Lorsch
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Kreis Bergstraße | |
| Höhe: | 93 m ü. NN | |
| Fläche: | 25,24 km² | |
| Einwohner: |
13.110 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 519 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 64653 | |
| Vorwahl: | 06251 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HP | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 31 016 | |
| LOCODE: | DE LRW | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Kaiser-Wilhelm-Platz 1 64653 Lorsch |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Christian Schönung (CDU) | |
| Lage der Stadt Lorsch im Kreis Bergstraße | ||
Lorsch ist eine Stadt im südhessischen Kreis Bergstraße (Deutschland). Bekannt ist Lorsch durch das zum Weltkulturerbe ernannte Kloster Lorsch. Seit 2010 führt Lorsch den Beinamen „Karolingerstadt“.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Lorsch, das als „Das Tor zur Bergstraße“ bezeichnet wird, liegt ca. 5 Kilometer westlich der eigentlichen Bergstraße, genau zwischen Einhausen und Heppenheim. Es befindet sich in der Oberrheinischen Tiefebene nur etwas westlich des Odenwalds zwischen Darmstadt im Norden und Mannheim im Süden. Die Stadt liegt unweit westlich vom Unterlauf der Weschnitz. Im Südosten der Stadt befindet sich das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Lorsch grenzt im Norden an die Gemeinde Einhausen und die Stadt Bensheim, im Osten an die Stadt Heppenheim, im Südosten an die Gemeinde Laudenbach und die Stadt Hemsbach (beide Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg), im Süden an die Stadt Lampertheim, sowie im Westen an die Stadt Bürstadt.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Abtei Lorsch wurde im Jahre 764 vom fränkischen Gaugraf Cancor und seiner Mutter Williswinda gegründet. Das Kloster wurde von Benediktinern des Klosters Gorze bei Metz besiedelt. In einer Urkunde aus dem Jahr 885 wurde die Abtei als „Lauressam“ erwähnt, daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit der heutige Stadtname. Die Abtei war im Früh- und Hochmittelalter ein mächtiges Reichskloster mit Besitzungen im Odenwald, an der Bergstraße, in Rheinhessen, in der Pfalz, im Elsass und in Lothringen.
Während des Investiturstreits mussten viele Besitzungen an den Adel abgegeben werden. Im späten 12. Jahrhundert wurde mit der Aufzeichnung der alten Besitzurkunden versucht, die Verwaltung zu reorganisieren (Lorscher Codex). Dennoch wurde Lorsch 1232 an das Erzbistum Mainz übergeben und durch Prämonstratenser neubesiedelt. Danach gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen Mainz und der Pfalz als Inhaber der Vogtei. 1461 wurde Lorsch in der Mainzer Stiftsfehde an die Pfalz verpfändet. 1803 fiel Lorsch an Hessen. Zur 1200-Jahr-Feier 1964 erhielt Lorsch die Stadtrechte.[2] Seit dem 8. Juli 2010 führt Lorsch offiziell den Beinamen „Karolingerstadt“.[3]
Von der karolingischen Benediktinerabtei, die in Teilen ergraben ist, hat sich die Torhalle (um 800) erhalten. Die Abtei ist seit 1991, zusammen mit dem östlich gelegenen „Areal Altenmünster“, ein von der UNESCO geschütztes Weltkulturerbe.
Siehe auch: Franken (Region), Rheinfranken
Politik [Bearbeiten]
Stadtverordnetenversammlung [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[4]
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 40,9 | 15 | 44,4 | 16 | 43,1 | 16 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 22,2 | 8 | 23,8 | 9 | 31,1 | 11 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 18,0 | 7 | 12,4 | 5 | 9,6 | 4 |
| PWL | Parteilose Wählerschaft Lorsch | 16,8 | 6 | 14,7 | 5 | 14,7 | 5 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 2,2 | 1 | 4,7 | 2 | 1,6 | 1 |
| gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 61,1 | 44,6 | 50,9 | ||||
Der Magistrat besteht aus sieben Stadträten. Davon entfallen drei Sitze auf die CDU, zwei Sitze auf die SPD und je ein Sitz auf die PWL und die Grünen.
