Fallex 62

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FALLEX 62 (fall exercise '62) war ein militärisches NATO-Planspiel im Jahre 1962, an dem auch die erst sieben Jahre alte deutsche Bundeswehr teilnahm. Dabei sollten ein atomarer Erstschlag und eine anschließende sowjetische Großoffensive auf Westeuropa simuliert werden.

Die Folgen wären, wie sich herausstellte, für Westdeutschland einer Katastrophe gleichgekommen. Bereits in den ersten Tagen wären zivile Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zu beklagen gewesen, die Bundeswehr wäre nach den schweren Verlusten durch einen nuklearen Erstschlag der UdSSR nicht mehr in der Lage gewesen, den Vormarsch der Truppen des Warschauer Pakts mit konventionellen Mitteln aufzuhalten, geschweige denn die sowjetische Invasion zurückzuwerfen. Dies hätte einen umfassenden atomaren Gegenschlag der NATO bedingt, um die Truppen des Warschauer Vertrages noch aufzuhalten, was die Verwüstung Mitteleuropas nochmals verstärkt hätte. Das Ergebnis des Planspiels wurde als streng vertraulich behandelt, doch dem deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel wurde das Protokoll zugespielt und in Ausgabe 41/1962 in Auszügen veröffentlicht.[1] Dies war insbesondere für den damaligen Bundesminister der Verteidigung, Franz Josef Strauß, ärgerlich, denn eine Schlussfolgerung des Manövers war die dringende Notwendigkeit, die konventionelle Stärke der Bundeswehr und ihrer Verbündeten heraufzuschrauben, während Strauß die (billigere und prestigeträchtigere) Option einer nuklearen Bewaffnung der Bundeswehr bevorzugt hatte.

Aus dieser Situation heraus entwickelte sich die so genannte Spiegel-Affäre, die zur Verhaftung Rudolf Augsteins und schließlich zum Rücktritt des Verteidigungsministers Franz Josef Strauß führte.

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[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Der Spiegel: Bedingt abwehrbereit, 10. Oktober 1962, S. 32ff.
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