Kongsberg

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Kongsberg
Kongsberg (Norwegen)
Kongsberg
Kongsberg
Basisdaten
Kommunennummer: 0604 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Buskerud
Verwaltungssitz: Kongsberg
Koordinaten: 59° 40′ N, 9° 39′ O59.6659.6463888888889Koordinaten: 59° 40′ N, 9° 39′ O
Fläche: 792 km²
Einwohner:

26.602 (30. Jun. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Postleitzahl: 3610 - 3617
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Vidar Lande (Ap) (2003)
Lage in der Provinz Buskerud
Lage der Kommune in der Provinz Buskerud

Kongsberg (norw. »Königsberg«) ist eine Stadt und Kommune in Buskerud, Norwegen. In ihr leben auf 792 km² 26.602 Menschen (Stand 30. Juni 2014). Die Stadt liegt an den Ufern des Numedalslågen.

Ansicht von Kongsberg zwischen 1890 und 1900

Geschichte[Bearbeiten]

Silberbergbau in Kongsberg im 17. Jahrhundert

Der Entdeckung der Silbermine am Numedalslågen 1623 verdankt die Stadt ihre Entstehung. Am 2. Mai 1624 durch König Christian IV. gegründet, entwickelte sie sich schnell zur größten Bergbaustadt Norwegens. Christian IV. ließ deutsche Bergleute aus den Silberminen im Erzgebirge und Harz kommen, um die Vorkommen zu erschließen. Außerdem kamen deutsche Bergleute aus anderen norwegischen Gruben nach Kongsberg. Adolf Friedrich von Grabow aus Sachsen wurde zum ersten Berghauptmann ernannt. Die Gruben trugen deutsche Namen. Die Gottesdienste wurden zuerst in Deutsch gehalten, erst später auch in Dänisch. Die deutschen Bergleute trugen ihre eigene Bergmannstracht und waren in Form der deutschen Knappschaft organisiert. Gearbeitet wurde nach der deutschen Bergwerksordnung. Kongsberg glich in dieser Zeit einem kleinen Stück Deutschland in Norwegen. Während der Blütezeit arbeiteten etwa 4.200 Beschäftigte in den Silbergruben. 1757 wurde ein Bergseminar gegründet, die erste technische Hochschule Norwegens. 1686 wurde die Königliche Münze von Akershus nach Kongsberg verlegt. Die Stadt erhielt erst 1802 das Marktrecht. Der Abbau in den alten Gruben wurde 1805 zunächst eingestellt. Erst nachdem neue Silbervorkommen entdeckt wurden, erfolgte 1816 wieder die Betriebsaufnahme. In den 1830er Jahren wurden aus den Einnahmen der Silbergruben etwa 10 Prozent des norwegischen Staatsbudgets finanziert. Bis zur endgültigen Einstellung des Silberbergbaus 1957 wurden insgesamt etwa 1.350 Tonnen reines Silber produziert.

Eingang zur Königsgrube

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Grün ein zweigesichtiger silberner Mann, in der rechten Hand ein goldenes Schwert hochhaltend und in der anderen eine goldene Waage haltend

Wirtschaft[Bearbeiten]

Als 1814 die staatliche Kongsberg Våpenfabrikk (KV) (deutsch: Kongsberg Waffenfabrik) gegründet wurde, erhielt die Stadt einen neuen Industrieschwerpunkt, der nicht nur den norwegischen Staat mit Waffen versorgte. Erst 1987 wurde die Waffenfabrik, die gegen die COCOM-Richtlinien zum Waffenexport verstoßen haben soll und vor dem Konkurs stand, aufgelöst. Sie wurde in mehrere kleinere Betriebe aufgesplittet und teilweise privatisiert. Aus ihr sind unter anderem die Kongsberg Gruppe (Kongsberg Defense & Aerospace og Kongsberg Maritime) und die Kongsberg Automotive Holding (FMC Technologies og Kongsberg Automotive) hervorgegangen. Dadurch ist Kongsberg heute zu einem Standort für Hochtechnologien geworden, an dem mehr als 6.000 Ingenieure und andere hochqualifizierte Spezialisten arbeiten. In ihren Betrieben werden unter anderem Technologien für die Raum- und Flugzeugindustrie, die Schifffahrt, für Kraftfahrzeuge sowie offshore-Systeme für die Erdöl- und Erdgasförderung entwickelt und produziert. Die Stadt beherbergt weiterhin die staatliche Münzprägeanstalt Norwegens und eine Fachhochschule (Optik, Informatik, Ingenieur- und Politikwissenschaften) mit mehr als 800 Studenten.

Kultur[Bearbeiten]

Seit 1964 findet im Juli alljährlich das internationale Kongsberg Jazzfestival statt.

Sport[Bearbeiten]

Kongsberg ist die Heimat vieler bekannter norwegischer Skispringer und Snowboarder. Die Stadt ist ein bekannter Skiort mit einem Sessellift und mehreren Skiliften. Die Pisten haben einen Höhenunterschied von etwa 400 Meter. Es gibt insgesamt sieben in der Nacht beleuchtete Loipen. Die Stadt verfügt über eine 18-Loch Golfanlage und ein Motorsportzentrum für Autocross, Motocross, Go-Kart und Speedway.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralph Tuchtenhagen, Kleine Geschichte Norwegens, Verlag C.H.Beck München 2009, ISBN 978-3-406-58453-4
  • Fritz Petrick, Norwegen- Von den Anfängen bis zur Gegenwart -, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2002, ISBN 3-7917-1784-7
  • Kongsberg-regionen 2011, herausgegeben von Kongsberg Turistservice

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kongsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kongsberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q2 2014