR Gesamt
2014 7 13 6 1 4 1 32 Sitze
2009 7 11 4 2 5 3 32 Sitze
2004 7 14 3 2 5 1 32 Sitze
  • FBL = Freie Bürgerliste der Gesamtstadt Remagen e.V.
  • WGR = WählerGruppe Remagen e.V.

Jeder der sechs Ortsbezirke verfügt über einen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Remagen unterhält Partnerschaften mit der niedersächsischen Stadt Georgsmarienhütte und mit der französischen Stadt Maisons-Laffitte in Ile de France.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die in romanischer Zeit gegründete Pfarrkirche St. Peter und Paul in Remagen
Remagen, St. Peter und Paul
Marienkapelle „in der Lee“ in Remagen

Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul
Siehe auch Hauptartikel St. Peter und Paul (Remagen)

Wahrscheinlich hat eine christliche Gemeinde in Remagen schon in römischer Zeit bestanden. Früheste Zeugnisse sind die Grabinschrift der Meteriola aus dem 5. Jahrhundert und zwei Fragmente von Schrankenplatten mit Christogrammverzierungen, die im Remagener Museum und im Rheinischen Landesmuseum Bonn aufbewahrt werden. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul, ausgestattet mit dem nach Rom verweisenden Patrozinium der Apostelfürsten, liegt in der Nordwestecke des ehemaligen römischen Kastells. In der Kirchenbefestigung sind Reste dieser Anlage erhalten. Sicher belegt ist eine Kirche in Remagen für das Jahr 1003, in dem Erzbischof Heribert von Köln der Abtei Deutz Zehntrechte in Remagen übergab. Seit diesem Zeitpunkt waren die Remagener Pastöre bis zur Französischen Revolution immer Deutzer Konventsangehörige. 1495 wurde die Pfarrei dem Kloster inkorporiert. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der 1246 geweihte Chor. Über diese Weihe und den Bauherrn, den Pfarrer Richard, gibt eine Tafel an der Außenseite des Chors Auskunft. Es handelt sich hier um eines der ganz seltenen Baudaten der Zeit. Das Mittelschiff der alten Kirche stammt wohl ebenfalls weitgehend aus dieser Zeit. Im frühen 16. Jahrhundert wölbte man den Chor mit dem reichen spätgotischen Netzgewölbe ein. Das Gewölbe des Schiffs ist eine Erneuerung aus der Zeit des Kirchenneubaus um 1900, das aber auf den alten Gewölbeanfängern ruht.

Der Glockenturm, der in seinen Formen an die Türme der Deutzer Abteikirche erinnert, entstand nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges. Das Turmgewölbe war 1674 vollendet. Für die gewachsene Gemeinde errichtete man von 1900 bis 1904 einen Erweiterungsbau in den Formen der rheinischen Spätromanik nach Plänen des Düsseldorfer Architekten C. C. Pickel. Die alte Kirche blieb nach Abbruch der Seitenschiffe als Vorhalle stehen. Bei der Restaurierung in den 1980er Jahren wurde der Altbau wieder als eigener Gottesdienstraum eingerichtet.

Von der Ausstattung verdienen der spätromanische Altar, der jetzige Zelebrationsaltar im Neubau, die spätgotische Grablegungsgruppe in der Vorhalle (ehemalige Sakristei), das Sakramentshaus und die Fresken in der alten Kirche, sowie die gotische Pietà Beachtung. Hervorgehoben werden müssen zudem die erhaltenen Teile der neuromanischen Ausstattung, die ebenfalls nach Plänen Pickels entstand.

Marienkapelle „in der Lee“

Der Name verweist auf die Flur „in der Lee“, abgeleitet von mittelhochdeutsch „lê“ Hügel, Grabhügel. In dieser Flur lag ein spätrömisches Gräberfeld, auf dem der Grabstein der Christin Meteriola aus dem 5. Jahrhundert entdeckt wurde.

Der in der Literatur vermutete Zusammenhang der Kapelle mit dem Remagener Hospital St. Maria Magdalena besteht nicht. Die Magdalenenkapelle war das heutige Römische Museum, fälschlich als Knechtstedener Kapelle bezeichnet. Der heutige neugotische Bau entstand nach 1850 als Stiftung von J. Schäfer. Dieser vermachte die Kapelle und das dahinterliegende Wohnhaus der Pfarrei Remagen zur Einrichtung eines Krankenhauses. Da die Räume aber zu beengt waren, wurde der Plan nicht verwirklicht. Stilistische Besonderheiten lassen einen Zusammenhang des Baus mit dem Werk des Koblenzer Architekten Nebel vermuten. Unterlagen hierzu existieren nicht. Das Kreuz von 1737 vor der Kapelle stand wohl schon ursprünglich an diesem Ort.

In den letzten Jahren wurde die Kapelle durch private Initiative unter Mitwirkung von katholischer Gemeinde und Stadt, vor allem aber ortsansässiger Handwerker und Verschönerungsverein wiederhergestellt.

Weitere Bauwerke

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Remagen, Liste der Naturdenkmale in Remagen

Museen, Ausstellungen und Denkmale[Bearbeiten]

Lajos Barta: „Liebeskraft“ (1985) – vor dem Brückenportal

Das „Skulpturenufer“ wurde 2001 entlang des Rheins begonnen, um eine bis heute aktuelle Tradition Hans Arps mit Kunst im öffentlichen Raum fortzusetzen. Bisher wurden acht Skulpturen der Künstler Hans Arp, Bittermann & Duka, Eberhard Bosslet, Johannes Brus, Hamish Fulton, Thomas Huber, Peter Hutchinson und Erwin Wortelkamp entlang des Rheins in Remagen realisiert.

Weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum, die nicht zum „Skulpturenufer“ gehören, befinden sich vor dem Brückenportal und dem Arp-Museum.

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Sport und Erholung[Bearbeiten]

  • Yachthafen Oberwinter (eine der modernsten privaten Marinas Europas)
  • Freizeitbad Remagen
  • Tennis Center Remagen (im Sommer auch Badminton) direkt zwischen Freizeitbad und RheinAhrCampus
  • Gestüt und Reitstall Hubertushof
  • Rheinhalle Remagen (wird häufig für Festivals genutzt, aber auch für die Heimspiele des Verbandsligisten TVfL Sinzig/Remagen (Handball))
  • Der Schachverein SC Remagen spielte bis zur Saison 2011/2012 in der 1. Schachbundesliga.
  • Der 1. Badminton-Club Remagen schlägt bereits seit mehreren Jahren in Regionalliga auf und ist somit aktuell der in der höchsten Liga spielende Verein der Stadt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Remagen wird durchquert von der Bundesstraße 9.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

„Rhein-Express“ nach Emmerich im Bahnhof Remagen

Durch das Stadtgebiet von Remagen führt die Linke Rheinstrecke Köln - Bonn - Koblenz. Von ihr zweigt im Bahnhof Remagen die Ahrtalbahn über Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Ahrbrück ab.

Im Bahnhof Remagen halten folgende Züge:

Das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Remagen
  • InterCity-Linie 32 (Berlin-) Dortmund - Duisburg - Köln - Bonn - Koblenz - Stuttgart (-Innsbruck/München)
  • InterCity-Linie 35 Norddeich - Emden - Münster - Duisburg - Köln - Bonn - Koblenz - Trier - Luxemburg
  • ein Zugpaar der InterCity-Linie 30 Hamburg - Münster - Dortmund - Duisburg - Köln - Bonn - Koblenz
  • Rhein-Express Emmerich - Wesel - Duisburg - Köln - Bonn - Koblenz
  • Mittelrheinbahn Köln - Bonn - Koblenz - Mainz
  • Ahrtalbahn Bonn - Remagen - Bad Neuenahr - Ahrweiler - Ahrbrück

Die übrigen Fernverkehrszüge der Linie 30 fahren ohne Halt durch Remagen durch, siehe auch Liste der InterCity-Bahnhöfe. Aufgrund der niedrigen Bahnsteighöhe können im Bahnhof Remagen keine ICE-Züge halten.

Weitere Regionalbahn-Haltepunkte befinden sich in Oberwinter und Rolandseck an der Linken Rheinstrecke.

Gebäude des RheinAhrCampus

Bildung[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Remagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Remagen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Remagen – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Remagen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Hauptsatzung der Stadt Remagen vom 29. Oktober 2004 (PDF-Dokument)
  4. Einwohnerstatistik der Stadt Remagen
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 3 (PDF; 2,16 MB)
  6. Kurt Kleemann: 2000 Jahre Remagen. Bausteine zur Geschichte der „Römerstadt“, in: HJbKAhrweiler 2001, S. 75
  7. Helga Hemgesberg: Die ersten Remagener Kirchen im Lichte eines frühchristlichen Schrankenfragments, in: Ann. Histor. Ver. Niederrh. 189 (1986), S. 9–34
  8. Geschichte des Erzbistums Köln. Bd. 1: Das Bistum Köln von den Anfängen bis zum Ende des 12. Jahrhunderts, hg. v. Friedrich Wilhelm Ordinger, Bachem Köln 2. Aufl. 1971, S.63
  9. Kleemann, 2000 Jahre, a.a.O.
  10. Rheinischer Antiquarius, III. Abt., Bd. 9, S.154
  11. Bernhard Kossmann: Remagen, ein befestigter Königshof, in: HJbKAhrweiler 1971, S.24
  12. Heyen, Mittelrhein, S. 22–23.
  13. Wisplinghoff, Germania Sacra Siegburg, S. 76.
  14. Rheinischer Antiquarius, a.a.O., S.156
  15. Germania Judaica II,2 S. 693; III,2 S. 1233–1234.
  16. Rheinischer Antiquarius, a.a.O., S.156f.
  17. Hans Kleinpass: Die Einweihung der Synagoge in Remagen anno 1869, in: HJbKAhrweiler 1991, S.111
  18. Botschafter entschieden sich für den Kreis Ahrweiler. In: Heimatjahrbuch Kreis Ahrweiler 1996. 54. Jahrgang, S. 36–39.
  19. Matthias Röcke: Schloß Ernich und seine Botschafter. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 1985
  20. Friedrich Bayerath: [Friedrich Bayerath Ein Remagener Bürger im Kreise der „Vierzig Unsterblichen“ in der Académie Française – André François-Poncet]. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler, 1997.
  21. Helmut Vogt: Wächter der Bonner Republik. Die Alliierten Hohen Kommissare 1949–1955, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2004, ISBN 3-506-70139-8, S. 56.
  22. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 193 (PDF; 2,03 MB)
  23. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  24. Hinweis bei aw-wiki.de
  25. http://www.badische-zeitung.de/offenburg/man-muss-schon-genau-hinschauen--73690539.html