Fahrkunst
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Die Fahrkunst diente lange Zeit zur Fahrung in einem Bergwerksschacht.
Dabei war an einem, meistens von Wasserkraft angetriebenen, drehenden Rad exzentrisch eine Stange befestigt, die die Drehbewegung in eine schwingende Längsbewegung übersetzte: das so genannte Kunstgestänge. Diese Stange betätigte das so genannte Kunstkreuz (eine Art Wippe), an dessen Schenkelenden zwei lange Stangen bzw. leiterähnliche Vorrichtungen befestigt waren, die in den Schacht hinunterragten. Das Kunstkreuz sorgte dafür, dass sich, wenn sich das Rad drehte, zunächst die eine Stange im Schacht hob, während sich die andere senkte. Nach einer halben Umdrehung des Rades kehrte sich die Bewegung der Stangen um; nun senkte sich die erste, und die zweite hob sich. Durch geschicktes Umsteigen zwischen den beiden Stangen nach jeweils einer halben Raddrehung konnte der Bergmann also entweder in den Schacht ein- oder aus ihm ausfahren.
Die Fahrkunst wurde 1833 durch Oberbergmeister Georg Dörell in Clausthal erfunden und zuerst im Oberharzer Bergbau eingesetzt. Die Erfindung des Drahtseils 1834 durch Wilhelm August Julius Albert, bereitete neue Möglichkeiten bei der Installation. Die Fahrkunst ermöglichte es den Harzer Bergleuten, die lange Zeit tiefsten Bergwerke der Welt zu bauen. Die letzte noch funktionierende Stahlseilfahrkunst aus dem Jahr 1837, mit einer Länge von 190 m, kann in der Grube Samson in Sankt Andreasberg besichtigt werden. Sie dient dem Betreiber zweier Wasserkraftwerke im Samsoner Schacht bis heute als Zugang zu den Turbinen. Eine zweite Fahrkunst mit Holzgestänge ist in Kongsberg (Norwegen) erhalten, sie ist 25 m lang und wird nur noch im Museumsbetrieb vorgeführt.
[Bearbeiten] Bildergalerie
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Die Fahrkunst von Kongsberg |
Fahrkunst aus dem 19. Jahrhundert im Oberharzer Bergwerksmuseum (Blick senkrecht nach unten) |
[Bearbeiten] Weblinks
- GIF-Animation einer Fahrkunst
- Kehrrad Funktion eines Kehrrads (Förderung & Fahrkunst)
- "Fahrkunst in der Grube Samson" Pro7 - Galileo Reportage