Bürgermeister [Bearbeiten]
Der Bürgermeister war seit 1993 Klaus Jäger (parteilos). Er wurde am 7. Februar 1999 mit 85,2 % und am 13. Februar 2005 mit 70,6 % wiedergewählt. Seine Amtszeit endete nach 18 Jahren am 1. Juni 2011.[5] Zu seinem Nachfolger wurde am 27. März 2011 Christian Schönung (CDU) mit 60,9 % der Stimmen gewählt.
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: Geteilt und unten von Silber und Blau gespalten; oben in Schwarz eine goldene Torhalle (stilisierte Königshalle), unten vorne ein rotes Fußspitzkreuz und hinten ein golden bewehrter neunmal von Silber und Rot geteilter Löwe (Löwe von Hessen).
Bedeutung: Die Bedeutung der Königshalle, die 1991 UNESCO-Weltkulturerbe wurde, spiegelt sich im Wappen der Stadt wider. Das rote Kreuz war das Wappen des ehemaligen Klosters und der Löwe zeigt die Zugehörigkeit zu Hessen.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Le Coteau (Département Loire in Frankreich, seit 1967)
- Zwevegem (Belgien, seit 1973)
- Thal (Ortsteil von Ruhla in Thüringen, seit 1990)
Freundschaftliche Beziehungen bestehen zu Šternberk (Sternberg) im Kreis Olomoucký kraj, Tschechien. Dies kam durch die Patenschaft zu Vertriebenen aus den Gemeinden Jívová (Giebau), Pohorsch, Weska und Hraničné Petrovice (Petersdorf bei Giebau) zustande, die sich in Lorsch angesiedelt haben.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Theater [Bearbeiten]
- Kleinkunstbühne Sapperlot
Museen [Bearbeiten]
- Museumszentrum Lorsch mit der klostergeschichtlichen Abteilung[6], der Abteilung für Volkskunde und dem Tabakmuseum Lorsch (Außenstelle des Hessischen Landesmuseums)
Bauwerke [Bearbeiten]
- Kloster Lorsch mit der Königshalle, die im Erdgeschoss aus drei halbrunden Bogenöffnungen und im Obergeschoss aus einer Scheinarchitektur mit Kapitellen im ionischen Stil und Dreiecksgiebeln besteht.
- benediktinische Kräutergärten im Kloster Lorsch
- Lorscher Rathaus (zwischen 1714 und 1715 erbaut)
- ältestes Lorscher Fachwerkhaus in der Stiftstraße 19
- ältestes Lorscher Gasthaus, das „Weiße Kreuz“
- Palais von Hausen (erbaut 1776)
- Katholische Pfarrkirche (geweiht 1753)
- Evangelische Kirche (1896)
- Wattenheimer Brücke
Veranstaltungen [Bearbeiten]
In Lorsch findet jeden Fastnachtsdienstag ein großer Fastnachtsumzug mit über 100 Zugnummern statt, der jedes Jahr tausende Narren in die Klosterstadt lockt. Im Mai findet der Frühlingsmarkt in der Innenstadt statt. Das Johannisfest ist das größte Traditionsfest in Lorsch, und wird alljährlich um den 24. Juni auf dem Festplatz an der Klostermauer veranstaltet. Am 3. Wochenende im September wird die traditionelle Kerb in der Innenstadt gefeiert. Der Weihnachtsmarkt – mit einer Eröffnungsshow vor dem Weltkulturerbe – ist am 1. Adventswochenende vor dem Weltkulturerbe, im Herzen von Lorsch zu finden. Veranstalter ist die Stadt Lorsch.
Weiterhin gibt es seit mehreren Jahren eine sogenannte „Saustall-Party“ im ehemaligen Straßenbaudepot in Lorsch. Diese findet jeweils am 3. Wochenende im Juli statt. Veranstalter ist der Saustall-Lorsch e. V.
