Feierabend
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Feierabend bezeichnete im Deutschen ursprünglich den Vorabend eines Feiertages, eines Festtages.
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[Bearbeiten] Etymologie
Aus dem lateinischen Wort „fēria“ für einen Wochentag bzw. kirchlichen Feiertag entwickelte sich das althochdeutsche „fîra“ mit der Bedeutung Fest oder Ruhe (im christlichen Sprachgebrauch vor allem ein Tag, der mit einer gottesdienstlichen Handlung begangen wurde). Hieraus wurde mittelhochdeutsch „vîre“ für einen festlich begangenen Tag oder die Arbeitsruhe (woraus sich der neuhochdeutsche Begriff „Feier“ entwickelte), wobei seit dem 12. Jahrhundert „vîr-âbent“ den Vorabend eines Feiertages bezeichnete . Dieser Begriff wird später frühneuhochdeutsch (nach dem 16.Jahrhundert) unter dem Einfluss der Sprache der Handwerker umgedeutet zu „(Beginn der) Ruhezeit am Abend“.[1]
[Bearbeiten] Familienname
Der Begriff „vîr-âbent“ wurde im Hochmittelalter als Übername zunächst für einen Menschen verwendet, der am Vorabend eines Feiertages geboren worden war, und wurde als solcher an dessen Kinder weitervererbt. Allein aus dem 14. bis 16. Jahrhundert sind an die Hundert verschiedene Schreibweisen des Namens urkundlich überliefert. Die heute üblichen Formen „Feierabend“ (etwa 2/3 der Namensträger) und „Feyerabend“ (knapp 1/3 der Namensträger in Deutschland) haben sich erst seit der frühen Neuzeit herausgebildet und waren zunächst untereinander austauschbar. Feierabend ist der Familienname folgender Personen:
- Ambrosius Feierabend (ca. 1490–1553?), Pfarrer und Reformator in Elbing
- Denise Feierabend (* 1989), schweizerische Skirennfahrerin
- Gabriel Feierabend, erster Leutnant der Schweizergarde (1548)
- Fritz Feierabend (1908–1978), schweizerischer Bobsportler
- Georg Feierabend (ca. 1450-1498), Vikar und Stadtpfarrer zu Donauwörth
- Hartmann Feierabend (ca. 1450-1512), Geistlicher und Humanist in Baden
- Hermann Feierabend (1928–1995), deutsch-schweizerischer Maler und Grafiker
- Johannes Feierabend (ca. 1440–1508), Abt des Klosters Muri
- Karl Wilhelm Feierabend (1849–1911), deutscher Theologe und Altphilologe
- Ladislav Karel Feierabend (1891–1969), tschechischer Minister
- Rudolph Feierabend (vor 1270-nach 1313), Geistlicher und Klosterschreiber in Kaisheim
- Ulrich Feierabend (+ um 1480), schweizerischer Grafiker und Drucker
[Bearbeiten] Historisches
Bereits im Römischen Reich gab es Feiertags-Ausrufer, sogenannte Calatoren. Wenn beispielsweise ein Opfer bevorstand, wurde den im Freien Arbeitenden der Feierabend angesagt.
Bevor es in allen Häusern Uhren, gar Taschenuhren für Einzelne gab, begann dieser tägliche Feierabend lange Zeit mit dem in katholischen Gegenden noch heute verbreiteten Angelus- oder Feierabendläuten um 18 Uhr, das alle zum gemeinsamen Abendgebet aufrief.
Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert sind außer dem gemeinsamen Gebet zahlreiche Feierabendbräuche („Feierabendgeschichten“) und -lieder wie „Nun sich der Tag geendet hat“ (um 1670) oder „’s ist Feierabend, die Arbeit ist vollbracht“ überliefert.
In der DDR wurden Altersheime „Feierabendheime“ genannt.
[Bearbeiten] Redewendungen
- Jetzt machen wir Feierabend. (Synonym für „genug gearbeitet!“)
- Jetzt ist (aber) Feierabend! (Kurzform: Feierabend!) für ein ärgerliches „Damit ist jetzt Schluss! Mir reicht’s!“
- Jetzt hat er seinen verdienten Feierabend. (ein langjähriger Arbeitnehmer geht in Rente oder Pension)
- auch: Feierabend machen für Sterben.
[Bearbeiten] Feierabend in der Kunst
- Gemälde und Stiche
- meist zum Feierabend am Lande: z.B. Lorscher Feierabend (Wandmalerei), William Edward Millner und Hans Thoma (Bauerngärten), Ludwig Richter (Serie, "Blaue Bücher")
- andere Motive: Carl Spitzweg (Idyllen u. skurrile Szenen), Hans Baluschek (Gemälde märk.Museum Berlin), Gerda Knauer, Otto Modersohn u.v.a.
- die Maler Fernando Feierabend (Brasilien) und Hermann Feierabend (Schweiz)
- Lieder - mehrfach im Volks- und Kunstlied (siehe oben), bei Schubert oder Haydn
- Kanon "Feierabend" (Horch, es klingt der Glocke Ton ...)
[Bearbeiten] Einzelnachweise und Fußnoten
- ↑ Etymologie und Wortbedeutung nach Kluge Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002