Fahrung

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Verschiedene Arten der Fahrung in einer Darstellung aus dem Werk "De Re Metallica Libri XII" von Georgius Agricola, 1556: "A) Ein Bergmann, der auf der Fahrt einfährt; B) Einer, der auf dem Knebel sitzt; C) Einer, der auf dem Leder einfährt; D) Auf Stufen, die im Gestein hergestellt sind, Einfahrende."

Als Fahrung wird im Bergbau (im Gegensatz zur Förderung) jedwede Bewegung von Personen in einem Bergwerk unter Tage bezeichnet. Die Bezeichnung wird entweder allein oder zur näheren Beschreibung des Vorgangs auch in Kombination mit anderen Bezeichnungen verwendet: Der Bewegung von Personen zu Fuß vorbehaltene Teile untertägiger Bauwerke werden beispielsweise als Fahrwege bezeichnet. Werden zur Fahrung Gurtförderer benutzt, spricht man von Bandfahrung. Begeben sich Personen nach unter Tage, so fahren diese ein oder an. Die Beförderung von Personen in Schächten auf dem Förderkorb heißt Seilfahrt. Eine andere mechanische Einrichtung zur Fahrung in Schächten ist die Fahrkunst. Zur Überwindung von Höhenunterschieden ohne maschinelle Unterstützung bedient sich der Bergmann einer Fahrt (= Leiter; landschaftlich auch Fahrte). Zum Schutz der Kleidung bei der Fahrung durch niedrige Grubenbaue tragen Bergleute - auch heute noch - vor dem Gesäß das Fahrleder.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst-Ulrich Reuther: Einführung in den Bergbau. 1. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1982, ISBN 3-7739-0390-1
  • Walter Bischoff, Heinz Bramann, Westfälische Berggewerkschaftskasse Bochum: Das kleine Bergbaulexikon. 7. Auflage, Verlag Glückauf GmbH, Essen, 1988, ISBN 3-7739-0501-7