Kulinarische Spezialitäten [Bearbeiten]
Eine kulinarische Spezialität ist das aus Welsch- bzw. Maismehl, Butter oder Schmalz, Zucker, ganzem Anis und Rosinen hergestellte „Original Lorscher Welschbrot“.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Durch die Gemarkung der Stadt führen die Bundesautobahn 67 und die Bundesstraßen 47 und 460. Der Bahnhof von Lorsch liegt an der Linie der Nibelungenbahn zwischen Bensheim und Worms, zudem bestehen dichte Busverbindungen mit Lampertheim/Bürstadt, Heppenheim, Einhausen und Bensheim. Im Nahverkehr gelten die Tarife des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar, für Fahrten in Richtung Darmstadt und Frankfurt am Main gelten die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbunds sowie das Hessenticket. Lorsch liegt am hessischen Radfernweg R9, der von Worms über Bensheim nach Höchst im Odenwald führt.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Das Unternehmen TrekStor GmbH & Co.KG wurde 2001 in Lorsch gegründet und hat dort seinen Sitz. Es lässt USB-Sticks, externe Festplatten und MP3-Player in Asien produzieren. Entwicklung und Qualitätsmanagement sind jedoch in Lorsch angesiedelt.
Die Lorscher Homepage bietet eine Übersicht weiterer ansässigen Unternehmen.
Medien [Bearbeiten]
In Lorsch gibt es zwei regionale Tageszeitungen, den zur Verlagsgruppe des Mannheimer Morgen gehörenden Bergsträßer Anzeiger mit der Regionalausgabe Lorsch/Einhausen sowie das weniger verbreitete Starkenburger Echo.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
- Tourist-Information Nibelungenland
- Kreisvolkshochschule
- Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald
- großer Spielplatz Im Birkengarten
- katholische öffentliche Bücherei
- Kurpfalz-Bibliothek Heinrich Vetter
- Waldschwimmbad. Das Waldschwimmbad Lorsch wurde in den 70er Jahren gebaut. Die Technik wurde in den Jahren 1994 und 1995 vollkommen saniert und erweitert.
Bildung [Bearbeiten]
Die Wingertsbergschule liegt auf einer ehemaligen Düne in der Rheinebene am nordöstlichen Rand ihres Einzugsgebietes, der Stadt Lorsch. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das weithin bekannte einstige Kloster Lorsch. Die Wingertsbergschule wurde als Grundschule des Kreises Bergstraße am 9. Januar 1974 gegründet, sie ist Nachfolgerin der Karolinger Volksschule, die bis 1972 in der Trägerschaft der Stadt Lorsch stand. Rund 540 Kinder besuchen derzeit die Schule, sie werden von 31 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.
Die Werner-von-Siemens-Schule erhielt ihren Namen nach dem Berliner Erfinder Werner von Siemens. Nach der Beschlussfassung über den Bau einer neuen Haupt- und Realschule im Süden der Stadt (Lagerfeld) durch das Hessische Kultusministerium sowie den Kreis Bergstraße im Juni 1971 wurde die Werner-von-Siemens-Schule im März 1973 ihrer Bestimmung übergeben. Im November 1973 beschloss die Schulleitung sowie der Schulelternbeirat der Schule den Namen Werner-von-Siemens-Schule zu verleihen, der im Rahmen einer offiziellen Feierstunde am 24. Juni 1974 bekannt gegeben wurde.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
siehe Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Lorsch
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Egidius Gutfleisch (1844–1914), Jurist und Abgeordneter
- Hans Rummel (1872–1952), Architekt
- Alexander Landgraf (1906–1961), Jurist, Gestapobeamter und SS-Führer
- Ludwig Gärtner (1919–1995), Fußballspieler
- Ernst-Dieter Suttheimer (* 19**), Opernsänger
- Michael Meister (* 1961), CDU-Politiker
- Achim Brunnengräber (* 1963), Politikwissenschaftler
Literatur [Bearbeiten]
- Heinrich Diehl: Lorsch. Geschichte und Geschichten. Lorsch: Verlag Laurissa, 1991, ISBN 3-922781-17-9
- Wilhelm Weyrauch: Zu den Ursprüngen von Lorsch – Die erste Kirche in Lauresham. In: Geschichtsblätter Kreis Bergstraße. Bd. 33/2000, S. 11–64.
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Stadt Lorsch
- Links zum Thema Lorsch im Open Directory Project
- Literatur von und über Lorsch im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Stadt Lorsch
- ↑ Statistisches Bundesamt
- ↑ Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
- ↑ Funken zeichneten Bürgermeister aus, abgerufen am 13. November 2012
- ↑ Bernd Fäthke, Die neue kulturhistorische Abteilung im Museumszentrum Lorsch, Hessische Heimat, Zeitschrift für Kunst, Kultur und Denkmalpflege, 41. Jahrgang, 1991, Heft 2, S. 39 ff
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